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Micron-Aktie: Nach dem -40%-Crash jetzt wieder ein Kauf?

Kurse stabilisieren sich
Die Micron-Aktie hat in den letzten Wochen aufgrund der starken Korrekturen im KI- und Speichersektor deutlich an Wert eingebüßt. In der Spitze ging es um mehr als -40% nach unten. Doch die letzten Tage machen Hoffnung auf eine Trendwende: Am Donnerstag kam es zu einem starken Bounce um mehr als +18% und auch der Start in die neue Woche sieht durchaus vielversprechend aus. Übernehmen die Bullen nun wieder das Kommando?

Warum die Aktie so massiv unter Druck geriet

Operativ gab es für den heftigen Kursrückgang keinerlei Gründe. Vielmehr traf Micron eine Kombination aus Gewinnmitnahmen nach der außergewöhnlichen Rallye, Sorgen über eine mögliche Überbewertung des KI-Sektors und zunehmender Nervosität hinsichtlich des Speicherzyklus.

Für zusätzlichen Gegenwind sorgte der Börsengang des chinesischen DRAM-Herstellers ChangXin Memory Technologies (CXMT). Das Unternehmen legte am ersten Handelstag zeitweise um mehr als +500% zu und rückte damit schlagartig als potenzieller Wettbewerber in den Fokus. Gleichzeitig kursieren Berichte über den Bau einer zweiten Fabrik sowie technologische Fortschritte chinesischer Hersteller. Anleger befürchten deshalb, dass zusätzliche Kapazitäten mittelfristig auf die Preise für klassischen DRAM-Speicher drücken könnten.

Hinzu kamen Spekulationen, der aktuelle Preiszyklus bei Speicherchips könnte sich seinem Höhepunkt nähern. Nach der Rekordrallye wurden diese Unsicherheiten zum willkommenen Anlass für umfangreiche Gewinnmitnahmen im gesamten Speichersektor.

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Operatives Geschäft läuft auf Hochtouren

Gleichzeitig zeichnet die fundamentale Entwicklung bei Micron ein komplett anderes Bild. Im dritten Geschäftsquartal 2026 vervierfachte sich der Umsatz auf 41,46 Milliarden US$, während der bereinigte Gewinn je Aktie auf 25,11 US$ explodierte. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum lag Letzterer noch bei 1,91 US$. bei Für das laufende Quartal stellt das Management Erlöse von rund 50 Milliarden US$ sowie eine außergewöhnlich hohe Bruttomarge von rund 86% in Aussicht. Von einer sich abschwächenden Geschäftsdynamik kann also keinesfalls die Rede sein.

Besonders wichtig ist dabei die hohe Visibilität. Langfristige Lieferverträge mit einem Volumen von rund 100 Milliarden US$ sichern einen erheblichen Teil der Produktion bereits bis 2030 ab. Gleichzeitig gilt die Produktion von High-Bandwidth-Memory (HBM) für KI-Anwendungen bis weit in das Jahr 2027 hinein als praktisch ausverkauft. Solange Hyperscaler ihre Milliardeninvestitionen in KI-Rechenzentren fortsetzen, dürfte die Nachfrage hoch bleiben, und genau darauf deuten die Zahlen von Microsoft, Google, Amazon, Meta und Co. auch hin.

Analysten bleiben klar auf der Käuferseite

Trotz der jüngsten Turbulenzen halten die meisten Analysten daher auch an ihrer positiven Einschätzung fest. Kaufempfehlungen dominieren das Bild, Verkaufsempfehlungen sucht man praktisch vergeblich. Je nach Datenanbieter bewegen sich die durchschnittlichen Kursziele zwischen rund 1.300 und 1.570 US$, einzelne Analysten wie Susquehanna trauen der Aktie sogar Kurse von 2.000 US$ zu.

Als größtes Risiko nennen viele Experten weniger das operative Geschäft als vielmehr die typische Zyklik des Speichermarktes. Sollten neue Kapazitäten – etwa durch CXMT – schneller als erwartet auf den Markt kommen oder die KI-Investitionen nachlassen, könnten Margen und Speicherpreise wieder unter Druck geraten. Aktuell deutet jedoch wenig darauf hin.

Bewertung und Chart senden interessante Signale

Gerade die Bewertung spricht derzeit für Micron. Mit einem erwarteten KGV von lediglich rund 5,8 wird der KI-Profiteur deutlich günstiger gehandelt als die meisten großen Halbleiterunternehmen. Der Markt preist damit bereits ein, dass der aktuelle Gewinnboom nicht dauerhaft anhalten wird, meiner Meinung nach sprechen die Fundamentals aber klar für Micron.

Charttechnisch hat sich die Lage zuletzt ebenfalls spürbar verbessert. Die Aktie drehte knapp oberhalb der 100-Tage-Linie wieder nach oben, wobei auch die Marke von 800 US$ als wichtige horizontale Unterstützung verteidigt werden konnte.

Im Fokus steht nun die 21-Tage-Linie bei knapp 908 US$. Gelingt der Ausbruch darüber, würde die Aktie zugleich den kurzfristigen Abwärtskanal nach oben verlassen und die Formation in eine bullische Flagge verwandeln. Damit könnte sich das Momentum wieder klar auf die Käuferseite verlagern und das Rekordhoch bei 1.255 US$ rasch wieder ins Blickfeld rücken.

ℹ️ Micron in Kürze

  • Micron Technology (WKN: 869020) ist ein US-amerikanischer Halbleiterkonzern mit Sitz in Boise (Idaho), der sich auf Speicherchips und Datenspeicherlösungen spezialisiert hat.

  • Das Unternehmen produziert vor allem DRAM- und NAND-Speicherchips, die in Rechenzentren, KI-Systemen, Smartphones und Computern eingesetzt werden.

  • Die Micron-Aktie ist an der NASDAQ gelistet und Bestandteil wichtiger US-Indizes wie NASDAQ-100 und S&P 500.

  • Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 937 Milliarden US$, womit Micron zu den größten Halbleiterunternehmen weltweit zählt.

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Fazit

Die jüngste Korrektur war in erster Linie von Sorgen um den Speicherzyklus und die wachsende Konkurrenz aus China geprägt – nicht von einer Verschlechterung der operativen Entwicklung. Im Gegenteil: Micron profitiert weiterhin von einer außergewöhnlich starken Nachfrage nach KI-Speicher, rekordhohen Margen und langfristig abgesicherten Umsätzen. Hinzu kommt eine für einen KI-Profiteur extrem günstige Bewertung.

Kurzfristig dürfte die hohe Volatilität zwar bestehen bleiben. Für langfristig orientierte Anleger erhöht sie aber zugleich das Renditepotenzial, sofern sich die fundamentale Stärke des Unternehmens in den kommenden Quartalen bestätigt, wovon ich ausgehe.

Hier sei angemerkt: Während sich viele auf Tech-Aktien konzentrieren, übersehen sie solide Dividendenzahler mit Aufwärtspotenzial. Diese Analyse beleuchtet zehn unterschätzte Kandidaten für das neue Jahr.