Uber-Aktie: Warum die Fahr-App stark unterschätzt wird
Das schlägt auf den Magen, wenn der Gewinn auf 1,3 Milliarden US$ schrumpft von ursprünglich 2,4 Milliarden im Vorjahr. Der zweite Schlag in die Magengrube ist der Umsatz, der um 11% zurückging. Gleichzeitig gibt Uber für das kommende Quartal eine höhere Gewinnspanne von 0,84 bis 0,88 $ je Aktie aus, was auf eine Verbesserung der Ertragslage hindeutet, den Anlegern aber nicht ausreicht. Ganz selbstverständlich straft die Börse die Aktie mit einem Kursrückgang von rund -4% ab.
Unter der Oberfläche
Blickt man allerdings auf die reinen Reinertragszahlen, zeigt sich, dass die grundlegende „Fahrlaune“ und die Nutzungsfrequenz unverändert hoch bleiben. Das Bruttobuchungsvolumen legte mehr als kräftig zu:
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Mobility & Delivery: Beide Segmente wuchsen bei den Buchungen kräftig (+20% bei Mobility, +25% bei Delivery).
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Nutzer- & Fahrerbasis: Uber verzeichnete ein neues Allzeithoch bei den monatlich aktiven Nutzern. Mit 208 Millionen Nutzern liegt der Wert deutlich über dem Vorquartal mit 199 Millionen. Zudem waren rekordverdächtige 10,2 Millionen Fahrer und Kuriere auf der Plattform aktiv.
- Uber for Business & Premium: Der Fokus der Firma liegt zunehmend mehr auf dem speziellen Firmenkonto-Portal, denn Geschäftskunden-Buchungen legten um über 40% zu. Produkte wie Uber Reserve (Die Funktion, Fahrten im Voraus zu reservieren) oder Uber Black (Premium-Segment für Oberklasse-Fahrzeuge) generieren pro Fahrt nahezu den vierfachen Deckungsbeitrag im Vergleich zum Standard-Fahrdienst UberX.
Der Burggraben
Ich sehe in Uber eine Aktie, die zunehmen mehr an Qualität gewinnt und gleichzeitig gerne mal in einen Topf mit anderen techlastigen Growth-Unternehmen, die mehr Geld verbrennen als verdienen, geworfen wird. Und sicherlich ist es so auch einerseits, wenn man auf den Bereich der Robotaxis bei Uber schaut. Da ist mehr Fantasie als Realität eingepreist. Doch lasst uns nicht vergessen, dass Uber nicht selbst die Autos herstellt. Es verkauft nur das, was es schon gibt und ist dadurch deutlich risikoärmer, als eine Autoaktie wie Lucid oder reine Forschungsunternehmen.
Mit über 208 Millionen monatlich aktiven Nutzern und 10,2 Millionen aktiven Fahrern und Kurieren verfügt Uber über eine echte planbare Umsatzbasis, bei der ich keinen Grund sehe, warum sie schrumpfen sollte. Im Gegenteil, durch strategische Übernahmen wie die geplante Delivery-Hero-Akquisition, werden es nur noch mehr Nutzer. Das führt zu höheren Einnahmechancen für Fahrer. Eine höhere Fahrerdichte verkürzt die Wartezeiten, was wiederum die Plattform attraktiver macht.
Drei noch spannendere Aktien mit einem unzerstörbaren Burggraben findest Du in in diesem Artikel.
Unterschätztes Ökosystem-Effekt
Der Eisberg ist noch größer als man denkt. Über das Abo-Modell Uber One hat der Konzern die 50-Millionen-Mitglieder-Marke geknackt. Abonnement-Kunden generieren bereits über die Hälfte der gesamten Bruttobuchungen und geben im Schnitt dreimal mehr aus als Nicht-Mitglieder. Durch die Bündelung von Rabatten für Fahrten, Essenslieferungen und Supermarkteinkäufe bindet Uber Kunden fest an sein Ökosystem.
Es soll eine App für mehr als nur Fahren oder nur Essen bestellen entstehen. Hier schraubt Uber ordentlich dran mit Ausgaben für Forschung & Entwicklung von 1,1 Milliarden US$, was über 18% mehr sind, als noch im Vorjahresquartal. Eine Blume braucht eben erst einmal viel Wasser, um zu wachsen.
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Die eine Hand wäscht die andere
Uber will autonomes Fahren integrieren und ausbauen. Aber noch mehr wollen es die Hersteller der Robotaxis: Waymo, Rivian, Lucid und Co. Uber ist für sie mit das wichtigste Tool zum Wachsen, denn autonomes Fahren ist die Zukunft, aber noch ist es nicht überall zugelassen und die Flotten sind nur über Uber ausgelastet.
Weder Technologiekonzerne wie Waymo noch Hardware-Hersteller besitzen die betriebliche Infrastruktur, Regulierungserfahrung oder weltweite Nachfrage-Aggregierung, um eigene Flotten profitabel auszulasten. Uber ist der Schlüssel zum Portal.
ℹ️ Uber Technologies in Kürze
- Uber ist eine globale Vermittlungsplattform für Fahrdienste mit Hauptsitz in San Francisco, Kalifornien (USA).
- Das Unternehmen ist weltweit in knapp 100 Ländern und über 10.000 Städten aktiv.
- Zudem setzt Uber zunehmend auf Bereiche wie Food-Delivery (jüngstes Übernahme-Angebot für Delivery Hero im Juli 2026) und autonomes Fahren durch Partnerschaften mit Waymo, WeRide, Avride, Rivian und Lucid).
- Uber ist im US-Leitindex S&P 500 vertreten und mit rund 146,5 Milliarden US$ bewertet.
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Fazit
Keine Frage, Uber ist in vielerlei Hinsicht eine Aktie, die mehr Aufmerksamkeit verdient und viel zu skeptisch betrachtet wird. Ein Forward-KGV von rund 20 für ein Unternehmen, das den operativen Gewinn mit Raten von 20 bis 30% pro Jahr steigert und Milliarden an freiem Cashflow generiert, gilt in der Tech- und Plattformbranche als keineswegs überhitzt. Daher ist Uber ein Kaufkandidat in meinen Augen.
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