OMV-Aktie +30% seit Juni: Was ist jetzt ratsam?
Eskalation im Nahen Osten treibt Erdölpreise
Aus dem zunächst kurzfristig geplanten Angriff der USA auf den Iran entwickelte sich eine deutlich größere Risikolage im gesamten Nahen Osten. Die Friedensverhandlungen im Juni sorgten zunächst für eine Entspannung an den Energiemärkten, diese hielt jedoch nicht lange an.
Neue kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran, Angriffe der Huthi-Rebellen auf saudi-arabische Schiffe im Roten Meer sowie die Bombardierung einer Überlandpipeline in Saudi-Arabien führten anschließend zu einem deutlichen Anstieg der Preise für Erdöl und Gas.
Davon profitierte die gesamte Ölbranche – und damit auch der österreichische Energiekonzern OMV. In der Folge erreichte die Aktie mit 72,50 € ein neues Allzeithoch.
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Massive Ertragsverbesserung
Die Zahlen für das zweite Quartal waren maßgeblich von den deutlich gestiegenen Erdölpreisen geprägt. Im Frühjahr stieg der Ölpreis zeitweise auf Rekordniveaus von bis zu 110 US-Dollar je Barrel.
Der Umsatz von OMV erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 5,7 auf 8 Milliarden €. Der Anstieg resultierte dabei vor allem aus dem Energiesegment.
Noch deutlicher fiel die Verbesserung auf der Ergebnisseite aus. Das operative CCS-Ergebnis vor Sondereffekten stieg von rund 1 auf 1,7 Milliarden €. Einschließlich Sondereffekten in Höhe von 480 Millionen € erhöhte sich der Periodenüberschuss von 392 auf 615 Millionen €.
Sollten die Öl- und Gaspreise auf dem aktuell hohen Niveau bleiben, dürfte sich der positive Effekt auch im dritten Quartal bemerkbar machen.
Bewertung
Der starke Kursanstieg der vergangenen Monate steht in engem Zusammenhang mit den deutlich gestiegenen Energiepreisen. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, in welchem Umfang die übrigen Geschäftsbereiche von der aktuellen Situation profitieren.
Auch das Gemeinschaftsunternehmen von Borealis und Borouge mit Adnoc dürfte kurzfristig keinen vergleichbaren Ergebnisschub liefern. Im Chemiegeschäft wirken hohe Energiepreise vielmehr tendenziell belastend.
Sollte sich die Lage im Nahen Osten wieder entspannen, könnte der Risikoaufschlag beim Ölpreis entsprechend zurückgehen. Ein deutlicher Rückgang der Energiepreise würde damit auch den Rückenwind für die OMV-Aktie abschwächen.
ℹ️ OMV in Kürze
- OMV (WKN: 874341) ist ein integrierter Öl- und Gaskonzern in Österreich, der von der Förderung über die Weiterverarbeitung bis hin zum Verkauf seiner Produkte tätig ist. Der Konzern gliedert sich in die drei Segmente Energy, Fuels & Feedstock sowie Chemicals & Materials.
- Neben dem Hauptsitz in Wien unterhält der Konzern weltweit Produktionsstätten.
- Die Aktie ist neben der Wiener Börse auch bei Tradegate gelistet. Die Marktbewertung liegt bei 23,3 Milliarden €.
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Fazit
Ein Neueinstieg auf dem aktuellen Kursniveau erscheint aus meiner Sicht wenig attraktiv. Um die jüngste Kursdynamik fortzusetzen, müssten die Ölpreise dauerhaft auf einem sehr hohen Niveau bleiben oder die geopolitischen Risiken weiter zunehmen. Eine solche Entwicklung dürfte allerdings kaum im Interesse der beteiligten Staaten sein.
Anleger, die seit Juni bereits deutliche Kursgewinne erzielt haben, könnten deshalb zumindest über eine Teilgewinnmitnahme nachdenken.
Was weiterhin für die Aktie spricht, ist die hohe Dividendenrendite von aktuell rund 7,8%. Sollte sich die operative Ertragslage nachhaltig verbessern, besteht zudem die Möglichkeit, dass die Ausschüttung höher ausfallen könnte.
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