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Volkswagen-Aktie: Jetzt brechen alle Dämme!

Neues 16-Jahrestief
Heute Morgen ist das geschehen, wovor sich VW-Aktionäre seit Monaten gefürchtet haben. Die Volkswagen-Aktie durchbricht die Marke von 70 € nach unten und fällt damit auf den tiefsten Stand seit März 2016. Was steckt hinter diesem Dammbruch und ist der Sturz ins Bodenlose nun überhaupt noch aufzuhalten?

Der Vorstand zieht die Reißleine

Auslöser des erneuten Kursrückgangs der Volkswagen-Aktie ist die massive Verschärfung des Konflikts zwischen der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmerseite beim Autokonzern. Der Vorstand hat zur Wochenmitte zehn Tarifverträge zum 31. Dezember 2026 gekündigt.

Einer der wichtigsten darunter ist der sogenannte „Manteltarifvertrag“, der zentrale Vereinbarungen zu Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen und Zulagen umfasst. Für die über 100.000 Beschäftigten des Konzerns, die unter diese Verträge fallen, bedeutet das, das ab Anfang 2027 die Arbeitszeit erhöht oder Leistungen gekürzt werden können.

Eine andere Wahl hatte der VW-Vorstand angesichts der gewaltigen Kostendrucks, unter dem der Konzern steht, auch nicht. In einem Statement verwies Volkswagen-Personalvorstand Arne Meiswinkel denn auch auf die tiefgreifenden strukturellen Veränderungen in der der globalen Automobilbranche. Aus Sicht der Konzernführung reichen die bisher vereinbarten Einsparungen nicht aus, um Volkswagen zukunftssicher aufzustellen.

Die Gewerkschaft sieht das selbstverständlich ganz anders. Sie sprach von einem üblen Foul an der Belegschaft und einem schamlosen Versuch des Vorstands, in die Geldbeutel der Beschäftigten greifen zu wollen.

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Ein breiter Graben

Wie ich bereits in meinen letzten Analysen der Volkswagen-Aktie ankündigt habe, stehen die Zeichen auf Sturm bei den Wolfsburgern. Der Graben zwischen Vorstand und Gewerkschaft könnte kaum breiter sein.

Die IG Metall forderte erst kürzlich für 2027 eine Lohnerhöhung um 5%. Für den Vorstand ist das angesichts der wirtschaftlichen Lage von VW selbstverständlich eine völlig inakzeptable Forderung. Genauso inakzeptabel sind für die Gewerkschaft aber grundlegende Einschnitte bei den Tarifverträgen der Beschäftigten.

VW-Betriebsratschefin Cavallo rechnet mit heftigen Auseinandersetzungen zum Jahreswechsel. Ich muss ihr in dieser Einschätzung zustimmen.

Ein grauenhafter Tag

Es ist ein charttechnisch grauenhafter Tag für die Volkswagen-Aktie. Sie durchbricht heute Morgen ihr 16-Jahrestief bei knapp über 70 €.

Die nächste Unterstützung liegt erst bei rund 65 €. Es steht zu befürchten, dass der tiefe Fall der VW-Aktie sich bis dorthin fortsetzt.

Kriegt VW noch die Kurve?

Der Vorstand hat taktisch klug gehandelt und sich mit der Kündigung vieler Tarifverträge eine große Verhandlungsmasse für die anstehenden Verhandlungen mit der Gewerkschaft geschaffen. Das heißt aber noch lange nicht, dass er sich in allen Punkten durchsetzen wird.

Muss er aber — zumindest weitgehend, um VW endlich auch bei Elektroautos wettbewerbsfähig zu machen. Die Kosten sind immer noch viel zu hoch im Vergleich zum Wettbewerb aus China.

Dass das gelingt, bezweifelt die Börse. Das legt jedenfalls die jüngste Kursentwicklung nahe. Die Volkswagen-Aktie ist so günstig wie seit 16 Jahren nicht mehr.

Auch ich bin skeptisch, ob VW noch rechtzeitig die Kurve kriegt. Die ewigen Auseinandersetzungen mit der Gewerkschaft binden extrem viele Kapazitäten im Vorstand. Kapazitäten die die Unternehmensführung besser in die Zukunft des Konzerns investieren könnte.

VW muss kostenmäßig eine Vollbremsung hinkriegen. Ob das angesichts der Struktur des Konzerns überhaupt gelingen kann, ist fraglich.

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ℹ️ Volkswagen in Kürze

  • Die Volkswagen AG (WKN: 766403) mit Sitz in Wolfsburg ist der nach Umsatz größte und nach Absatz zweitgrößte Fahrzeughersteller der Welt. Zusätzlich zur Kernmarke Volkswagen ist die VW AG auch Muttergesellschaft zahlreicher weiterer Autohersteller, darunter Audi, Lamborghini, Porsche, Seat und Skoda.
  • Neben dem Pkw-Bereich gehört auch der Geschäftsbereich Nutzfahrzeuge mit den Unternehmen MAN und Scania zum VW-Konzern. Zudem bietet der Konzern zahlreiche Finanzdienstleistungen an, darunter Finanzierungen und Versicherungen.
  • Volkswagen ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und aktuell ca. 38,3 Milliarden € wert.

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Fazit

Ich rate Anlegern vor diesem Hintergrund, auch weiterhin die Finger von der Volkswagen-Aktie zu lassen. Sie ist fundamental und seit heute auch noch charttechnisch massiv angeschlagen.

Positiver Schwung könnte erst wieder bei einer schnellen und vernünftigen Einigung zwischen Vorstand und Gewerkschaft entstehen. Danach sieht es derzeit aber überhaupt nicht aus.