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Schneider Electric-Aktie: Es durstet nach mehr Strom!

(Noch) jede Zahl wert?
Die Sorgen und Skepsis wächst, aber Schneider Electric beweist, dass die Sorgen zu Unrecht sind. Jeder stellt sich mittlerweile bei KI-Schaufelverkäufer die Frage, wie viel Rechenzentren-Fantasie im Kurs eigentlich schon eingepreist ist. Die Antwort von heute: offenbar noch nicht genug, denn die Aktie sprang trotz ambitionierter Bewertung um über +6% nach oben nach Meldung der Ergebnisse. Außerdem steht ein neuer Zukauf im Raum und das könnte das Geschäft nochmals ankurbeln, oder?

Rund, Runder, Schneider Electric

Ob der Markt gerade schlichtweg irrational ist, Angst hat, und deswegen alle Tech-Aktien abstraft? Denn andere Aktien laufen ja. Auch Schneider Electric läuft als Energiemanager für Rechenzentren. Im ersten Halbjahr 2026 steigerte der Franzose den Umsatz organisch um unfassbare 14% auf 21,2 Milliarden €. Der Konzerngewinn sprang sogar um ganze 30% auf 2,5 Milliarden €. Im zweiten Quartal allein wuchs der Umsatz organisch um 16,5% auf 11,46 Milliarden € und damit deutlich über den Erwartungen des Marktes.

Als Reaktion hob der Konzern seine Jahresziele für 2026 bereits zum wiederholten Mal an: Das organische Umsatzwachstum soll nun bei bis zu 13% liegen statt zuvor bis zu 10%, das EBITA-Wachstum bei 14 bis 19% statt zuvor bis zu 15%. CFO Nathan Fast betonte, man habe ein Rekordhalbjahr abgeliefert, getragen vom Rechenzentren-Wachstum, aber mit Zuwächsen in allen Regionen und allen vier Endmärkten.

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Der Rechenzentren-Hebel

Der Schwerpunkt des Rechenzentren-Geschäfts liegt weiterhin in Nordamerika, doch die Nachfrage aus Südostasien zieht spürbar an – ein Hinweis darauf, dass sich der KI-Infrastrukturausbau geografisch verbreitert, statt sich auf die USA zu konzentrieren. Damit dürfte Schneider Electric neue Umsatzmärkte erschließen.

Der Auftragsbestand von Schneider lag zuletzt bei 25,4 Milliarden €, ein Plus von 18% gegenüber dem Vorjahr, wovon der Großteil (21,3 Milliarden €) auf das Energie-Management-Segment entfällt, zu dem auch die Rechenzentren-Sparte zählt.

Shelly-Übernahme

Parallel bestätigte die Shelly Group gestern erst vorläufige Gespräche mit Schneider Electric über ein mögliches Übernahmeangebot zu rund 70 € je Aktie, was das bulgarisch-deutsche im SDAX gelistete Smart-Home-Unternehmen mit etwa 1,3 Milliarden € bewerten würde.

Strategisch ergänzt ein solcher Zukauf das organische Wachstum um ein margenstarkes IoT- und Smart-Building-Geschäft und würde Schneiders Positionierung im vernetzten Zuhause gegenüber einem hart umkämpften Markt deutlich stärken.

Bewertung und Ausblick: Wachstumsstory mit wenig Sicherheitsmarge

Mit einer Marktkapitalisierung von zuletzt über 144 Milliarden € und einem KGV von 35, das bereits vor den heutigen Zahlen als ambitioniert galt, bewegt sich Schneider Electric in einem Bewertungsbereich, der wenig Puffer für Enttäuschungen lässt, aber die liefert Schneider auch nicht.

Die Firma ist damit zwar abhängig von der Frage, wie lange der weltweite Investitionszyklus in KI-Rechenzentren anhält, doch das ist nicht Schneiders Kern. Bei dem Unternehmen geht es um das Management von Strom mithilfe von schauen Systemen. Daher ist es fast schon egal, ob der Ausbau neuer Rechenzentren sich verringert. Neue Rechenzentren würden das Geschäft in seinem Wachstum zwar stützen, aber wenn das entfällt, bleibt das Wachstum nicht aus und kann durch Preiserhöhungen oder Effizienz weiter wachsen.

ℹ️ Schneider Electric in Kürze

  • Schneider Electric ist ein ein weltweit führender französischer Technologiekonzern mit Sitz in Rueil-Malmaison bei Paris, Frankreich.
  • Es betreibt digitales Energiemanagement und Automatisierung in Gebäuden, Rechenzentren, Infrastruktur und der Industrie. Schneider Electric gilt als wichtiger „Schaufelverkäufer“ im KI-Boom, da das Unternehmen die nötige Strom- und Kühlungsinfrastruktur liefert.
  • Schneider Electric ist im EURO STOXX 50 gelistet und an der Börse derzeit rund 142 Milliarden € wert.

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Fazit


Für mich sind die Q2-Ergebnisse von Schneider Electric nur eine weitere Bestätigung des anhaltenden KI-Booms und der Beweis, dass es nicht nur Amerika gibt, sondern Asien erst jetzt in die volle Ausschöpfung eintritt. Da ist also noch durchaus was zu holen. Die hohe Bewertung verlangt aber Geduld und sieht für mich selbst bei Rücksetzern nicht wie eine Kaufgelegenheit aus.

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