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Oracle-Aktie +5%: Wird dieser Umbau zum Erfolg?

Stellenabbau als weiterer Schritt
Vincent Uhr
Die Oracle-Aktie (WKN: 871460) legte am Mittwoch um +5,4% auf 153,28 US$ zu. Neue Berichte über mögliche Stellenstreichungen trafen dabei auf eine Kooperation mit dem Quantencomputer-Spezialisten Quantinuum. Beide Meldungen zeigen, wie grundlegend sich Oracle derzeit verändert.

Vom Softwarekonzern zum KI-Versorger

Oracle war lange ein hochprofitabler Anbieter von Datenbanken und Unternehmenssoftware. Dieses Geschäft bleibt wichtig, reicht dem Management aber nicht mehr aus. Der Konzern investiert massiv in Rechenzentren und will neben Amazon, Microsoft und Google zu einem führenden Anbieter von KI-Infrastruktur aufsteigen.

Dafür werden die Ressourcen neu verteilt. Bereits im vergangenen Geschäftsjahr sank die Mitarbeiterzahl um 21.000 auf rund 141.000. Nun sollen Führungskräfte laut Medienberichten weitere Stellen für einen möglichen Abbau benennen. In einzelnen Teams könnten die Einschnitte einen zweistelligen Prozentsatz erreichen. Oracle hat die Berichte bislang nicht bestätigt.

Der Abbau ist damit weniger eine Reaktion auf fehlendes Wachstum als vielmehr Teil einer kapitalintensiven Neuausrichtung. Personalkosten werden reduziert, während die Ausgaben für Server, Chips und Rechenzentren steigen.

Das Wachstum gibt Oracle recht

Bislang funktioniert die operative Seite dieser Strategie. Im vierten Geschäftsquartal stieg der Umsatz um +21% auf 19,2 Milliarden US$. Die Cloud-Erlöse wuchsen um +47% auf 9,9 Milliarden US$. Bei Oracle Cloud Infrastructure beschleunigte sich das Wachstum sogar auf +93%.

Im Gesamtjahr setzte Oracle 67,4 Milliarden US$ um. Für das laufende Geschäftsjahr stellt das Management bereits 90 Milliarden US$ in Aussicht. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll auf 8,05 US$ steigen.

Besonders beeindruckend ist der noch nicht abgearbeitete Auftragsbestand. Dieser erreichte zuletzt 638 Milliarden US$ und lag damit um +363% über dem Vorjahreswert. Die Nachfrage nach zusätzlicher KI-Rechenleistung ist folglich vorhanden. Entscheidend ist nun, ob Oracle die benötigten Kapazitäten schnell genug bereitstellen kann.

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Eine besondere Position im Cloud-Markt

Oracle muss Amazon, Microsoft oder Google nicht vollständig verdrängen, um erheblich zu wachsen. Der Konzern bringt seine Datenbanken über Multicloud-Angebote direkt in die Rechenzentren der Wettbewerber. Dadurch können Unternehmen ihre bestehenden Oracle-Daten nutzen, ohne die jeweilige Cloud-Umgebung verlassen zu müssen.

Gleichzeitig positioniert sich Oracle als spezialisierter Anbieter für besonders große KI-Cluster. Die Kooperation mit Quantinuum ergänzt dieses Angebot um Quantenrechner. Nennenswerte Umsätze sind daraus kurzfristig nicht zu erwarten. Strategisch könnte Oracle jedoch künftig klassische Cloud-Leistung, KI-Systeme und Quantencomputer auf einer Plattform verbinden.

Der finanzielle Kraftakt bleibt

Das Wachstum verändert allerdings die Qualität des Geschäfts. Bei großen KI-Infrastrukturverträgen rechnet Oracle mit bereinigten Bruttomargen von 30 bis 40%. Das liegt deutlich unter den Margen klassischer Softwareprodukte.

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Im Geschäftsjahr 2026 investierte der Konzern 55,7 Milliarden US$. Trotz eines operativen Cashflows von 32 Milliarden US$ rutschte der freie Cashflow dadurch auf -23,7 Milliarden US$ ab. Für das neue Geschäftsjahr sind noch höhere Investitionen vorgesehen.

Entlastung bringen Vorauszahlungen und von Kunden bereitgestellte Hardware im Umfang von 75 Milliarden US$. Dennoch will Oracle weitere 40 Milliarden US$ über Fremd- und Eigenkapital aufnehmen. S&P senkte das Kreditrating deshalb bereits auf BBB-.

ℹ️ Oracle in Kürze

  • Oracle (WKN: 871460) ist ein US-Soft- und Hardwarekonzern mit Hauptsitz in Austin im US-Bundesstaat Texas.
  • Bekannt ist der Konzern vor allem als Betreiber eines Datenbanksystems. Darüber hinaus bietet Oracle seinen Kunden Cloud-Infrastruktur und zahlreiche Anwendungen an.
  • Gegründet im Jahre 1977 und mit einem Jahresumsatz von fast 70 Milliarden US$ zählt Oracle zu den ältesten und größten Tech-Konzernen weltweit.
  • Oracle ist Mitglied im US-Leitindex S&P 500 und ca. 441 Milliarden US$ wert.

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Vincent Uhr

Fazit

Oracle ist heute keine klassische Software-Aktie mehr, sondern eine groß angelegte Wette auf KI-Infrastruktur. Die Wachstumszahlen überzeugen, doch Finanzierung, Margen und die starke Abhängigkeit von Großkunden bleiben der Knackpunkt. Nach dem jüngsten Kurssprung würde ich die Aktie daher nicht überstürzt kaufen, sondern mir auf die Watchlist legen. Die Wachstumsgeschichte ist definitiv spannend!