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Hochtief-Aktie -7%: Schlusslicht im DAX

Verkäufer dominieren
Die Hochtief-Aktie erwischt am Donnerstag einen rabenschwarzen Handelstag und fällt mit zeitweise rund -7% ans DAX-Ende. Bereits Ende Juli hatte ich in meiner damaligen Analyse unterhalb von 442,40 € zunächst 414 € und anschließend 372,60 € als Abwärtsziele genannt. Nachdem die 414-€-Marke in der Vorwoche erstmals unterschritten wurde, verschärft sich der Verkaufsdruck nun deutlich. Mit aktuell rund 406 € wird aus der früheren Unterstützung zunehmend ein Widerstand und das nächste Ziel rückt näher.

Zinsdruck trifft auf Rekordauftragsbestand

Eine neue negative Unternehmensmeldung, die den heutigen Ausverkauf unmittelbar erklären würde, ist bislang nicht erkennbar. Stattdessen fällt der Kursrutsch in ein äußerst schwieriges Marktumfeld: Die EZB erhöhte heute den Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,5%, während die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen mit 3,482% den höchsten Stand seit 2011 erreichte. Gleichzeitig sprang Brent aufgrund der geopolitischen Spannungen auf rund 105 US$. Steigende Finanzierungskosten und neuer Inflationsdruck belasten insbesondere hoch bewertete und kapitalintensive Titel.

Der operative Newsflow liefert hingegen weiterhin wenig Anlass für Panik. Erst am Mittwoch erhielt die australische Tochter CPB Contractors einen neuen Autobahnauftrag über rund 250 Millionen AUD. Noch wichtiger bleibt das starke erste Halbjahr: Der operative Nettogewinn stieg um +35% auf 480 Millionen €, der Umsatz um +10% auf 20,1 Milliarden €. Der Auftragseingang legte währungsbereinigt um +25% auf 31,5 Milliarden € zu und der Auftragsbestand erreichte mit 84,8 Milliarden € einen neuen Rekord. Hochtief hob deshalb seine Gewinnprognose für 2026 bereits Ende Juli an.

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Zur Signallage

Quelle Chart: stock3

Das bereits Ende Juli vorbereitete Verkaufssignal entfaltet inzwischen seine Wirkung. Damals war unterhalb von 442,40 € zunächst 414 € als erstes Ziel genannt worden. Diese Marke wurde erreicht und ist nun ebenfalls gefallen. Solange Hochtief unter 414 € bleibt, favorisiere ich eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung bis 372,60 €. Eine kurzfristige Gegenreaktion zurück an 414 € wäre dabei jederzeit möglich, würde am angeschlagenen Gesamtbild aber zunächst wenig ändern.

Für eine nachhaltige Entspannung müssten die Käufer dagegen zunächst 414 € zurückerobern. Erst dann wäre eine größere Erholung in Richtung 441,80 € denkbar. Oberhalb dieser Marke würde sich das Bild weiter aufhellen und 461,22 € wieder in Reichweite rücken. Solange dieser Befreiungsschlag ausbleibt, bleiben die Verkäufer jedoch klar im Vorteil und Erholungen sind zunächst als Gegenbewegungen innerhalb der laufenden Korrektur zu betrachten.

ℹ️ Hochtief in Kürze

  • Hochtief (WKN: 607000) ist ein internationaler, führender Baukonzern. Neben dem klassischen Baugeschäft entwickelt der Konzern sich immer mehr zum Projekt-Unternehmen mit einem breiten Dienstleistungsgeschäft.
  • Neben dem Hauptsitz in Essen unterhält der Konzern weltweit Niederlassungen. Großaktionär mit 77,5% ist die spanische ACS-Gruppe.
  • Die Aktie ist im MDAX gelistet und wird aktuell mit rund 31,5 Milliarden € bewertet.

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Fazit

Die Hochtief-Aktie bestätigt mit dem heutigen Ausverkauf das bereits Ende Juli angekündigte Verkaufssignal. Unterhalb von 414 € bleibt 372,60 € für mich das nächste zentrale Ziel. Fundamental steht dem schwachen Chart zwar ein Rekordauftragsbestand gegenüber, aktuell dominieren jedoch Zinsdruck und Verkäufer. Erst eine nachhaltige Rückeroberung von 414 € würde die Lage wieder etwas entspannen.

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