Bayer-Aktie: Ist hier viel Positives bereits eingepreist?
Operativ auf gutem Weg
Bayer sieht sich nach den Zahlen zum zweiten Quartal operativ auf Kurs. Dabei geht es nicht nur um die Geschäftsentwicklung, sondern auch um die schrittweise Eindämmung der Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten.
Die außergewöhnlich starke Entwicklung des ersten Quartals konnte zwar nicht vollständig fortgesetzt werden, dennoch verbesserten sich Umsatz und Ergebnis gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Der Konzernumsatz stieg währungsbereinigt um 2,2% auf 10,9 Milliarden €. Den größten Wachstumsbeitrag lieferte erneut die Sparte Crop Science, deren Umsatz um 3,5% auf 4,9 Milliarden € zulegte. Die Bereiche Pharmaceuticals und Consumer Health verzeichneten dagegen lediglich moderate Zuwächse.
Das bereinigte EBITDA erhöhte sich um 1,9% auf 2,1 Milliarden €. Den größten Ergebnisbeitrag lieferte ebenfalls das Agrargeschäft mit rund 0,9 Milliarden €. Consumer Health musste hingegen aufgrund gestiegener Beschaffungskosten einen EBITDA-Rückgang von 16% hinnehmen.
Unter dem Strich gelang Bayer die Rückkehr in die Gewinnzone. Aus einem Vorjahresverlust von 199 Millionen € wurde ein Nettogewinn von 219 Millionen €. Der Free Cashflow blieb mit -371 Millionen € allerdings aufgrund weiterer Vergleichszahlungen im Zusammenhang mit den US-Rechtsstreitigkeiten negativ.
Im ersten Halbjahr erhöhte sich der Umsatz um 3,3% auf 24,3 Milliarden €, während das bereinigte EBITDA um 6,6% auf 6,6 Milliarden € zulegte.
Insgesamt präsentiert sich Bayer operativ stabiler als noch vor einem Jahr.
Vorstandschef Bill Anderson erklärte:
Operativ sind wir auf einem guten Weg, unsere Jahresziele zu erreichen. Insgesamt sind wir mit unserer Strategie zur Eindämmung der Rechtsstreitigkeiten gut vorangekommen, wir haben aber noch wichtige Meilensteine vor uns.
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Jahresprognose leicht angehoben
Auf Basis der bisherigen Geschäftsentwicklung erhöhte Bayer seine Jahresprognose leicht.
Beim Umsatz erwartet der Konzern nun 44,7 bis 46,7 Milliarden € statt bislang 44,5 bis 46,5 Milliarden €. Das bereinigte Konzernergebnis soll 4,2 bis 4,7 Milliarden € erreichen, nachdem zuvor 4,1 bis 4,6 Milliarden € in Aussicht gestellt worden waren.
Für das zweite Halbjahr setzt das Management damit eine weitere Ergebnisverbesserung voraus.
Positiv wirkt sich zudem die Beteiligung eines Finanzinvestors in Höhe von 3 Milliarden € an einer ausgelagerten Tochtergesellschaft aus. Dadurch soll die Nettoverschuldung von bislang 32 bis 33 Milliarden € auf 29 bis 30 Milliarden € sinken.
Bewertung
Operativ bewegt sich Bayer Schritt für Schritt in die richtige Richtung. Die Restrukturierung unter CEO Bill Anderson zeigt zunehmend Wirkung, auch wenn der Konzern noch einen längeren Weg vor sich hat.
Positiv ist außerdem, dass sich die rechtliche Situation rund um die Glyphosat-Klagen zuletzt etwas verbessert hat. Das Urteil des US Supreme Court stärkt die Position von Bayer in Teilen der laufenden Verfahren. Dennoch bleibt die endgültige Lösung der Rechtsstreitigkeiten ein bedeutender Unsicherheitsfaktor.
Nach der jüngsten Kurserholung dürfte allerdings bereits ein Teil der positiven Entwicklungen im Aktienkurs berücksichtigt sein. Für eine nachhaltige Neubewertung werden weitere operative Fortschritte und insbesondere eine dauerhafte Lösung der Rechtsstreitigkeiten entscheidend sein.
ℹ️ Bayer in Kürze
- Die Bayer AG ist einer der weltgrößten Chemie- und Pharmakonzerne. Der Konzern ist in drei Geschäftsbereiche untergliedert: Pharmaceuticals (rezeptpflichtige Arzneimittel), Consumer Health (rezeptfreie Medikamente) und Crop Science (Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung).
- Bayer hat seine Konzernzentrale in Leverkusen und unterhält weltweit Niederlassungen.
- Das Unternehmen ist im DAX gelistet. An der Börse wird es aktuell mit 48,3 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Bayer macht unter der neuen Unternehmensführung operative Fortschritte und verbessert Schritt für Schritt seine Finanzkennzahlen. Gleichzeitig bleiben die Glyphosat-Klagen sowie die Wachstumsperspektiven der Pharmasparte die größten Herausforderungen.
Kurzfristig halte ich daher eine Seitwärtsbewegung mit erhöhter Volatilität für das wahrscheinlichste Szenario. Hier ist bereits viel Positives eingepreist
Für langfristig orientierte Anleger kann die Aktie weiterhin interessant sein. Wer heute neu einsteigt, sollte jedoch Geduld mitbringen. Bei dem derzeitigen Kursniveau finden sich attraktivere Chancen in anderen DAX-Titeln.
Ergänzend dazu: Mitglieder des auf Biotech-Aktien spezialisierten No Brainer Club kommen derzeit aus dem Feiern nicht mehr raus. Du möchtest das Mastermind hinter den NBC-Empfehlungen kennenlernen? Dann sichere Dir jetzt den kostenlosen Newsletter von Biotech-Profi Maximilian Ruth.