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Rheinmetall bricht ein, Volkswagen erholt sich: DAX-Ausblick

Weiter über 26.000 Punkten
Der DAX hat eine volatile Woche hinter sich. Unter dem Strich büßte das größte deutsche Börsenbarometer gut 500 Punkte ein und schloss -1,97% tiefer mit 26.046 Punkten. Die höchsten Verluste gab es bei Siemens und Rheinmetall, Volkswagen war bester DAX-Wert. Wie geht es nun weiter?

Erst runter, dann rauf

Der DAX startete mit hohen Verlusten in die Woche und litt dabei unter neuen Zinssorgen und einer weiteren Eskalation im Krieg zwischen den USA und dem Iran. Auch der Start in den September brachte Abgaben mit sich und drückte den Index unter 26.000 Punkte. Erst am Donnerstag hellte sich die Stimmung wieder auf und sorgte für ein versöhnliches Ende in einer insgesamt sehr volatilen Handelswoche.

Anleger bleiben in der Defensive

In der kommenden Woche dürften vor allem Inflationsdaten, die EZB-Zinsentscheidung und die weitere Entwicklung der Ölpreise darüber entscheiden, ob die Kurse wieder Richtung Rekordhoch laufen – oder neue Gewinnmitnahmen einsetzen. Am Freitag behauptete sich der Index zwar über 26.000 Punkten, die Stimmung bleibt aber fragil.

Vor allem der Nahostkonflikt sorgt weiterhin für Unsicherheit. Die Ölpreise haben sich zuletzt auf hohem Niveau stabilisiert, nachdem Brent zeitweise über 97 US$ je Barrel gestiegen war. Aktuell notiert der Preis etwas über 95 US$. Sollte sich die Lage im Iran-Krieg weiter entspannen, könnte das den DAX über fallende Inflations- und Zinsängste zusätzlich stützen. Eine neue Eskalation könnte dagegen schnell wieder für Gegenwind sorgen.

Hinzu kommt die Saisonalität: Der September gilt traditionell als schwieriger Börsenmonat. Bislang zeigt sich der DAX allerdings widerstandsfähiger als erwartet.

Inflationsdaten rücken in den Fokus

Besonders gespannt dürften Anleger auf die USA blicken. Am Donnerstag stehen zunächst die Erzeugerpreise auf der Agenda, am Freitag folgen die Verbraucherpreise. Letztere könnten zum entscheidenden Impulsgeber werden.

Denn der zuletzt überraschend robuste US-Arbeitsmarktbericht hat die Diskussion über die Geldpolitik neu entfacht. Im August entstanden 162.000 neue Stellen – deutlich mehr als die erwarteten 55.000. Die Arbeitslosenquote blieb mit 4,14% nahezu unverändert. Damit zeigt sich die US-Konjunktur weiterhin erstaunlich robust.

Für die Fed wird die Inflationsentwicklung nun umso wichtiger. Bleibt der Preisdruck hoch, könnten die Zinserwartungen erneut steigen. Das wäre insbesondere für die zinssensiblen Aktienmärkte eine Belastung. Entsprechend dürften die US-Verbraucherpreise am Freitag auch für den DAX eine wichtige Richtungsentscheidung liefern.

EZB vor dem nächsten Zinsschritt

Bereits am Donnerstag richtet sich der Blick auf die Europäische Zentralbank. Eine Anhebung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte auf 2,5% gilt inzwischen als weitgehend eingepreist. Entscheidend wird deshalb weniger der Zinsschritt selbst als der Ausblick von EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

Die jüngsten Konjunkturdaten liefern der EZB durchaus Argumente für eine weitere Straffung. Gleichzeitig könnte ein zu aggressiver Kurs die gerade beginnende zyklische Erholung der Euro-Wirtschaft gefährden. Genau hier liegt der entscheidende Balanceakt.

Diese Daten stehen ebenfalls im Fokus

Schon am Montag kommen mit der deutschen Industrieproduktion für Juli und dem Sentix-Konjunkturindex wichtige Signale zur wirtschaftlichen Entwicklung. Der überraschend starke Anstieg der deutschen Industrieaufträge um 2,5% im Juli hatte zuletzt bereits für einen positiven Konjunkturimpuls gesorgt.

Unternehmenstermine spielen dagegen nur noch eine untergeordnete Rolle. Der Fokus liegt damit klar auf den Makrodaten und der Geldpolitik.

Siemens und Rheinmetall geben nach, Volkswagen zieht an

Hierzulande waren die Aktien von Siemens und Rheinmetall die schwächsten Performer mit einem Wochenminus von -5,93% bzw. -10,45%. Siemens litt unter Gewinnmitnahmen und der anhaltenden Schwäche bei Siemens Energy.

Bei Rheinmetall drückten Berichte über Verzögerungen bei zentralen Rüstungsprogrammen auf die Stimmung, was zu einem erneuten Rutsch unter die 50-Tage-Linie und die zuvor überwundene Abwärtstrendlinie führte. Auf der Unterseite rückt nun die 1.000-€-Marke wieder in den Fokus.

Deutlich besser lief es bei Volkswagen: Die Aktie des Wolfsburger Autokonzerns legte um gut +5% zu und konnte sich so etwas von den jüngsten Tiefs absetzen. Für Rückenwind sorgt die Einigung auf einen großangelegten Sparplan zum Konzernumbau.

Charttechnik: Rekordhoch bleibt in Reichweite

Der DAX ist nach dem Rekordhoch aus der Vorwoche wieder etwas zurückgekommen. Zeitweise fiel der Index unter die 26.000-Punkte-Marke zurück, zu einem nachhaltigen Bruch kam es jedoch nicht.

Noch vor Erreichen der 50-Tage-Linie drehte der Index am Donnerstag wieder nach oben und schloss oberhalb der charttechnisch und psychologisch bedeutenden runden Marke. Darauf aufbauend ging es auch am Freitag weiter hinauf.

Für den DAX wird die kommende Woche damit zur Bewährungsprobe. Hält der Index die Marke von 26.000 Punkten und entspannen sich Ölpreise sowie Zinssorgen, dürfte das Rekordhoch bei 26.618 Punkten schnell wieder ins Visier rücken. Fallen die 26.000 dagegen nachhaltig, könnten weitere Gewinnmitnahmen folgen.

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