VW-Vorzugsaktie: Ist jetzt der Weg nach oben frei?
Zukunftsplan 2030 einstimmig genehmigt
Im Vorfeld wurde zwischen dem Konzern, der Gewerkschaft und dem Betriebsrat sowie dem Land Niedersachsen als Miteigentümer intensiv über die Zukunft von VW gestritten. Auf der Aufsichtsratssitzung wurde das Zukunftskonzept schließlich einstimmig beschlossen.
Mit dem Zukunftsplan 2030 will der Konzern die Voraussetzungen schaffen, um die Wettbewerbsfähigkeit der VW-Gruppe zu stärken und profitabler zu werden. So soll die Umsatzrendite bis 2030 bei 9% liegen. Im ersten Halbjahr lag sie lediglich bei 3,8%.
Zu den Kernpunkten gehören der Abbau von Überkapazitäten, eine Reduzierung der Kosten durch Personalanpassungen sowie der deutliche Abbau nicht notwendiger Beteiligungen. Ziel des Konzerns ist es, die jährliche Produktionsmenge auf 9 Millionen Fahrzeuge zu reduzieren.
Bis 2035 soll die Zahl der Modelle um 50% sinken, während die Zahl der Modellvarianten sogar um 75% reduziert werden soll. Dadurch soll die Stückzahl je Modell steigen und gleichzeitig sollen die Produktionskosten sinken.
All das geht nicht ohne Personalanpassungen. Insgesamt sollen weltweit weitere 50.000 Stellen gestrichen werden – auch in der Führungsebene.
Das Aus für die Werke in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm wurde nicht beschlossen. Nach dem Auslaufen der derzeitigen Produktion sollen dort allerdings keine Folgebelegungen mehr erfolgen. Der Konzern prüft daher eine anderweitige Nutzung oder einen möglichen Verkauf der Standorte.
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Wettbewerbsfähige Modelle entwickeln
Der zweite wichtige Aspekt der Strategie beschäftigt sich mit der Entwicklung wettbewerbsfähiger Modelle.
Zukünftig sollen attraktivere Fahrzeuge mit moderner Software angeboten werden. Die Elektromobilität wird dabei ein zentraler Baustein sein. Gleichzeitig bleibt auch die Verbrennertechnologie ein Bestandteil des Konzerns.
Die neuen Modelle sollen zudem gezielt für die wichtigen Absatzmärkte Europa, USA und China weiterentwickelt werden.
CEO Oliver Blume zeigte sich insgesamt sehr zufrieden und erklärte:
Der Aufsichtsrat hat dem heute vorgelegten Zukunftsplan des Konzernvorstands einstimmig zugestimmt. Das ist ein starkes Signal für die Zukunft des Volkswagen Konzerns. Wir übernehmen Verantwortung für unser gesamtes Team, für unsere Partner und für Industriearbeitsplätze weltweit.
Bewertung
Es war sehr wichtig, dass der Aufsichtsrat zu einem einstimmigen Abstimmungsergebnis kam. Dafür mussten wahrscheinlich alle beteiligten Akteure Zugeständnisse machen.
Vorerst dürfte damit Ruhe in den Konzern einkehren. Jetzt gilt es, die einzelnen Maßnahmen konsequent umzusetzen.
Neben der Kostenseite kommt es vor allem darauf an, wettbewerbsfähige und innovative Modelle zu entwickeln. Diese bilden die Grundlage für die zukünftigen Gewinne.
Die einstimmige Genehmigung signalisiert den Marktteilnehmern, dass sich beim Konzern etwas in die richtige Richtung bewegt.
Mit einer kurzfristigen Verbesserung der Profitabilität ist allerdings zunächst nicht zu rechnen. Die Umsetzung der Maßnahmen dürfte erst einmal mit hohen einmaligen Kosten verbunden sein. Erst im Laufe der kommenden Jahre sollte sich die daraus resultierende Ertragssteigerung deutlicher zeigen.
ℹ️ VW in Kürze
- Die Volkswagen AG, kurz VW, (WKN: 766400) ist ein weltweit führender Hersteller von Automobilen und Nutzfahrzeugen mit einem Portfolio von zehn Automarken. Neben der Kernmarke VW gehören unter anderem Audi, Skoda, Seat, Bentley und Porsche zum Konzern.
- Neben dem Hauptsitz in Wolfsburg unterhält der Konzern weltweit Produktionsstätten.
- Die Marktkapitalisierung des Konzerns liegt aktuell bei etwa 44,5 Milliarden €.
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