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Quelle: ChatGPT

Infineon-Aktie: Nach der Korrektur wieder kaufenswert?

Bodenbildung nimmt Gestalt an
Die Infineon-Aktie befindet sich seit einigen Tagen wieder im Aufwind. Am Donnerstag gehört die Aktie in einem schwachen Gesamtmarkt erneut zu den wenigen positiven Erscheinungen im deutschen Leitindex DAX. Zur Stunde steigt der Kurs um +0,8% auf knapp 60 €. Für Anleger stellt sich damit die Frage: Ist die Bodenbildung abgeschlossen und geht es nun wieder nachhaltig nach oben?

Neue Fabrik in Thailand

Für Rückenwind sorgt aktuell eine ganze Reihe positiver Nachrichten. Infineon hat in Samut Prakan südlich von Bangkok eine neue Backend-Fabrik eröffnet. Zunächst sind dort rund 350 Mitarbeiter beschäftigt, beim Hochlauf des ersten von bis zu fünf Modulen soll die Zahl auf etwa 1.000 steigen. Bislang investierte der Konzern einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag.

Für mich ist das vor allem strategisch interessant: Infineon baut seine Kapazitäten gezielt aus und stärkt gleichzeitig seine globale Lieferkette. Nach Dresden ist Thailand ein weiterer wichtiger Baustein in der langfristigen Wachstumsstrategie.

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Micron sorgt für nächsten Schub

Zusätzlichen Rückenwind liefert der spektakuläre Quartalsbericht von Micron. Die starken Zahlen des US-Speicherherstellers beflügeln den gesamten Halbleitersektor. Für Infineon kommt hinzu, dass der Konzern zunehmend vom enormen Strombedarf der KI-Rechenzentren profitieren will.

Besonders spannend finde ich die Zusammenarbeit mit Eaton. Infineon liefert 1.200-Volt-Siliziumkarbid-Module für Festkörpertransformatoren, die speziell für KI-Rechenzentren und Hochleistungsrechner entwickelt wurden. Damit profitiert Infineon nicht direkt vom Bau der KI-Chips, sondern von der Infrastruktur dahinter. Genau dieser Bereich könnte in den kommenden Jahren erheblich an Bedeutung gewinnen.

Analysten bleiben zuversichtlich

Auch die Analysten sehen die Perspektiven positiv. Jefferies bestätigte zuletzt seine Kaufempfehlung und das Kursziel von 96 €. Analyst Janardan Menon verweist auf die weiterhin starke Halbleiternachfrage und zählt Infineon zu seinen Favoriten im europäischen Chipsektor.

Allerdings gibt es einen wichtigen Vorbehalt: Die Prognosen dürften kurzfristig kaum steigen. Menon rechnet im vierten Quartal sogar mit einem Zyklus-Peak. Damit könnte der Aktienkurs trotz guter operativer Perspektiven zwischenzeitlich unter Druck geraten.

Bewertung ist kein Schnäppchen

Genau hier liegt für mich der Haken. Infineon ist nach der Erholung keineswegs mehr günstig bewertet. Das für 2026 erwartete KGV liegt mit über 40 deutlich über dem einiger direkter Konkurrenten. STMicroelectronics und NXP kommen auf niedrigere Bewertungsmultiplikatoren von rund 20. Der Markt bezahlt bei Infineon also bereits einen Teil der erwarteten Erholung.

Gleichzeitig sinkt das Forward-KGV bei steigenden Gewinnen deutlich. Die entscheidende Frage lautet deshalb, ob Infineon die erwartete Ergebnisdynamik tatsächlich liefern kann. KI, Automotive, Industrie und Leistungshalbleiter bieten dafür mehrere Wachstumstreiber.

Charttechnik hellt sich auf

Charttechnisch gefällt mir die Entwicklung zunehmend besser. Nach dem steilen Anstieg bis Anfang Juni folgte eine scharfe Korrektur bis in den Bereich von 54 €. Dort bildete sich über mehrere Wochen ein Boden.

Mit dem Sprung über die 50-Tage-Linie und die Marke von 60 € scheint diese Bodenbildung nun bullisch aufgelöst zu werden. Die nächsten Hürden liegen bei 65,45 und 70 €. Auf der Unterseite sind die 200-Tage-Linie bei 55,47 € und die Zone um 54 € entscheidend.

ℹ️ Infineon Technologies AG in Kürze

  • Infineon (WKN: 623100) gehört zu den führenden internationalen Herstellern von Halbleitern. Die Schwerpunkte dabei liegen bei der Energieeffizienz, der Mobilität sowie der Sicherheit. Die Chips von Infineon finden sich in fast allen Geräten des modernen Lebens.
  • Hauptsitz des Unternehmens ist in Neubiberg bei München, daneben unterhält der Konzern weltweit Niederlassungen.
  • Infineon notiert in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50 und ist aktuell ca. 77,9 Milliarden € wert.

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Fazit

Ich sehe bei Infineon inzwischen wieder mehr Chancen als noch vor einigen Wochen. Die Thailand-Fabrik, der KI-bedingte Strombedarf und die Positionierung bei Leistungshalbleitern liefern der Story neue Impulse. Gleichzeitig bestätigt der Micron-Schub, dass der Halbleiterzyklus wieder deutlich interessanter wird.

Gleichzeitig ist die Aktie kein Schnäppchen mehr und muss die hohen Erwartungen weiterhin mit steigenden Gewinnen rechtfertigen. Trotzdem bin und bleibe ich insgesamt leicht bullisch für Infineon.

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