SAP-Aktie: Kommt jetzt der nächste Angriff auf 200 €?
Die Käufer sind nach dem Rücksetzer wieder da
SAP war Anfang September bereits bis auf rund 192 € gelaufen, bevor erstmal Gewinne mitgenommen wurden. Der anschließende Rücksetzer ging bis in den Bereich um 178 €, dort kamen aber recht schnell wieder Käufer rein. Inzwischen steht die Aktie wieder bei rund 186 €.
Damit hängt SAP jetzt erneut an einem Bereich, der zuletzt mehrfach gebremst hat. Kommt wieder etwas mehr Kaufdruck rein, wäre das September-Hoch um 192 € die nächste Marke. Darüber würde auch die 200-€-Marke wieder näher rücken.
Nach dem Lauf seit Ende Juli muss das aber nicht in wenigen Tagen passieren. SAP hat vom Tief aus bereits mehr als +40% aufgeholt und bewegt sich seit einigen Wochen eher in einer breiteren Seitwärtsphase. Solange die Rücksetzer dabei relativ früh aufgefangen werden, bleibt die Erholung aber erstmal intakt.
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SAP-Aktie auf TradingView
Sollte SAP noch einmal zurücksetzen, liegt zwischen 164 und 170 € eine ziemlich wichtige Unterstützungszone. Dort wurde über mehrere Monate viel gehandelt, bevor die Aktie im August nach oben ausgebrochen ist. Kommt der Kurs noch einmal in diesen Bereich zurück, könnte dort wieder mehr Kaufinteresse auftauchen und die Aktie einen neuen Anlauf nach oben starten.
Die KI-Debatte könnte SAP sogar in die Karten spielen
Bei vielen Chipwerten hat die neue Diskussion über KI-Sicherheit zuletzt für ordentlich Druck gesorgt. Anthropic-Chef Dario Amodei und andere bekannte Namen aus der Branche fordern mehr Kontrolle und teilweise auch ein langsameres Entwicklungstempo bei leistungsfähigen Modellen.
Für SAP ist das nicht zwangsläufig schlecht. Der Konzern verdient sein Geld nicht damit, immer größere Basismodelle zu trainieren, sondern versucht KI direkt in bestehende Unternehmensprozesse einzubauen. Dabei geht es um Daten, Buchhaltung, Lieferketten oder Personalprozesse, also Bereiche, in denen Unternehmen ohnehin stärker auf Kontrolle und nachvollziehbare Daten angewiesen sind.
Anfang September stellte SAP sein Industry-AI-Portfolio noch einmal breiter vor. Die Idee dahinter ist, KI nicht einfach als allgemeinen Chatbot über Unternehmensdaten zu legen, sondern branchenspezifische Daten, Regeln und Arbeitsabläufe direkt einzubeziehen.
Auch bei den eigenen KI-Fähigkeiten legt SAP weiter Geld auf den Tisch. Nach der Übernahme von Prior Labs sollen in den kommenden vier Jahren mehr als 1 Milliarde € in ein Frontier-AI-Labor für strukturierte Unternehmensdaten fließen. Gleichzeitig hat SAP mit Dremio und Reltio weitere Zukäufe gemacht, um SAP- und Fremddaten besser zusammenzubringen.
Beim Cloud-Geschäft läuft es weiterhin ordentlich
Die Basis bleibt bei SAP weiterhin das Cloud-Geschäft. Im zweiten Quartal stieg der Current Cloud Backlog um 27%, während die Cloud-Umsätze um 22% zulegten. SAP steckt gleichzeitig weiter viel Geld in Daten und KI. Die Übernahmen der vergangenen Monate bringen kurzfristig zusätzliche Kosten mit, weshalb der Ausblick für das operative Ergebnis im Juli etwas gesenkt wurde.
Dahinter steckt aber klar die Strategie, bei Unternehmensdaten, KI-Anwendungen und automatisierten Prozessen schneller voranzukommen. Bei den Analysten liegt die Mehrheit trotzdem weiter oberhalb des aktuellen Kurses. UBS sieht 201 €, Jefferies 210 €, Berenberg 205 € und Goldman Sachs 215 €. JPMorgan bleibt mit 175 € deutlich vorsichtiger.
ℹ️ SAP in Kürze
- Die SAP SE (WKN: 716460) gehört weltweit zu den größten Softwareunternehmen im Bereich der Unternehmenssteuerung. Für kleinere und mittelgroße Unternehmen bietet der Konzern Standardlösungen an, für größere Unternehmen gibt es individuelle Angebote.
- Der Hauptsitz des Konzerns ist im baden-württembergischen Walldorf, weltweit verfügt der IT-Konzern über zahlreiche Niederlassungen.
- Die Aktie des Unternehmens ist in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50 gelistet und wird an der Börse aktuell mit rund 218,43 Milliarden € bewertet.
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Fazit
SAP hat den Rücksetzer bis 178 € ziemlich schnell wieder aufgeholt und steht jetzt erneut knapp unter den Hochs der vergangenen Wochen. Läuft die Bewegung weiter, kommen 192 € und später auch 200 € wieder auf den Tisch. Nach unten gibt es mit der Zone um 164 bis 170 € noch einen größeren Puffer. Gleichzeitig passt die aktuelle KI-Debatte gar nicht so schlecht zur SAP-Story, weil Unternehmen bei immer leistungsfähigeren Modellen wahrscheinlich noch stärker auf saubere Daten, Kontrolle und feste Prozesse achten werden. Wenn SAP daraus tatsächlich mehr Geschäft macht, könnte auch der Kurs nach der starken Erholung noch einmal neuen Schub bekommen.