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SAP zieht an, Adidas stürzt ab: DAX-Ausblick

Rekordhoch zum Greifen nah
Der DAX nähert sich wieder seinem Rekordhoch. In der vergangenen Handelswoche legte das größte deutsche Börsenbarometer unter dem Strich mehr als 500 Punkte zu und schloss +2,12% höher mit 25.632 Punkten. Die höchsten Verluste verzeichneten die Papiere von Infineon und MTU Aero Engines, Brenntag war bester DAX-Wert. So könnte es weitergehen.

Die Bullen geben den Ton an

Der DAX startete schwungvoll in die Woche und profitierte dabei vor allem von einer Feuerpause zwischen dem Iran und den USA im Nahostkonflikt. Auch am Dienstag konnte der Markt zulegen, ehe es am Mittwoch zu einem leichten Abschwung kam. Am Donnerstag kehrten die Käufer zurück und trieben den Index am Freitag ganz dicht an die bisherige Bestmarke heran.

Geht die Rekordjagd weiter?

Der DAX geht mit Rückenwind in die neue Handelswoche. Nach einer starken Berichtssaison und einer wieder aufgeflammten KI-Euphorie hat sich der deutsche Leitindex bis auf wenige Punkte an sein Rekordhoch herangeschoben. Vor allem die überzeugenden Quartalszahlen der US-Technologiekonzerne Microsoft und Amazon haben die zuletzt aufgekommenen Zweifel an den milliardenschweren Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) vorerst zerstreut. Doch reicht das aus, um den Sprung auf neue Höchststände zu schaffen? Die kommenden Tage dürften darüber entscheiden.

Die Stimmung an den Aktienmärkten hat sich zuletzt wieder aufgehellt. Nachdem der Technologiesektor im Juli zwischenzeitlich kräftig unter Druck geraten war, sorgten die starken Geschäftszahlen von Microsoft und Amazon für einen Stimmungsumschwung. Die Botschaft der Unternehmen ist klar: KI-Investitionen führen zunehmend zu messbarem Umsatz- und Gewinnwachstum. Genau darauf hatten Investoren gewartet.

Davon profitiert auch der DAX. Die wieder gestiegene Risikobereitschaft, sinkende Ölpreise und eine überwiegend überzeugende Berichtssaison haben den Leitindex wieder in Schlagdistanz zu seinem Rekordhoch gebracht. Gleichzeitig bleibt das Umfeld fragil. Der Krieg zwischen der USA und dem Iran sowie die Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank sorgen weiterhin für erhöhte Nervosität.

Marktbeobachter sprechen deshalb von einer Gratwanderung zwischen Gewinnoptimismus und Risikobewusstsein. Solange die Unternehmenszahlen überzeugen, dürften geopolitische Belastungsfaktoren zwar in den Hintergrund treten – verschwunden sind sie jedoch keineswegs.

DAX-Unternehmen liefern im Wochentakt Zahlen

Im Mittelpunkt steht in den kommenden Tagen die Berichtssaison. Rund die Hälfte der DAX-Unternehmen öffnet ihre Bücher und dürfte den Takt für den Gesamtmarkt vorgeben.

Bereits am Dienstag berichten Bayer, Continental, Fresenius Medical Care und Zalando über ihre Quartalsergebnisse. Am Mittwoch folgen mit Fresenius, DHL Group, Siemens Energy, Vonovia, Infineon und Beiersdorf gleich mehrere Schwergewichte aus unterschiedlichen Branchen.

Der Donnerstag bringt mit den Zahlen von Commerzbank, Deutsche Telekom, Merck KGaA und Siemens weitere Höhepunkte der Berichtssaison. Zum Wochenausklang stehen am Freitag schließlich die Quartalsberichte von Allianz, Daimler Truck und Munich Re auf der Agenda.

Nach den bislang überwiegend positiven Unternehmenszahlen dürfte jede größere Überraschung unmittelbare Auswirkungen auf die Stimmung im DAX haben.

Konjunkturdaten könnten zusätzliche Impulse liefern

Neben den Unternehmensberichten rücken auch wichtige Konjunkturdaten in den Fokus. Besonders aufmerksam werden Anleger auf die Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Eurozone blicken. Sie dürften zeigen, ob sich die wirtschaftliche Erholung zu Beginn des dritten Quartals fortsetzt.

Zusätzlich stehen deutsche Produktions- und Auftragseingangsdaten auf dem Programm. Sie liefern wichtige Hinweise darauf, ob sich die zuletzt verbesserte Stimmung inzwischen auch in der Realwirtschaft widerspiegelt.

International richtet sich der Blick vor allem auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Die Daten gelten als einer der wichtigsten Einflussfaktoren für die Geldpolitik der US-Notenbank. Ein überraschend robuster Arbeitsmarkt könnte Zinssenkungshoffnungen dämpfen und damit erneut Druck auf die Aktienmärkte ausüben.

SAP und Rheinmetall legen zu, Adidas schmiert ab

Hierzulande waren die Aktien von SAP und Rheinmetall die Top-Performer mit einem Wochenplus von +12,47% bzw. +9,87%. SAP zehrte weiter von den positiv aufgenommenen Quartalszahlen aus der Vorwoche und der allgemeinen Erholung im Softwaresektor.

Rheinmetall profitierte von guten Zahlen, einem Gewinnsprung und neuen Aufträgen. Entscheidend wird aber nun sein, ob die Aktie beim mittelfristigen Abwärtstrend seit Mitte Januar wieder nach unten abprallt oder es zu einem erfolgreichen Ausbruch kommt.

Weniger gut lief es für die Aktie von Adidas, die mit einem Minus von -8,18 % ans DAX-Ende rutschte. Grund waren die vorgelegten Quartalszahlen. Zwar wies der Sportartikelhersteller einen neuen Umsatzrekord aus und erfuhr einen Schub durch die Fußball-Weltmeisterschaft, die hohen Werbeausgaben (Marketing) verhagelten den Anlegern aber die Stimmung.

Charttechnik: Rekordhoch bleibt in Reichweite

Der DAX hat sich in der abgelaufenen Handelswoche wieder ganz dicht an das Rekordhoch von Anfang Juli bei 25.900 Punkten herangeschoben. Am Freitag ging es im Tagesverlauf bis auf 25.891 Punkte nach oben.

Der Grundstein dafür wurde bereits am Montag mit dem Sprung über die kurzfristig bedeutende 21-Tage-Linie gelegt. Zu Beginn der neuen Woche dürfte damit das Rekordhoch gleich im Fokus stehen. Wird es überwunden, wäre ein Folgeanstieg Richtung 26.000 Punkte möglich.

Fällt der Index zurück unter die 21-Tage-Linie, muss mit einem weiteren Test der 50-Tage-Linie und der knapp darunter verlaufenden 25.000-Punkte-Marke gerechnet werden.

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Fazit

Der DAX startet damit in eine richtungsweisende Woche. Fundamentale Unterstützung erhält der Markt weiterhin von einer bislang überzeugenden Berichtssaison und der Rückkehr des Optimismus rund um das KI-Thema. Gleichzeitig bleiben geopolitische Risiken und geldpolitische Unsicherheiten potenzielle Störfaktoren, auch wenn US-Präsident Trump am Wochenende wieder mal einen Deal mit dem Iran in Aussicht gestellt hat.

Sollten die anstehenden Unternehmenszahlen den positiven Trend bestätigen und die Konjunkturdaten keine größeren Enttäuschungen liefern, stehen die Chancen gut, dass der DAX einen neuen Angriff auf sein Rekordhoch startet. Der Weg nach oben ist allerdings schmal – und angesichts der hohen Bewertungen dürfte sich der Markt auch in den kommenden Tagen keine größeren Fehltritte erlauben.

Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.