stock.adobe.com

S&P 500: 33 Prozent Plus unter Trump – was Anleger vor den US-Midterms wissen müssen

Hält die Rallye an?
Redaktion
Der US-Aktienmarkt steht rund zweieinhalb Jahre nach Donald Trumps Wiederwahl deutlich höher als unmittelbar nach der Wahl. Der S&P 500 hat seit dem 5. November 2024 über 33 Prozent zugelegt – trotz zwischenzeitlicher Turbulenzen durch die US-Zollpolitik und den Krieg mit Iran. Mit Blick auf die bevorstehenden Kongresswahlen stellt sich für Anleger daher die Frage, ob der Ausgang der Midterms erneut zum entscheidenden Börsenfaktor werden könnte. Vieles spricht dafür, dass die langfristige Entwicklung der Unternehmen wichtiger bleibt als die politische Kräfteverteilung in Washington.

Ein starker Aktienmarkt ist kein Wahlbarometer

Die kräftige Entwicklung des S&P 500 könnte auf den ersten Blick den Eindruck erwecken, die Börse habe Trumps wirtschaftspolitischen Kurs eindeutig bestätigt. Doch ein Blick in die Geschichte mahnt zur Vorsicht. Während Trumps erster Amtszeit legte der S&P 500 insgesamt 81,3 Prozent zu – die viertbeste Entwicklung während einer vierjährigen US-Präsidentschaft seit 1980. Dennoch verlor Trump die Präsidentschaftswahl 2020.

Auch andere historische Beispiele zeigen, dass eine starke Börsenentwicklung keineswegs automatisch die politische Partei des amtierenden Präsidenten belohnt. Sowohl während der Präsidentschaft Bill Clintons als auch in der ersten Amtszeit Barack Obamas entwickelten sich die Aktienmärkte ausgesprochen gut, ohne dass dies deren Parteien vor den jeweiligen Midterm-Wahlen vor Sitzverlusten bewahrte. Für Anleger bedeutet das: Aus der bisherigen Stärke des Aktienmarktes lässt sich nur schwer ableiten, welche Partei im November die Mehrheit im Kongress erringen wird.

Politische Unsicherheit könnte kurzfristig für Schwankungen sorgen

Deutlich relevanter als die Frage, welche Partei am Ende gewinnt, dürfte für die Börse der Grad der Unsicherheit während des Wahlkampfs und nach dem Wahltag sein. Die Märkte reagieren traditionell empfindlich auf schwer kalkulierbare politische Entwicklungen. Zeichnet sich in den kommenden Wochen eine klare Mehrheit für eine Partei ab, könnte dies die Unsicherheit begrenzen und die Aktienmärkte vergleichsweise ruhig halten.

Anders könnte die Situation aussehen, wenn Umfragen ein enges Rennen erwarten lassen und die Mehrheitsverhältnisse im Repräsentantenhaus oder im Senat bis zuletzt offenbleiben. Verzögerte oder umstrittene Wahlergebnisse könnten die Volatilität zusätzlich erhöhen. Für langfristig orientierte Anleger wäre eine solche Bewegung jedoch zunächst vor allem ein kurzfristiges Marktrisiko und nicht zwangsläufig eine Veränderung des fundamentalen Anlageumfelds.

Unternehmensgewinne bleiben der entscheidende Faktor

Denn die wesentlichen Treiber der jüngsten Börsenrally liegen nach Einschätzung der zugrunde liegenden Analyse nicht allein in der Politik. Steigende Unternehmensgewinne, hohe Investitionen der Unternehmen und insbesondere die enormen Ausgaben rund um künstliche Intelligenz haben die Entwicklung des Aktienmarktes unterstützt. Gleichzeitig zeigt sich der private Konsum weiterhin relativ robust.

Auch am Arbeitsmarkt gibt es Anzeichen für eine Stabilisierung. Die Zahl der Beschäftigten scheint sich von den Tiefständen des Jahres 2025 zu erholen, während Entlassungen weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau liegen. Die anhaltende Inflation bleibt zwar ein Problem für Haushalte und Unternehmen, hat die Konsumbereitschaft bislang jedoch nicht nachhaltig ausgebremst.

Zölle und Energiepreise sind inzwischen Teil der Ausgangslage

Bemerkenswert ist zudem, dass der Aktienmarkt seine Gewinne trotz erheblicher Belastungen erzielt hat. Die von Trump verhängten beziehungsweise angekündigten Zölle sorgten wiederholt für Unsicherheit, während der Krieg mit Iran die Energiepreise nach oben trieb. Beide Faktoren konnten die langfristige Aufwärtsbewegung des S&P 500 bislang jedoch nicht stoppen.

Damit haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verändert: Was zunächst als außergewöhnlicher politischer Schock wahrgenommen wurde, ist teilweise zum neuen Status quo geworden. Sollte sich dieser Zustand nach den Midterms verändern, könnte das sogar zu einer Entlastung der Märkte führen – etwa dann, wenn eine neue politische Konstellation einen Abbau von Zöllen oder eine Entspannung bei den Energiepreisen begünstigt.

Echte Top-Rendite: Als Mitglied bei sharedealsPlus profitierst Du von wahren Börsenstars (+13.000% in 7 Jahren) und den richtigen Aktientipps zur richtigen Zeit!

Für Anleger ist Durchhalten wichtiger als Wahlwetten

Für Investoren ergibt sich daraus eine vergleichsweise nüchterne Schlussfolgerung. Statt das Portfolio auf einen bestimmten Wahlausgang auszurichten, dürfte es sinnvoller sein, die langfristigen wirtschaftlichen und unternehmerischen Fundamentaldaten im Blick zu behalten. Ein kurzfristiger Anstieg der Volatilität rund um die Wahl ist möglich, doch ein solcher Ausschlag muss nicht zwangsläufig die langfristige Entwicklung der Aktienmärkte bestimmen.

Der bisherige Kursverlauf des S&P 500 zeigt zudem, dass der Markt politische und wirtschaftliche Belastungen durchaus absorbieren kann. Solange Unternehmensgewinne, Investitionen und Konsum stabil bleiben, spricht wenig dafür, allein wegen der Midterm-Wahlen eine grundlegende Änderung der Anlagestrategie vorzunehmen.

Wenn Du die Märkte im Blick behalten möchtest, bist Du mit unseren kompakten und verlässlichen Updates immer einen Schritt voraus. Im SD Insider Newsletter berichten wir regelmäßig über relevante Nachrichten aus Wirtschaft, Börse und den einzelnen Unternehmen.

Sichere Dir hier Deinen Informationsvorsprung »

Redaktion

Fazit

Der S&P 500 ist seit Trumps Wiederwahl um mehr als 33 Prozent gestiegen, doch die historische Erfahrung zeigt, dass starke Aktienmärkte keinen verlässlichen Hinweis auf den Ausgang von Midterm-Wahlen liefern. Für Anleger dürfte deshalb weniger entscheidend sein, wer im November die Kontrolle über den Kongress übernimmt, als vielmehr, ob die wirtschaftlichen Wachstumstreiber intakt bleiben. Kurzfristige Schwankungen rund um die Wahl sind möglich – langfristig bleibt eine konsequente, auf Unternehmensgewinne und fundamentale Entwicklungen ausgerichtete Anlagestrategie jedoch der robustere Ansatz.

Übrigens: 3 Trend-Aktien sollest Du jetzt auf dem Zettel haben. Hier geht’s zum Gratis-Report für das Schlussquartal 2026!