Schaeffler-Aktie: Humanoide Roboter als Wachstumstreiber?
Zukunftsmarkt humanoide Roboter
Mit zunehmender Automatisierung und dem wachsenden Fachkräftemangel gewinnen humanoide Roboter an Bedeutung.
Die menschenähnlichen Maschinen sollen künftig einfache oder körperlich anspruchsvolle Aufgaben übernehmen. Mögliche Einsatzbereiche finden sich unter anderem in der industriellen Fertigung und der Lagerlogistik. Langfristig ist auch ein Einsatz in privaten Haushalten denkbar, beispielsweise bei der Unterstützung im Haushalt.
Schätzungen zufolge könnte das Marktvolumen für humanoide Roboter von rund 6 Milliarden US$ im Jahr 2026 auf etwa 165 Milliarden US$ im Jahr 2035 steigen.
Sollte sich dieser Markt tatsächlich in dieser Größenordnung entwickeln, würde daraus ein erheblicher neuer Absatzmarkt für die Zulieferindustrie entstehen.
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Schaeffler als wichtiger Lieferant von Aktuatoren
Humanoide Roboter bestehen aus zahlreichen Komponenten. Neben Steuerung, Software und Sensorik sind vor allem mechanische Bauteile entscheidend. Der mechanische Anteil macht rund 50% der Gesamtkosten aus.
Eine wichtige Rolle spielen dabei Aktuatoren, die für die Beweglichkeit der Roboter verantwortlich sind. Genau hier kommt Schaeffler ins Spiel. Das Unternehmen verfügt über umfangreiches Know-how bei Bewegungsabläufen, Lagern, Gelenken und mechanischen Komponenten.
Schaeffler will sich bis 2030 rund 10% Marktanteil im mechanischen Bereich des Robotikmarktes sichern.
Damit könnte aus dem heutigen Nischengeschäft langfristig ein relevantes zusätzliches Standbein des Konzerns werden.
Kundenbeziehungen nehmen zu
Auch auf der Kundenseite macht Schaeffler Fortschritte.
Das Unternehmen berichtet inzwischen von 45 Beziehungen zu OEM-Kunden. Ende Juni lag der Auftragsbestand im neuen Geschäftssegment bei rund 350 Millionen €.
Darunter befindet sich auch ein Großauftrag des chinesischen Elektroautoherstellers XPeng für dessen humanoiden Roboter „Iron“.
Laut einer Studie der japanischen Investmentbank Daiwa stammen die Aufträge von drei globalen Erstausrüstern und erstrecken sich auf insgesamt sieben verschiedene Produkte.
Damit zeigt sich, dass Schaeffler nicht nur auf einen einzelnen Kunden oder ein einzelnes Robotermodell setzt, sondern versucht, sich frühzeitig als Zulieferer in diesem neuen Markt zu etablieren.
Bewertung
Noch ist das Geschäft mit humanoiden Robotern bei Schaeffler relativ klein. Für die Bewertung des gesamten Konzerns spielt es kurzfristig daher nur eine untergeordnete Rolle.
Entscheidend ist vielmehr die Perspektive: Sollte sich der Markt für humanoide Roboter tatsächlich dynamisch entwickeln, könnte Schaeffler durch seine frühe Positionierung mittelfristig ein erhebliches zusätzliches Wachstumspotenzial erschließen.
Damit könnte ein Teil des strukturell schwierigen Automobilgeschäfts langfristig durch neue Technologiefelder kompensiert werden.
Durch den Einsatz von humanoiden Robotern in der eigenen Fertigung, wird zusätzliches Know-how erworben.
Schaeffler ist zudem in weiteren Zukunftsbereichen aktiv, beispielsweise bei Technologien für Drohnen.
ℹ️ Schaeffler in Kürze
- Die Schaeffler Gruppe ist ein weltweit führender Zulieferer der Automobil- und Industriebranche. Der Schwerpunkt dabei liegt bei Getriebe und Fahrwerk sowie Wälz- und Gleitlagerlösungen. Der Konzern befindet sich in einer Umbauphase hin zur Elektromobilität.
- Der Hauptsitz befindet sich in Herzogenaurach, daneben ist der Konzern weltweit aufgestellt.
- Das Unternehmen ist im SDAX gelistet und wird aktuell mit etwa 6 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Schaeffler sollte zunehmend nicht mehr ausschließlich als klassischer Automobilzulieferer betrachtet werden. Der Konzern entwickelt sich in Richtung eines Technologieanbieters.
Das Robotikgeschäft ist heute noch klein, könnte bei einem starken Wachstum des Marktes für humanoide Roboter jedoch erheblich an Bedeutung gewinnen. Genau darin liegt für Anleger die langfristige Fantasie.
Auf dem aktuellen Kursniveau halte ich die Aktie für interessant. Mein erstes Kursziel liegt bei 8 €, was einem Aufwärtspotenzial von rund +29% entspricht.
Was jetzt ebenfalls für die Aktie spricht, ist die aktuelle Dividendenrendite von 4,8%.
Ergänzend sei erwähnt: Während Panzerproduktion boomt, deckt „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ zwei Unternehmen auf, die dank des Nachfrageschubs den entsprechenden Rohstoffe bald massiv profitieren werden.