RWE-Aktie: Noch mehr Potenzial nach dem starken Lauf?
RWE greift bei Amprion noch einmal zu
RWE hat weitere 3% an M31 übernommen, der Beteiligungsgesellschaft hinter dem Übertragungsnetzbetreiber Amprion. Dadurch steigt der durchgerechnete Anteil an Amprion auf rund 58% und RWE wird Mehrheitseigner von M31.
Auf den ersten Blick wirken zusätzliche 3% nicht besonders spektakulär, für die Strategie von RWE passt der Schritt aber ziemlich gut. Amprion betreibt einen großen Teil des deutschen Höchstspannungsnetzes und muss in den kommenden Jahren massiv investieren, weil immer mehr Wind- und Solarstrom durchs Land transportiert werden muss.
Für RWE bringt das einen Bereich ins Geschäft, bei dem die Einnahmen deutlich planbarer sind als bei Strompreisen oder dem klassischen Energiehandel. Der Konzern verdient damit nicht nur an der Erzeugung von Strom, sondern zunehmend auch an der Infrastruktur dahinter.
Diese Mischung scheint an der Börse aktuell gut anzukommen. RWE legte gestern erneut deutlich zu und näherte sich damit wieder dem Bereich um 60 €. Im Jahresvergleich hat sich die Aktie bereits stark entwickelt, bleibt aber trotzdem noch unter den jüngsten Hochs.
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Analysten sehen noch deutlich höhere Kurse
Auch bei den Analysten ist die Stimmung weiterhin ziemlich positiv. Jefferies sieht 75 €, Goldman Sachs ebenfalls 75 €, Berenberg 72 €, Barclays ebenfalls 72 €. Deutsche Bank liegt mit 65 € etwas niedriger, Bernstein mit 57 € sogar unter dem aktuellen Kurs.
Jefferies hatte das Kursziel zuletzt unter anderem mit dem steigenden Strombedarf durch Rechenzentren begründet. Der Stromabnahmevertrag zwischen Google und Fortum wurde vom Analysten ausdrücklich als positives Signal für europäische Versorger wie RWE gewertet.
Das Thema wird für RWE immer größer. KI-Rechenzentren brauchen enorme Mengen Strom und gleichzeitig wollen die Betreiber möglichst langfristig planen. Für Versorger entstehen dadurch neue Stromabnahmeverträge, bei denen über viele Jahre feste Mengen verkauft werden können.
RWE sitzt hier ziemlich gut, weil der Konzern neben erneuerbaren Energien auch flexible Kraftwerke, Speicher und Netzbeteiligungen im Portfolio hat. Damit kann er Strom nicht nur erzeugen, sondern zunehmend auch liefern und absichern.
Die Aktie läuft stark, aber billig ist sie nicht mehr
Nach dem starken Anstieg der vergangenen Monate ist bei RWE inzwischen natürlich schon einiges im Kurs angekommen. Trotzdem sehen mehrere Analysten noch zweistelliges Potenzial, was auch daran liegt, dass die Gewinnentwicklung weiter stabil eingeschätzt wird.
Der Vorteil bei RWE ist momentan, dass mehrere Themen gleichzeitig helfen. Das Netzgeschäft wird größer, der Strombedarf durch Rechenzentren nimmt zu und neue Offshore-Wind-Projekte könnten in den kommenden Jahren zusätzliche Kapazitäten bringen.
Der Kurs muss diese Erwartungen jetzt aber auch weiter bestätigen. Nach dem starken Lauf wäre eine Pause jederzeit möglich, solange die operative Story aber weiter neue Impulse liefert, bleibt die Aktie im Markt gefragt.

RWE-Aktie
ℹ️ RWE in Kürze
- RWE (WKN: 703712) ist einer der führenden internationalen Energieproduzenten in Europa. Das Kerngeschäft ist die Stromerzeugung, wobei der Wandel hin zu erneuerbarer Stromerzeugung massiv vorangetrieben wird.
- Neben dem Hauptsitz in Essen unterhält der Konzern Niederlassungen in Europa den USA sowie in Asien.
- Die Aktie ist im DAX gelistet, die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei rund 45,46 Milliarden €.
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Fazit
RWE hat nach dem starken Lauf weiterhin mehrere Punkte auf seiner Seite. Der höhere Amprion-Anteil stärkt das planbare Netzgeschäft, während Rechenzentren, Offshore-Wind und der steigende Strombedarf zusätzliche Wachstumsfelder bringen. Auch bei den Analysten bleibt der Ton positiv. Mehrere Kursziele liegen noch über dem aktuellen Niveau und reichen bis 75 €. Nach der starken Bewegung der vergangenen Monate dürfte die Aktie zwar nicht einfach gerade weiterlaufen, fundamental gibt es aber weiterhin genug Gründe, warum RWE im Blick bleiben dürfte.