Tesla-Aktie: Zahlen reißen neue Zweifel auf
Rekordumsatz, aber klarer Gewinnrückstand
Tesla steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 26% auf 28,24 Milliarden US$. Analysten hatten lediglich mit rund 26,4 Milliarden US$ gerechnet. Das klassische Fahrzeuggeschäft entwickelte sich ebenfalls besser als erwartet. Die Automobilumsätze stiegen auf 20,52 Milliarden US$. Beim Gewinn fiel das Ergebnis deutlich schwächer aus. Bereinigt verdiente Tesla 0,33 US$ je Aktie, während der Markt je nach Konsens mit 0,50 bis 0,53 US$ gerechnet hatte. Der Nettogewinn lag bei 1,11 Milliarden US$ beziehungsweise 0,32 US$ je Aktie.
Noch deutlicher fiel die Enttäuschung bei der Bruttomarge aus. Diese lag bei 16,8%, erwartet worden waren rund 19,4%. Tesla konnte die Verkäufe damit zwar deutlich steigern, verdiente an den ausgelieferten Fahrzeugen aber weniger als erhofft. Das war bereits vor den Zahlen die große Sorge. Ein großer Teil des ausgewiesenen Gewinns stammt zudem aus einem nicht realisierten Wertzuwachs der SpaceX-Beteiligung. Ohne diesen Effekt wäre das Ergebnis deutlich schwächer ausgefallen.
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Hohe Investitionen belasten den Gewinn
Tesla steckt aktuell enorme Summen in neue Produktionslinien, KI-Rechenleistung, Robotaxis und Optimus. Die Investitionen lagen im zweiten Quartal bei 5,79 Milliarden US$ und damit 142% über dem Vorjahreswert. Gleichzeitig stiegen die Forschungs- und Entwicklungsausgaben um 49% auf 2,37 Milliarden US$.
Für das Gesamtjahr erwartet Tesla inzwischen Investitionen von mehr als 25 Milliarden US$. Finanzvorstand Vaibhav Taneja stellte zudem klar, dass die Ausgaben auch in den kommenden zwei bis drei Jahren weiter steigen sollen. Tesla baut damit gleichzeitig Produktionskapazitäten für Cybercab, Semi und Optimus auf und erweitert seine KI-Infrastruktur.
Das ist langfristig Teil der Wachstumsstrategie. Kurzfristig drückt es jedoch auf den Free Cashflow und die Gewinne. Anleger müssen Tesla deshalb immer stärker danach bewerten, ob aus den hohen Ausgaben tatsächlich ein skalierbares Geschäft mit Robotaxis und Robotern entsteht.
Robotaxi wächst langsamer als viele erwartet hatten
Tesla betreibt seinen Robotaxi-Dienst inzwischen in sieben US-Metropolregionen. Neu hinzugekommen sind unter anderem Orlando und Tampa. Wie viele Fahrzeuge tatsächlich eingesetzt werden und wie viele Fahrten bereits vollständig ohne Sicherheitsfahrer stattfinden, sagte das Unternehmen jedoch nicht.
Elon Musk blieb beim weiteren Ausbau vorsichtig. Tesla wolle das System intensiv testen und die Flotte nicht zu schnell ausweiten. Diese Zurückhaltung kam am Markt nicht gut an. Die aktuelle Bewertung basiert zu einem großen Teil auf der Erwartung, dass Tesla Robotaxis schnell in vielen Städten einsetzt und daraus hohe wiederkehrende Umsätze erzielt.
Beim Cybercab hat die Produktion bereits begonnen. Tesla verfügt nach eigenen Angaben über eine installierte Jahreskapazität von 125.000 Fahrzeugen. Das bedeutet jedoch nicht, dass aktuell bereits in dieser Größenordnung produziert wird. Erste Testfahrten mit Mitarbeitern laufen auf dem Gelände der Gigafactory in Texas.
Auch beim Optimus-Roboter blieb Tesla bei konkreten Stückzahlen zurückhaltend. Die ersten Modelle aus Fremont sollen zunächst intern eingesetzt werden, um Daten für das Training der Systeme zu sammeln. Eine größere kommerzielle Produktion wird weiterhin erst im weiteren Jahresverlauf erwartet.
FSD und Energiespeicher entwickeln sich stark
Neben dem schwachen Gewinn gab es auch mehrere positive Entwicklungen. Die Zahl der aktiven FSD-Abonnements stieg im Jahresvergleich um 56% auf 1,48 Millionen. In Nordamerika wurde FSD bei mehr als 55% der neu ausgelieferten Fahrzeuge gebucht.
Auch das Energiegeschäft legte wieder zu. Der Umsatz mit Energieerzeugung und Batteriespeichern stieg um 13% auf 3,14 Milliarden US$. Bereits Anfang Juli hatte Tesla Speicherinstallationen von 13,5 Gigawattstunden gemeldet.
Damit wird das Geschäft mit Batteriespeichern für Tesla zunehmend wichtiger. Es wächst schneller als das Fahrzeuggeschäft und erzielt teilweise höhere Margen. Noch reicht die Sparte aber nicht aus, um den Ergebnisdruck im Autogeschäft und die hohen Investitionen auszugleichen.
ℹ️ Tesla in Kürze
- Der 2003 gegründete US-Autohersteller mit Hauptsitz in Austin im US-Bundesstaat Texas ist derzeit der weltweit zweitgrößte Hersteller von Elektroautos. Neben Fahrzeugen stellt Tesla (WKN: A1CX3T) auch Batteriespeicher und Photovoltaikanlagen her.
- Die Fahrzeuge und teilweise auch die Batterien werden in Gigafactories genannten Großfabriken produziert. Derzeit betreibt Tesla Gigafactories in den USA, Deutschland und China.
- Tesla ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500. Der Unternehmenswert liegt aktuell bei rund 1,4 Billionen US$.
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Fazit
Tesla hat beim Umsatz überzeugt, beim Gewinn und bei den Margen aber enttäuscht. Zudem steigen die Ausgaben für Robotaxi, Optimus und KI weiter deutlich an. Der nachbörsliche Rückgang von -4,4% ist daher nachvollziehbar. Für eine stärkere Erholung braucht Tesla entweder bessere Margen oder klarere Fortschritte bei den Zukunftsprojekten.