Munich-Re: Rekordgewinn – doch dieser Ausblick bremst die Aktie aus
Gewinn übertrifft die Erwartungen
Die Munich Re hat im zweiten Quartal erneut ihre Ertragsstärke unter Beweis gestellt. Unter dem Strich verdiente der Rückversicherer – wie bereits vorab angekündigt – rund 2,2 Milliarden € und damit mehr als 6 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit lag der Konzern deutlich über den Erwartungen der Analysten, die im Durchschnitt mit einem Gewinn je Aktie von 14,28 € gerechnet hatten.
Für Rückenwind sorgten vor allem außergewöhnlich geringe Großschäden im Schaden- und Unfallgeschäft sowie ein starkes Kapitalanlageergebnis. Davon profitierten sowohl das Rückversicherungsgeschäft als auch der Gesamtkonzern.
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Preisdruck zwingt zum Rückzug
Doch trotz der starken Gewinnentwicklung gibt es einen Wermutstropfen. Vorstandschef Christoph Jurecka senkte die Umsatzprognose für das laufende Jahr.
Im Rückversicherungsgeschäft erwartet der Konzern nun nur noch 38 Milliarden € Umsatz statt der bislang angepeilten 40 Milliarden €. Für den Gesamtkonzern wurde die Erlösprognose von 64 Milliarden € auf 62 Milliarden € reduziert.
Hintergrund ist der zunehmende Preiswettbewerb bei der Vertragserneuerung im Juli. Bereinigt um Inflation und veränderte Risiken musste Munich Re Preisabschläge von 5,5 % akzeptieren. Das Unternehmen zog daraus Konsequenzen und reduzierte das Geschäftsvolumen um 9,1 %.
„Auf Geschäft, für das wir keine risikoadäquaten Preise erhalten, verzichten wir bewusst“, erklärte Jurecka.
An der Börse kamen die Zahlen dennoch nicht gut an. Die Munich-Re-Aktie verliert zeitweise rund 5 % und rutscht unter die psychologisch wichtige 500-Euro-Marke, während die Allianz-Papiere um 0,8 % nachgaben. Während bei der Allianz vor allem ein schwächer als erwartetes Wachstum im Schaden- und Unfallgeschäft belastete, sorgte bei Munich Re vor allem die gesenkte Umsatzprognose für Verunsicherung. JPMorgan-Analyst Kamran Hossain zeigte sich davon allerdings wenig überrascht. Die Anpassung sei im Markt bereits weitgehend erwartet worden und habe sich im Analystenkonsens bereits abgezeichnet.
Diese Strategie dürfte kurzfristig zwar auf den Umsatz drücken, langfristig aber die Profitabilität sichern. Munich Re bleibt damit ihrer seit Jahren konsequenten Zeichnungspolitik treu und verzichtet lieber auf Geschäft als auf angemessene Margen.
Jahresziel bleibt bestehen
Trotz der gesenkten Umsatzprognose hält das Management am Gewinnziel für das Gesamtjahr fest. Weiterhin peilt Munich Re einen Jahresüberschuss von 6,3 Milliarden € an.
Das unterstreicht die hohe Ertragskraft des Geschäftsmodells. Während viele Wettbewerber Marktanteile verteidigen wollen, stellt Munich Re konsequent die Profitabilität über Wachstum
ℹ️ Münchner Rück in Kürze
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Die Munich Re (WKN: 843002) mit Hauptsitz in München ist einer der weltweit führenden Rückversicherer und zählt zu den größten Versicherungsgruppen der Welt.
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Das Kerngeschäft des Konzerns umfasst die Rückversicherung in den Bereichen Schaden, Unfall, Leben und Gesundheit. Darüber hinaus ist Munich Re über ihre Erstversicherungstochter ERGO sowie im Bereich Spezialversicherungen und Risikolösungen aktiv.
- Die Munich Re ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und zählt zu den Schwergewichten der deutschen Börse. An der Börse ist der Konzern derzeit rund 64,6 Milliarden € wert.
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Fazit
Operativ liefert Munich Re einmal mehr ab. Der Gewinn liegt über den Erwartungen, Großschäden blieben erfreulich niedrig und auch das Kapitalanlagegeschäft entwickelt sich stark.
Die gesenkte Umsatzprognose dürfte die Euphorie der Anleger allerdings zunächst bremsen. Dass Munich Re bewusst auf margenschwaches Geschäft verzichtet, ist aus langfristiger Sicht zwar nachvollziehbar und spricht für die hohe Qualität des Managements. Kurzfristig dürfte der Preisdruck im Rückversicherungsgeschäft jedoch weiter auf der Stimmung lasten.
Für langfristig orientierte Anleger bleibt Munich Re eines der qualitativ hochwertigsten Unternehmen im europäischen Versicherungssektor. Nach der starken Kursentwicklung dürfte die Aktie allerdings zunächst eine Verschnaufpause einlegen. Bereits investierte Anleger bleiben dabei, für einen Neueinstieg erscheint etwas Geduld derzeit die bessere Strategie.
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