Jefferies hebt das Kursziel für Schneider Electric von 289 € auf 323 € an und bleibt bei der Einstufung "Buy". Gleichzeitig räumt Analyst Lucas Ferhani ein, dass der Markt auf eine Übernahme ausgesprochen negativ reagiert hat. Damit stellt sich die Frage: Ist die Kursschwäche eine Einstiegsgelegenheit oder ein berechtigtes Warnsignal?
Jefferies erhöht die Schätzungen
Das Analysehaus Jefferies hat seine Prognosen für den Konzern angehoben und in der Folge auch das Kursziel nach oben gesetzt, von 289 € auf 323 €. Das entspricht einer Anhebung um rund 11,8%. Die Kaufempfehlung bleibt unverändert bestehen. Die zugrunde liegende Studie lag am Donnerstag vor.
Der Deal überzeugt nicht
Interessant ist, dass Ferhani die negative Marktreaktion auf die Übernahme nicht relativiert, sondern sie bestätigt. Nach seiner Einschätzung deckt sich die Haltung am Markt mit dem Kursrückgang, weil es an Verständnis für den Deal mangelt. Ein Analyst, der ein höheres Kursziel ausruft und zugleich die Skepsis der Investoren teilt, sendet ein gemischtes Signal.
Der Experte sieht das Management in der Pflicht. Einiges könne der Vorstand tun, um wieder Zuversicht zu schaffen, anderes brauche aber einfach Zeit. Für uns heißt das: Die Kommunikation zur strategischen Logik der Akquisition wird darüber entscheiden, ob der Markt die Transaktion mittelfristig anders bewertet. Belastbare Belege liefern erst die kommenden Quartale.
Einordnung für Aktionäre
Für uns bleibt die Lage zweigeteilt. Auf der einen Seite stehen erhöhte Schätzungen eines Hauses, das dem Konzern ein Kursziel von 323 € zutraut. Auf der anderen Seite steht eine Übernahme, deren Nutzen der Markt bislang nicht erkennt und auf die er ausgesprochen negativ reagiert hat. Solange diese Lücke zwischen Analystenmodell und Marktwahrnehmung besteht, dürfte die Aktie volatil bleiben.
Entscheidend wird nun sein, ob das Management nachvollziehbar erklärt, was der Zukauf bringen soll. Gelingt das, könnte sich die negative Kursreaktion als Übertreibung herausstellen. Bleibt die Erklärung aus, dürfte der Bewertungsabschlag bestehen bleiben, unabhängig von angehobenen Kurszielen.
Quelle: dpa-AFX
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