Deutsche Bank-Aktie: EZB-Zinserhöhung bringt Rückenwind
Höhere Zinsen können der Deutschen Bank direkt helfen
Die EZB hat am Donnerstag alle drei Leitzinsen um 25 Basispunkte angehoben. Der für Banken besonders wichtige Einlagenzins liegt damit jetzt bei 2,50%. Gleichzeitig macht die EZB ziemlich klar, warum sie wieder straffer wird. Die Inflation liegt weiter deutlich über dem Ziel, Energie ist teuer und für 2027 wurde die Inflationsprognose sogar nach oben angepasst.
Für die Deutsche Bank ist so ein Umfeld erstmal eher angenehm. Banken verdienen einen großen Teil ihres Geldes über die Differenz zwischen den Zinsen, die sie für Kredite verlangen, und dem, was sie selbst für Einlagen und Finanzierung zahlen. Wenn das allgemeine Zinsniveau steigt, kann sich diese Spanne wieder verbessern.
Dass das bei der Deutschen Bank bereits ziemlich gut funktioniert, sieht man an den letzten Zahlen. Im zweiten Quartal stieg der Nettozinsertrag um 19% auf 4,5 Milliarden €. Die gesamten Erträge legten um 9% auf 8,5 Milliarden € zu, während der Gewinn nach Steuern mit 1,9 Milliarden € sogar einen neuen Rekord für ein zweites Quartal erreichte.
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Der Markt rechnet inzwischen sogar mit noch mehr
Interessant wird es vor allem bei der Frage, ob die EZB nach dem gestrigen Schritt schon fertig ist. Danach sieht es aktuell nämlich nicht unbedingt aus. Goldman Sachs, Barclays und UBS rechnen inzwischen mit einer weiteren Erhöhung im Dezember, Citi sieht sogar im März 2027 nochmal einen möglichen Schritt. Am Markt wurde am Freitag zeitweise eine Wahrscheinlichkeit von rund 94% für eine weitere Zinserhöhung im Dezember eingepreist.
Auch die Deutsche Bank selbst hatte schon vor der Sitzung ihre Erwartung angepasst und sieht inzwischen 2,75% als wahrscheinlicheren Hochpunkt beim Einlagenzins. Bleibt der Ölpreis hoch und zieht die Inflation weiter an, könnte dieses Szenario ziemlich schnell Realität werden.
Für die Bank wäre das auf der Zinsseite weiter positiv. Ganz grenzenlos funktioniert die Rechnung aber natürlich nicht. Wenn Kredite immer teurer werden, fragen Unternehmen und Verbraucher irgendwann weniger davon nach. Gleichzeitig steigt das Risiko, dass bestehende Kredite schwieriger zurückgezahlt werden können. Ein bisschen höhere Zinsen sind für Banken also angenehm, zu viel davon kann irgendwann wieder anfangen zu nerven.
Analysten trauen der Aktie trotzdem noch einiges zu
Bei den Analysten liegt die Deutsche Bank weiterhin ziemlich gut im Rennen. JPMorgan hat das Kursziel erst Anfang September auf 41 € gesetzt, Warburg sieht 41,50 € und Goldman Sachs sogar 43,75 €. UBS liegt bei 37 €, RBC bei 36 €. Deutlich vorsichtiger sind Jefferies mit 33 € und Barclays mit 32 €.
Dazu kommt, dass die Bank inzwischen nicht mehr nur vom Zinsgeschäft lebt. Im zweiten Quartal legten die Erträge der Investmentbank um 19% zu, im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen lief es sogar auf Rekordniveau. Damit steht die Deutsche Bank heute breiter da als noch in früheren Zinszyklen.
ℹ️ Deutsche Bank in Kürze
- Die Deutsche Bank (WKN: 514000) ist die größte Bank in Deutschland und gehört zu den führenden Geldhäusern in Europa. Als Universalbank bietet sie alle üblichen Leistungen an.
- Neben dem Hauptsitz in Frankfurt unterhält die Bank an allen wichtigen Handelsplätzen Niederlassungen.
- Die Aktie ist im deutschen Leitindex DAX gelistet und der Börsenwert beträgt aktuell rund 65,6 Milliarden €.
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Fazit
Die neue EZB-Zinserhöhung spielt der Deutschen Bank erstmal in die Karten. 2,50% Einlagenzins und womöglich noch ein weiterer Schritt im Dezember könnten den Nettozinsertrag weiter stützen. Gleichzeitig laufen Investmentbank und Handelsgeschäft stark. Unangenehm würde es erst dann, wenn aus höheren Zinsen irgendwann deutlich weniger Kreditnachfrage und mehr Ausfälle werden. Aktuell überwiegt für die Bank aber noch klar die positive Seite.