Vonovia-Aktie: Bricht der Abwärtstrend?
Veveus soll neues Geschäft erschließen
Abseits des schwachen Charts treibt Vonovia seine strategische Neuausrichtung weiter voran. Erst gestern stellte der Konzern auf der Expo Real die neue Marke Veveus vor, unter der Investment-, Asset-, Property- und Facility-Management für institutionelle Eigentümer gebündelt werden. Rund 75.000 Wohnungen verwaltet Vonovia bereits heute für Dritte. Bis 2028 sollen sämtliche Aktivitäten außerhalb des klassischen Vermietungsgeschäfts 20 bis 25% zum Adjusted EBITDA Total beitragen. Damit versucht der Konzern zunehmend, seine bestehende Plattform auch ohne zusätzliche Immobilienkäufe zu monetarisieren.
Genau diese Entwicklung hatte mein Kollege Vincent Uhr bereits in der Vorwoche unter „Daraus könnte ein neues Geschäftsmodell entstehen“ thematisiert. Damals ging es um das mögliche Mandat des schwedischen Pensionsfonds Alecta für ein Immobilienportfolio von rund 10 Milliarden €. Bestätigt ist dieses Mandat bislang nicht, doch die Einführung von Veveus macht deutlich, dass Vonovia das kapitalärmere Drittgeschäft unabhängig davon systematisch ausbauen möchte. Das Kerngeschäft bleibt zugleich robust: Der EPRA NTA lag Ende Juni bei 46,22 € je Aktie und damit weiterhin weit oberhalb des aktuellen Börsenkurses.
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Die Signallage

Quelle Chart: stock3
Kurzfristig versucht Vonovia derzeit tatsächlich, die seit August fallende Abwärtstrendlinie zu überwinden. Daraus sollte allerdings noch keine Trendwende abgeleitet werden. Zunächst wartet bei 17,49 € der erste Widerstand, darüber bleibt 17,83 € für mich die entscheidende Marke und zugleich das maximale Ziel einer zunächst rein technischen Erholung. Gerade dort dürfte sich erneut zeigen, ob die Verkäufer zurückkehren. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über 17,83 € würde das Bild etwas stärker aufhellen und eine größere Gegenbewegung in Richtung 19,61 beziehungsweise 20,02 € ermöglichen. Auch dann wäre der übergeordnete Abwärtstrend allerdings noch keineswegs gebrochen.
Auf der Unterseite bleibt 16,90 € deshalb der wichtigere Trigger. Wird diese Marke nochmals nachhaltig unterschritten, könnte die aktuelle Stabilisierung sehr schnell wieder kippen. Dann würde sich das zuletzt präferierte Abwärtsszenario erneut aktivieren und die Zielzone um 15,36 € unmittelbar in den Fokus rücken. Entsprechend bleibt die Ausgangslage trotz des kleinen Erholungsversuchs fragil: Bis 17,83 € ist ein Konter möglich, unter 16,90 € droht dagegen direkt die nächste Verkaufswelle.
ℹ️ Vonovia in Kürze
- Vonovia (WKN: A1ML7J) mit Sitz in Bochum verwaltet und vermietet Wohnungen in Deutschland, Österreich und Schweden.
- Durch die Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen im Jahr 2021 ist das Unternehmen zum größten Immobilienkonzern Europas avanciert, mit ca. 550.000 Wohneinheiten.
- Vonovia ist Mitglied im DAX und aktuell rund 14,45 Milliarden € wert.
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Fazit
Vonovia versucht sich derzeit an einem Bruch des kurzfristigen Abwärtstrends, doch für Euphorie besteht kein Anlass. Selbst bei weiter steigenden Kursen sehe ich zunächst maximal Potenzial bis 17,83 €. Dort dürfte sich entscheiden, ob der Abwärtstrend lediglich kurz unterbrochen wurde. Fällt dagegen 16,90 € erneut, bleibt 15,36 € mein nächstes Ziel. Erst oberhalb von 17,83 und später 20,02 € würde sich das angeschlagene Chartbild wirklich stärker aufhellen.
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