SpaceX-Aktie: Trotz Rekordzahlen fällt die Aktie – warum?
Starlink und KI treiben den Umsatz nach oben
SpaceX erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 7,8 Milliarden US$. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Wachstum von 92%. Analysten hatten im Schnitt nur mit rund 6,9 Milliarden US$ gerechnet. Auch beim Ergebnis schnitt das Unternehmen besser ab. Der Verlust lag bei 0,09 US$ je Aktie, während am Markt mit einem Minus von 0,26 US$ gerechnet worden war. Unter dem Strich blieb ein Nettoverlust von rund 541 Millionen US$. Den größten Umsatzbeitrag lieferte Starlink. Der Geschäftsbereich rund um Satelliteninternet und weitere Verbindungslösungen setzte 4,29 Milliarden US$ um und wuchs damit um 66%. Die Zahl der Starlink-Kunden verdoppelte sich innerhalb eines Jahres von 6 auf rund 12 Millionen. Mehr Geschäft mit Unternehmen und staatlichen Kunden trug ebenfalls zum Wachstum bei.
Ganz ohne Schwächen war die Entwicklung nicht. Der durchschnittliche Umsatz pro Starlink-Kunde fiel von rund 85 auf 66 US$. Ursache dafür sind die Expansion in günstigere Auslandsmärkte und niedrigere Tarife. SpaceX gewinnt also viele neue Kunden, verdient im Durchschnitt aber weniger an jedem einzelnen Anschluss. Überraschend stark entwickelte sich auch das KI-Geschäft, zu dem xAI und Grok gehören. Der Umsatz stieg auf rund 2,56 Milliarden US$ und damit um fast 250%. Cloud-Verträge für die Rechenzentren Colossus und Colossus 2 brachten allein 1,6 Milliarden US$ zusätzliche Einnahmen. Der operative Verlust der KI-Sparte sank dadurch auf rund 1,3 Milliarden US$. Auf bereinigter EBITDA-Basis schrieb der Bereich erstmals schwarze Zahlen.
Das klassische Raumfahrtgeschäft blieb deutlich kleiner. Mit Raketenstarts, Regierungsaufträgen und weiteren Raumfahrtprojekten erzielte SpaceX rund 962 Millionen US$, 29% mehr als im Vorjahr. Die Entwicklung von Starship verursacht weiterhin hohe Kosten, während Starlink bereits den Großteil des Umsatzes und der operativen Gewinne erwirtschaftet.
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Der Ausblick ist groß, die Investitionen sind noch größer
Der wichtigste Kritikpunkt waren die Investitionen. SpaceX gab im Quartal rund 18,3 Milliarden US$ für neue Anlagen und Infrastruktur aus. Davon entfielen etwa 15,8 Milliarden US$ auf Rechenzentren und KI-Kapazitäten. Analysten hatten mit deutlich weniger gerechnet. Die verfügbare Rechenleistung stieg dadurch auf 1,4 Gigawatt und hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdreifacht. Elon Musk hält an diesem Tempo fest. SpaceX rechnet damit, im kommenden Jahr einen erheblichen Anteil der verfügbaren Nvidia-Grafikprozessoren zu erhalten. Die neue Partnerschaft mit Nvidia soll den weiteren Ausbau der KI-Infrastruktur absichern. Für Anleger bleibt jedoch die Frage, wie schnell sich diese enormen Ausgaben in nachhaltige Gewinne verwandeln.
Beim Umsatz stellte Musk sehr große Ziele in Aussicht. Bis Dezember soll SpaceX auf einen jährlichen Umsatz hochgerechnet rund 100 Milliarden US$ erreichen. Für 2030 nennt Musk inzwischen sogar 1 Billion US$ Jahresumsatz und hält dieses Ziel unter günstigen Bedingungen bereits 2029 für möglich. Die aktuellen Erwartungen der Wall Street liegen für 2030 allerdings deutlich darunter.
Starlink soll einen großen Teil dieses Wachstums liefern. SpaceX plant, innerhalb eines Jahres mindestens 1.000 Satelliten der neuen V3-Generation zu starten. Sie sollen eine höhere Leistung bieten und den Ausbau direkter Mobilfunkverbindungen ermöglichen. Damit könnte Starlink künftig stärker mit klassischen Telekommunikationskonzernen konkurrieren. Auch bei Starship machte das Management konkrete Aussagen. Noch im August soll die Wiederverwendbarkeit weiter getestet werden. SpaceX arbeitet darauf hin, Raketenstufen künftig regelmäßig zurückzuholen und erneut einzusetzen. Für die geplanten Mondmissionen mit der NASA bleibt Starship ebenfalls ein zentraler Baustein.
Zusätzlichen Druck bringt das Auslaufen einer Haltefrist. In dieser Woche werden rund 911 Millionen bislang gesperrte Aktien für den Handel freigegeben. Dadurch könnten frühe Investoren und Mitarbeiter Aktien verkaufen. Diese zusätzliche Angebotsmenge erklärt zumindest einen Teil der schwachen Kursreaktion, obwohl die operativen Zahlen besser als erwartet ausgefallen sind.
ℹ️ Space Exploration Technologies Corp. in Kürze
- SpaceX ist ein führendes privates Raumfahrtunternehmen mit dem Ziel, die Raumfahrt durch kostengünstige Raketen zu revolutionieren. Mittlerweile sind viele Raketenteile wiederverwendbar, somit wurde die Raumfahrt wesentlich preiswertet.
- Das Unternehmen wurde 2002 von Elon Musk gegründet und entwickelte sich zu einem der führenden Weltraumunternehmen der Welt. Der Konzern gliedert sich in die Sparten Raumfahrt, und Satelliten, verbunden mit Starlink sowie neuerdings in die KI-Sparte xAI.
- Die Aktie wird an der Nasdaq gelistet. Der Unternehmenswert liegt bei etwa 1,66 Billionen US$.
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Fazit
SpaceX hat beim Umsatz, beim Verlust je Aktie und vor allem bei Starlink klar überzeugt. Auch das KI-Geschäft bringt bereits deutlich mehr Einnahmen als viele Anleger erwartet hatten. Die Zweifel liegen nicht beim Wachstum, sondern beim Preis dafür. SpaceX investiert innerhalb eines Quartals ein Vielfaches seines Umsatzes und verbindet diese Ausgaben mit Zielen, die selbst für ein Unternehmen von Elon Musk außergewöhnlich hoch sind. Die Zahlen zeigen, dass hinter der großen Zukunftsgeschichte bereits ein schnell wachsendes Geschäft steht. Sie zeigen aber auch, wie viel Kapital nötig ist, um Starlink, Starship und die KI-Infrastruktur parallel auszubauen. Deshalb reagierte die Aktie trotz des starken Quartals negativ. Der Markt will nach dem Umsatzwachstum zunehmend sehen, wann daraus dauerhaft höhere Gewinne und freie Mittel entstehen.