SpaceX-Aktie: 300 US$ – ist sie wirklich „billig“?
SpaceX-Aktie: 30-mal der Gewinn von 2028
Auf Basis des für 2028 erwarteten operativen Gewinns wird SpaceX laut Morgan Stanley mit einem EV/EBIT-Verhältnis von rund 30 bewertet. Vergleichbare große KI-Unternehmen kommen durchschnittlich lediglich auf einen Faktor von 16. Nach klassischen Maßstäben wäre SpaceX damit keineswegs günstig.
Jonas teilt die Bewertung jedoch zusätzlich durch das erwartete Gewinnwachstum. Dadurch sinkt das Verhältnis von Unternehmenswert, operativem Gewinn und Wachstum auf 0,3. Bei anderen KI-Großkonzernen liegt der Median bei 0,5. Selbst bei einem Kurs von 300 US$ käme SpaceX demnach lediglich auf 0,6.
Der entscheidende Punkt steckt allerdings im Nenner: Je höher die unterstellte Wachstumsrate, desto günstiger erscheint die Aktie. Verfehlt SpaceX die ambitionierten Prognosen, verliert die Rechnung schnell ihre Grundlage.
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Die Kennzahl übersieht den Kapitalbedarf
Besonders problematisch ist, dass ein wachstumsbereinigtes EV/EBIT-Verhältnis die benötigten Investitionen kaum berücksichtigt. SpaceX erwirtschaftete im ersten Halbjahr einen operativen Mittelzufluss von 3,47 Milliarden US$. Gleichzeitig flossen 28,48 Milliarden US$ in Sachanlagen.
Finanziert wurde die Differenz hauptsächlich über den Börsengang und neue Schulden. Insgesamt nahm SpaceX im ersten Halbjahr netto 100,29 Milliarden US$ über Finanzierungsaktivitäten ein. Allein der IPO steuerte 85,68 Milliarden US$ bei.
Im zweiten Quartal beliefen sich die Investitionen auf 18,37 Milliarden US$. Davon entfielen 15,83 Milliarden US$ auf die KI-Infrastruktur. Wachstum ist daher vorhanden, aber ausgesprochen kapitalintensiv. Zusätzliche Aktien oder Schulden könnten einen Teil der späteren Gewinnzuwächse für heutige Aktionäre wieder verwässern.
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Starlink verdient, KI verbrennt Milliarden
Operativ zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Der Konzernumsatz stieg im zweiten Quartal um +92% auf 7,8 Milliarden US$. Das bereinigte EBITDA sprang um +191% auf 3,5 Milliarden US$, während sich der Nettoverlust auf 541 Millionen US$ nahezu halbierte.
Das profitable Fundament liefert bislang vor allem das Konnektivitätsgeschäft rund um Starlink. Im ersten Halbjahr erzielte dieses Segment bei 7,55 Milliarden US$ Umsatz einen operativen Gewinn von 2,84 Milliarden US$.
Die KI-Sparte setzte dagegen 3,38 Milliarden US$ um, verursachte operativ aber einen Verlust von 3,73 Milliarden US$. Auch das klassische Raumfahrtgeschäft schrieb bei 1,58 Milliarden US$ Umsatz einen operativen Fehlbetrag von 1,2 Milliarden US$.
Damit finanziert Starlink derzeit große Teile der übrigen Zukunftswetten. Für das Kursziel von 300 US$ müsste insbesondere die KI-Sparte beweisen, dass aus schnell steigenden Erlösen auch nachhaltige Gewinne und Cashflows entstehen.
SpaceX-Aktie: Drei Annahmen entscheiden
Morgan Stanley hält einen Rückfall auf 100 US$ nur dann für wahrscheinlich, wenn sich die KI-Entwicklung deutlich abschwächt, Starship einen schweren Rückschlag erleidet oder eine größere Verwässerung notwendig wird. Genau diese drei Risiken sind allerdings nicht nebensächlich, sondern betreffen den Kern der Investmentthese.
Der nächste wichtige Test ist Starship Flight 15. Eine erfolgreiche Landung und das Auffangen des Raumschiffs könnten die Wiederverwendbarkeit entscheidend voranbringen und die zukünftigen Startkosten senken. Bis daraus planbare kommerzielle Cashflows entstehen, bleibt jedoch noch erhebliche Entwicklungsarbeit.
ℹ️ Space Exploration Technologies Corp. in Kürze
- SpaceX ist ein führendes privates Raumfahrtunternehmen mit dem Ziel, die Raumfahrt durch kostengünstige Raketen zu revolutionieren. Mittlerweile sind viele Raketenteile wiederverwendbar, somit wurde die Raumfahrt wesentlich preiswertet.
- Das Unternehmen wurde 2002 von Elon Musk gegründet und entwickelte sich zu einem der führenden Weltraumunternehmen der Welt. Der Konzern gliedert sich in die Sparten Raumfahrt, und Satelliten, verbunden mit Starlink sowie neuerdings in die KI-Sparte xAI.
- Die Aktie wird an der Nasdaq gelistet. Der Unternehmenswert liegt bei etwa 2,32 Billionen US$.
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Fazit
SpaceX ist nicht heute günstig, sondern könnte durch außergewöhnliches Wachstum in seine Bewertung hineinwachsen. Morgan Stanleys Rechnung ist nachvollziehbar, hängt aber stark von Prognosen für 2028 und später ab. Nach dem Kurssprung auf 171,09 US$ würde ich der Aktie deshalb nicht hinterherlaufen. Bestehende Aktionäre können investiert bleiben, Neueinsteiger sollten auf Rücksetzer warten.