SAP-Aktie: Reicht die Cloud-Power für 215 €?
Cloud-Geschäft bleibt der Wachstumsmotor
Operativ liefert SAP weiterhin überzeugende Argumente. Der aktuelle Cloud-Auftragsbestand stieg im zweiten Quartal um +27% auf 22,93 Milliarden €. Die Cloud-Erlöse verbesserten sich um +22% auf 6,28 Milliarden €, während das besonders wichtige Geschäft mit der Cloud ERP Suite sogar um +25% wuchs.
Der gesamte Quartalsumsatz legte um +9% auf 9,88 Milliarden € zu. Das operative Ergebnis erhöhte sich nach IFRS um +8% auf 2,64 Milliarden €. Ganz makellos waren die Zahlen allerdings nicht: Die operative Marge sank leicht von 27,2 auf 26,8%. Auch beim bereinigten Ergebnis je Aktie fiel das Wachstum mit +6% deutlich moderater aus als bei den ausgewiesenen Kennzahlen.
Umso wichtiger ist der starke Mittelzufluss. Im zweiten Quartal kletterte der freie Cashflow um +27% auf 3 Milliarden €. Für das Gesamtjahr erwartet SAP rund 10 Milliarden € – nach 8,24 Milliarden € im Vorjahr. Das würde auf Basis der aktuellen Marktkapitalisierung einer Free-Cashflow-Rendite von rund 4,6% entsprechen.
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KI-Zukäufe drücken zunächst auf den Gewinn
Mit Dremio und Prior Labs stärkt SAP seine Position bei Unternehmensdaten und künstlicher Intelligenz. Dremio soll den Zugriff auf unterschiedliche Datenquellen vereinfachen, während Prior Labs KI-Modelle für strukturierte Unternehmensdaten entwickelt. Damit könnte SAP seinen Kunden künftig beispielsweise bessere Prognosen zu Zahlungsverzögerungen, Lieferantenrisiken oder Kündigungswahrscheinlichkeiten anbieten.
Kurzfristig kosten die Übernahmen jedoch Geld. SAP senkte die Prognose für das bereinigte operative Ergebnis um rund 100 Millionen € auf 11,8 bis 12,2 Milliarden €. Das entspricht währungsbereinigt trotzdem einem Wachstum zwischen +13 und +17%. Die Cloud-Erlöse sollen weiterhin um +23 bis +25% steigen.
Zusätzliche Unterstützung kommt vom Aktienrückkaufprogramm. Bis Ende Juni hatte SAP bereits Aktien für rund 2,6 Milliarden € zu einem Durchschnittskurs von 161,16 € erworben. Von dem bis Ende 2027 laufenden Programm über maximal 10 Milliarden € stehen damit noch rund 7,4 Milliarden € zur Verfügung.
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SAP-Aktie: Analysten sehen weiteres Potenzial
Morgan Stanley traut der SAP-Aktie nun 215 € zu. Wells Fargo erhöhte sein Ziel zuletzt sogar von 165 auf 210 €, während Berenberg 205 € und Bernstein 273 € nennt. Das durchschnittliche Analystenziel liegt bei knapp 206 € und damit nur noch rund +10% über dem aktuellen Kurs.
Mit einem erwarteten KGV von rund 24 ist SAP nicht überzogen teuer, aber auch kein offensichtliches Schnäppchen mehr. Die Bewertung setzt voraus, dass der hohe Cloud-Auftragsbestand zuverlässig in Umsätze umgewandelt wird und sich das Wachstum 2027 wie angekündigt wieder beschleunigt.
ℹ️ SAP in Kürze
- Die SAP SE (WKN: 716460) gehört weltweit zu den größten Softwareunternehmen im Bereich der Unternehmenssteuerung. Für kleinere und mittelgroße Unternehmen bietet der Konzern Standardlösungen an, für größere Unternehmen gibt es individuelle Angebote.
- Der Hauptsitz des Konzerns ist im baden-württembergischen Walldorf, weltweit verfügt der IT-Konzern über zahlreiche Niederlassungen.
- Die Aktie des Unternehmens ist in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50 geleistet und wird an der Börse aktuell mit rund 228 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Die Rallye ist durch Cloud-Wachstum, Cashflow und steigende Gewinne fundamental unterlegt. Das Kursziel von 215 € halte ich deshalb für erreichbar. Nach +33% in einem Monat fehlt mir für einen Neueinstieg allerdings etwas Sicherheitsmarge. Langfristig bleibt SAP dennoch eine der interessantesten europäischen Software-Aktien. Meine Meinung: Auf einen Rücksetzer warten und dann erst aufsatteln.