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Novo-Nordisk-Aktie: FDA bremst – der nächste Rückschlag?

Ein weiterer Nackenschlag
Vincent Uhr
Die US-Arzneimittelbehörde verlängert ihre Prüfung des Blutermedikaments Denecimig. Nach dem enttäuschenden Kapitalmarkttag trifft Novo Nordisk damit die nächste schlechte Schlagzeile. Bei genauerem Hinsehen fällt der Rückschlag allerdings weniger dramatisch aus: Die FDA beanstandet weder Wirksamkeit noch Sicherheit des Präparats. Gleichzeitig liefern neue Wegovy-Daten ein deutlich wichtigeres Argument für die langfristige Wachstumsstory.

Produktionsmängel verzögern die Zulassung

Novo Nordisk hatte bereits im September 2025 die US-Zulassung für Denecimig beantragt. Die Entscheidung wurde ursprünglich im dritten Quartal erwartet. Nun hat die FDA ihre Prüfung ohne neuen Zeitplan verlängert.

Der Grund sind notwendige Nachbesserungen an einer Produktionsstätte. Die Behörde hat laut Novo Nordisk keine Mängel an den eingereichten klinischen Daten zu Wirksamkeit oder Sicherheit festgestellt. Andere bereits vermarktete Medikamente seien ebenfalls nicht betroffen.

Denecimig soll Patienten mit Hämophilie A vorbeugend vor Blutungen schützen. Der bispezifische Antikörper wird unter die Haut gespritzt und kann abhängig von der Dosierung einmal pro Woche, alle zwei Wochen oder sogar nur einmal monatlich verabreicht werden.

Novo Nordisk hält bislang an einer möglichen Markteinführung im ersten Halbjahr 2027 fest. Auch die Prognose für 2026 bleibt unverändert. Damit handelt es sich zunächst um ein Produktions- und Zulassungsproblem, nicht um das Scheitern eines Medikaments.

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Wegovy erschließt den nächsten Markt

Wesentlich bedeutender für den Konzern sind neue Daten zur Wirkung von Wegovy auf die Leber. In einer Untergruppe der STEP-UP-Studien sank der durchschnittliche Leberfettanteil nach 72 Wochen von 8,8 auf 3,1%.

Von den 26 Studienteilnehmern mit einem erhöhten Leberfettanteil erreichten 23 beziehungsweise 88,5% wieder einen Normalwert. Das ist ermutigend, sollte aufgrund der kleinen Patientenzahl und der nachträglichen Auswertung aber noch nicht überinterpretiert werden.

Strategisch ist das Ergebnis dennoch wichtig. Fettleibigkeit erhöht nicht nur das Körpergewicht, sondern begünstigt Erkrankungen von Leber, Herz und Nieren. Novo Nordisk kann Wegovy damit zunehmend als Behandlung gegen mehrere Folgeerkrankungen positionieren.

In den USA und China ist das Medikament bereits zur Behandlung bestimmter Patienten mit der schweren Fettlebererkrankung MASH zugelassen. Novo Nordisk erweitert dadurch den adressierbaren Markt und liefert Ärzten sowie Kostenträgern zusätzliche Argumente für die Erstattung.

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Die Bewertung wird immer günstiger

Trotz dieser Fortschritte ist die Novo-Nordisk-Aktie auf rund 249 DKK gefallen. Seit dem Rekordhoch hat sie damit ungefähr drei Viertel ihres Wertes verloren. Der Markt fürchtet sinkende Preise, die starke Konkurrenz durch Eli Lilly und den späteren Patentablauf von Semaglutid.

Das erwartete KGV liegt inzwischen nur noch bei knapp 12. Das durchschnittliche Analystenziel beträgt rund 308 DKK und signalisiert ein Kurspotenzial von etwa 24%. Selbst diese Schätzungen berücksichtigen bereits einen Umsatzrückgang im laufenden Jahr und hohe Investitionen in die nächste Medikamentengeneration.

Kurzfristig bleibt Novo Nordisk ein schwieriger Turnaround. Die Wegovy-Tablette, CagriSema und zusätzliche Anwendungsgebiete wie MASH zeigen jedoch, dass der Konzern keineswegs nur von einem auslaufenden Produkt lebt.

ℹ️ Novo Nordisk in Kürze

  • Novo Nordisk (WKN: A3EU6F) mit Sitz in Bagsværd bei Kopenhagen produziert und vermarktet pharmazeutische Produkte und Dienstleistungen.
  • Der Konzern ist der weltweit führende Hersteller von Insulin. Fast jedes dritte Diabetes-Präparat weltweit stammt vom dänischen Pharmakonzern. Außerdem ist Novo Nordisk in den Bereichen Blutgerinnungsmedikamente und Hormonersatztherapien aktiv.
  • Darüber hinaus ist Novo Nordisk eines der weltweit führenden Unternehmen in der Herstellung von Adipositas-Medikamenten (Mittel zur Gewichtsabnahme).
  • Das Unternehmen wird aktuell mit rund 148 Milliarden € bewertet – inklusive der nicht handelbaren A-Aktien.

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Vincent Uhr

Fazit

Die verlängerte FDA-Prüfung von Denecimig ist ärgerlich, aber ohne Beanstandungen der klinischen Daten kein grundlegender Rückschlag. Wichtiger sind die zusätzlichen Einsatzmöglichkeiten von Wegovy und die inzwischen sehr niedrige Bewertung. Trotz hoher Risiken bleibt die Novo-Nordisk-Aktie für mich auf diesem Niveau ein langfristiger Kauf.