Evotec-Aktie: Käufer sind zurück – aber reicht das?
Neue Krebs-Kooperation sorgt für etwas Rückenwind
Evotec arbeitet künftig mit Plectonic Biotech zusammen. Gemeinsam wollen beide Unternehmen einen neuen Ansatz gegen solide Tumoren testen. Dabei werden zwei eigene Technologien kombiniert, die T-Zellen gezielter gegen Krebszellen einsetzen sollen.
Noch ist das alles ziemlich früh. Es geht zunächst um präklinische Forschung und nicht um ein Medikament, das kurz vor der Zulassung steht. Trotzdem kommt die Meldung für Evotec zur richtigen Zeit. Nach Monaten mit Gewinnwarnungen, schwachen Zahlen und fallenden Kursen tut jede neue Partnerschaft gut.
Zumal es nicht die einzige Zusammenarbeit der vergangenen Wochen ist. Anfang August hatte Evotec bereits eine Kooperation mit Odyssey Therapeutics gestartet. Dort geht es um KI-gestützte Wirkstoffforschung im Bereich Autoimmun- und Entzündungserkrankungen. Das zeigt zumindest, dass Evotec weiterhin Partner für seine Plattformen findet. Jetzt muss daraus aber irgendwann auch wieder mehr Umsatz und Cashflow entstehen.
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Die Zahlen bleiben der wunde Punkt
Denn so interessant die Forschungsseite ist, bei den Zahlen sah es zuletzt ziemlich mau aus. Im ersten Halbjahr fiel der Umsatz um gut 19% auf 300,1 Millionen €. Beim bereinigten EBITDA stand ein Verlust von 42,7 Millionen €. Ein Jahr zuvor lag das Minus hier nur bei 1,9 Millionen €.
Noch unangenehmer war die gesenkte Prognose. Statt 700 bis 780 Millionen € Umsatz erwartet Evotec für 2026 nur noch 570 bis 610 Millionen €. Beim bereinigten EBITDA rechnet das Unternehmen inzwischen mit einem Verlust von 70 bis 105 Millionen €.
Ganz ohne Puffer ist Evotec aber nicht unterwegs. Ende des Halbjahres lagen noch rund 465,6 Millionen € Liquidität auf der Bilanz. Außerdem wurden einige Projekte und Meilensteinzahlungen lediglich nach hinten verschoben und könnten 2027 wieder auftauchen. Das hilft kurzfristig nur bedingt, verhindert aber zumindest, dass man die aktuelle Schwäche direkt mit einem strukturellen Kollaps gleichsetzen muss.
Chart und Analysten bleiben spannend
Beim Kurs sieht man ziemlich gut, wie tief das Vertrauen gefallen ist. Vom Hoch über 7 € ist Evotec weit entfernt, zuletzt pendelte die Aktie nur noch knapp über 3 €. Der Bereich um 3,20 bis 3,25 € war zuletzt so etwas wie die erste Auffangzone. Von dort kommt jetzt auch die Gegenbewegung. Ob daraus mehr wird, dürfte sich zunächst an 3,50 € zeigen. Kommt Evotec da sauber drüber, wäre zumindest wieder etwas mehr Luft nach oben da.

Evotec-Aktie
Bei den Analysten gehen die Meinungen stark auseinander. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 4,26 €. RBC ist mit 10 € sehr optimistisch, während andere Häuser deutlich vorsichtiger bleiben. Unterm Strich ist Evotec damit weiter eine Turnaround-Story. Die neue Kooperation ist positiv, aber noch kein Gamechanger. Spannend wird es erst dann, wenn die Partnerschaften wieder sichtbar in Umsatz und Ergebnis ankommen.
ℹ️ Evotec vorgestellt
- Evotec mit Sitz in Hamburg ist ein international tätiges Unternehmen im Bereich der pharmazeutischen Wirkstoffforschung.
- In Forschungs- und Entwicklungspartnerschaften mit Biotech-Unternehmen und Pharmakonzernen weltweit erforscht und entwickelt Evotec Wirkstoffkandidaten für Therapieansätze in verschiedensten medizinischen Richtungen.
- Evotec ist Mitglied im deutschen Nebenwerteindex MDAX und im Technologie-Index TecDAX und aktuell rund 576,8 Millionen € wert.
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Fazit
Die neue Kooperation ist ein gutes Signal und zeigt, dass Evotec bei seinen Forschungsplattformen weiter gefragt ist. Das eigentliche Problem bleibt aber die schwache finanzielle Entwicklung. Für eine echte Wende reichen ein paar neue Partnerschaften noch nicht. Wichtig wird, ob Evotec die Umsätze wieder hochbekommt und die Verluste Schritt für Schritt zurückfährt. Dann könnte die Aktie nach dem langen Absturz auch wieder interessanter werden.