Volkswagen-Aktie: Ein Silberstreif am Horizon oder der Anfang vom Ende?
Katastrophale Absatzentwicklung
Von einem Silberstreif am Horizont kann keineswegs die Rede sein. Die zum Wochenauftakt von den Wolfsburgern vorgestellten Absatzzahlen für das dritte Quartal 2026 fielen katastrophal schlecht aus.
Insgesamt verkaufte Volkswagen von Juli bis September 1,89 Millionen Fahrzeuge, das sind -14,3% weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Hauptverantwortlich für den massiven Absatzrückgang im abgelaufenen Vierteljahr war der chinesische Markt. Hier brach der VW-Absatz um -38,5% im Jahresvergleich ein.
Aber auch in den beiden anderen Kernmärkten Nordamerika und Westeuropa verbuchten die Wolfsburger Absatzrückgänge in Höhe von 5,8 bzw. 2,8%. Lediglich in Osteuropa konnte VW ein leichtes Absatzwachstum generieren.
Ebenso fatal ist die Entwicklung von Volkswagen auf Markenebene. Die beiden Kernmargen VW und Audi mussten Absatzverluste in Höhe von ca. 20% hinnehmen. Lediglich die Tochter Skoda konnte ihren Absatz stabil halten.
In den ersten neun Monaten des Jahres ging der Absatz des Volkswagen-Konzerns damit um 9% gegenüber dem Vorjahr zurück. Einziger Lichtblick: Die Nachfrage nach vollelektrischen und Plug-in-Hybrid-Modellen ist in Europa hoch. Rund 40% des europäischen Auftragsbestands entfallen inzwischen auf E-Autos.
Du willst bei Volkswagen und der Autobranche auf der Höhe der Zeit bleiben? Dann abonniere gleich hier unseren kostenlosen SD Insider Newsletter!
Ausführliche Chartanalyse
Eine ausführliche Chartanalyse findet ihr bei meinem Kollegen Christian Kämmerer
China ist verloren
An der Absatzentwicklung von Volkswagen gibt es überhaupt nichts schönzureden. Sie ist und bleibt eine mittelschwere Katastrophe. In China muss man zweifellos von einer Vollkatastrophe sprechen. Die jüngsten Verkaufszahlen zeigen, dass VW auf dem größten Automarkt der Welt absolut nicht mehr wettbewerbsfähig ist.
Ich glaube nicht, dass dem deutschen Autokonzern in China noch einmal eine Aufholjagd gelingen wird. Zu groß ist der Wettbewerb durch heimische Hersteller und zu schwach ist inzwischen die technologische Position von VW.
Im Gegensatz zu den großen chinesischen Autokonzernen hat Volkswagen zu wenig Batterie-Knowhow und auch die Entwicklung von autonomen Fahrfunktionen in einer Allianz mit Bosch wurde eingestellt. VW muss die Kerntechnologie batterieelektrischer Autos zukaufen, weil dem Konzern inzwischen das Geld für Eigenentwicklungen fehlt — eine fatale Entwicklung.
Europa auch?
Nun hängt die Zukunft von Volkswagen also an Europa. Der deutsche Traditionskonzern muss in den kommenden Quartalen beweisen, dass er seinen Marktanteil in Deutschland und Europa erfolgreich gegen die chinesischen Eindringlinge halten kann.
Ich fürchte, das wird nicht gelingen. Zwar wird VW hierzulande auch zukünftig zu den ganz großen der Autobranche zählen, aber die Marktanteile der Vergangenheit werden in Zukunft nicht mehr möglich sein.
Der bekannte deutsche Ökonomon Moritz Schularick sieht eine Pleite des Volkswagen-Konzerns inzwischen nicht mehr als ausgeschlossen. Bereits vor einem Jahr sagte Schularick, dass VW wahrscheinlich durch einen chinesischen Autobauer übernommen werde.
Du interessierst Dich für attraktivere Dividendentitel wie die VW-Aktie? Dann schau mal in unseren kostenlosen Report Top 10 Dividenden Picks 2026!
ℹ️ Volkswagen in Kürze
- Die Volkswagen AG (WKN: 766403) mit Sitz in Wolfsburg ist der nach Umsatz größte und nach Absatz zweitgrößte Fahrzeughersteller der Welt. Zusätzlich zur Kernmarke Volkswagen ist die VW AG auch Muttergesellschaft zahlreicher weiterer Autohersteller, darunter Audi, Lamborghini, Porsche, Seat und Skoda.
- Neben dem Pkw-Bereich gehört auch der Geschäftsbereich Nutzfahrzeuge mit den Unternehmen MAN und Scania zum VW-Konzern. Zudem bietet der Konzern zahlreiche Finanzdienstleistungen an, darunter Finanzierungen und Versicherungen.
- Volkswagen ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und aktuell ca. 35 Milliarden € wert.
Volkswagen kaufen, halten oder verkaufen? Unsere Experten-Redaktion berichtet regelmäßig über Volkswagen und informiert Dich in Echtzeit, wenn Handlungsbedarf besteht. Aktiviere dafür einfach unseren kostenlosen Aktien-Alarm und sichere Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung.
Volkswagen weiterverfolgen – jetzt kostenlosen Aktien-Alarm aktivieren »
Fazit
Ich sehe für die Volkswagen-Aktie keinen Silberstreif am Horizont, aber ich würde auch nicht so weit gehen, bereits den Anfang vom Ende des deutschen Traditionsautobauers auszurufen. Fest steht für mich, dass VW in Zukunft deutlich kleinere Brötchen backen wird.
Die Zeiten, in denen die Wolfsburger weit über 8 Millionen Fahrzeuge pro Jahr verkaufen, sind meiner Meinung nach definitiv vorbei. Das bedeutet, dass sich der Konzern drastisch verkleinern muss. Ob das schnell genug gelingt, wird die spannende Frage der kommenden Monate.