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Netflix-Aktie -6%: Droht jetzt der nächste Kursrutsch?

Zahlen stark, Ausblick schwach
Die Netflix-Aktie befindet sich bereits seit Juli 2025 in einer starken Abwärtsbewegung und hat gegenüber dem damaligen Top rund -50% an Wert eingebüßt. Nun hat der US-Streaminggigant seine mit Spannung erwarteten Zahlen vorgelegt. Geben sie der Aktie eine neue Richtung oder geht die Abwärtsfahrt weiter?

Netflix überzeugt beim Gewinn, enttäuscht beim Ausblick

Auf den ersten Blick hat Netflix solide Zahlen für das dritte Quartal 2026 geliefert. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,8% auf 12,87 Mrd. US$, der Gewinn je Aktie erreichte 0,87 US$ und übertraf damit die Analystenschätzung von rund 0,82 US$. Der Nettogewinn kletterte um 43,5% auf 3,66 Mrd. US$. Besonders erfreulich entwickelte sich die operative Marge, die von 28,2 auf 34,6% zulegte.

Doch an der Börse zählt nicht nur, was war, sondern vor allem, was kommt. Und genau hier liegen die Probleme. Das Umsatzwachstum fiel so schwach aus wie seit knapp drei Jahren nicht mehr. Für das vierte Quartal stellte Netflix Erlöse von rund 13,44 Mrd. US$ in Aussicht. Zudem engte der Konzern seine Umsatzprognose für 2026 auf etwa 51,1 Mrd. US$ ein. Damit liegt die Erwartung leicht unter dem Analystenkonsens.

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Werbegeschäft und Wettbewerb als Belastungsfaktoren

Besonders kritisch sehen Anleger die Entwicklung der Werbesparte. Statt der bislang angepeilten 3 Mrd. US$ erwartet Netflix für 2026 nur noch Werbeerlöse von rund 2,7 Mrd. US$. Verzögerungen bei der Einführung neuer Werbefunktionen bremsen die Monetarisierung. Gleichzeitig wächst der Konkurrenzdruck durch YouTube und andere Streamingangebote. Netflix muss beweisen, dass die Zuschauerbindung stabil bleibt und neue Formate zusätzliche Nutzungszeit und Erlöse generieren.

Auch der Abbau von rund 1.000 Stellen sowie der Wechsel an der Spitze des Content-Bereichs zeigen, dass der Konzern seine Strategie nachschärfen muss. Neue Impulse sollen unter anderem Live-Sport, Spiele und attraktivere Inhalte liefern. Ob diese Maßnahmen das Wachstum nachhaltig beschleunigen, ist allerdings noch offen.

Die Börsenreaktion fällt entsprechend zurückhaltend aus: Nach Veröffentlichung der Zahlen ging es für die Aktie deutlich bergab, am Mittwoch tendiert der Kurs vorbörslich gut -6% tiefer. Analysten bleiben zwar grundsätzlich zuversichtlich, mahnen kurzfristig aber zur Vorsicht. Die genannten Kursziele reichen von 70 US$ bei einer skeptischen Einschätzung von Huber Research bis zu 85 US$ bei KeyBanc. Der Analystenkonsens liegt mit rund 94 US$ zwar deutlich höher, doch ist dies keine Garantie für eine schnelle Erholung.

Bewertung günstiger, Chartbild angeschlagen

Mit einem TTM-KGV von aktuell rund 22 und einem Forward-KGV von etwa 19 erscheint Netflix im historischen Vergleich inzwischen deutlich günstiger bewertet. Das allein ist für mich allerdings noch kein überzeugendes Kaufargument. Eine niedrigere Bewertung kann auch Ausdruck dauerhaft schwächerer Wachstumserwartungen sein.

Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Seit den Hochs von Ende Juni 2025 hat die Aktie rund -50% verloren und notiert inzwischen nachhaltig unter der 200-Wochen-Linie. Nach dem jüngsten Bruch der wichtigen Unterstützung bei 70 US$ droht zudem ein zweiter Monatsschlusskurs unterhalb der 50-Monats-Linie. Die negative Marktreaktion auf die Zahlen rückt nun das Verlaufstief von Mitte Juli bei 65,08 US$ in den Fokus. Fällt diese Marke, liegen mögliche nächste Haltepunkte bei 60 US$ sowie im Bereich von 58,70 bis 59,33 US$. Erst eine nachhaltige Rückkehr über die 200-Tage-Linie bei aktuell 82,65 US$ würde das technische Bild wieder aufhellen.

ℹ️ Netflix in Kürze

  • Mit über 300 Millionen Kunden ist Netflix (WKN: 552484) der weltgrößte Streaming-Anbieter für Filme und Serien.
  • Das 1997 gegründete Unternehmen hat seinen Sitz im kalifornischen Los Gatos.
  • Netflix ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500 und hat einen Börsenwert von ca. 286 Milliarden US$.

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Fazit

Netflix verdient weiterhin gutes Geld, verbessert seine Margen und verfügt über eine starke Marktposition. Doch das nachlassende Umsatzwachstum und die gekappte Werbeprognose zeigen, dass die nächsten Wachstumsschritte schwieriger werden als erhofft. Die gesunkene Bewertung macht die Aktie interessanter, nimmt ihr aber nicht die operativen und charttechnischen Risiken.

Aus meiner Sicht drängt sich deshalb trotz des deutlichen Kursrückgangs derzeit kein Kauf auf. Solange die Aktie neue Tiefs markiert und eine überzeugende Trendwende ausbleibt, würde ich zunächst an der Seitenlinie bleiben. Wer jetzt einsteigt, setzt auf eine Erholung, bevor der Markt sie bestätigt hat.

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