Kühne & Nagel: Mehrheitsaktionär Kühne verstorben – was bedeutet das für die Aktie?
Klaus Michael Kühne verstorben
Wie kaum ein anderer Unternehmer prägte Klaus Michael Kühne die Entwicklung von Kühne + Nagel.
Er übernahm die Leitung des Familienunternehmens von seinem Vater und baute es zu einem der weltweit führenden Logistikkonzerne aus. Auch nach dem Börsengang blieb er über seine Beteiligungsgesellschaft Mehrheitsaktionär.
Zuletzt hielt Kühne rund 55% an Kühne + Nagel. Darüber hinaus besaß er über die Kühne Holding AG weitere bedeutende Beteiligungen. Dazu gehören unter anderem Lufthansa, Brenntag, Flix und Ottobock.
Diese Beteiligungen werden über die Kühne Holding AG gehalten. Klaus Michael Kühne war dort bislang der Alleineigentümer.
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Kühne-Stiftung rückt in den Mittelpunkt
Klaus Michael Kühne gründete gemeinsam mit seinen Eltern die gemeinnützige Kühne-Stiftung. Die Stiftung hat ihren Sitz in Schindellegi, wo Kühne auch lebte.
Nach Medienberichten soll der Basler Rechtsanwalt Thomas Staehelin künftig eine zentrale Rolle bei der Führung der Stiftung übernehmen. Staehelin war ein langjähriger Weggefährte Kühnes und ist Vizepräsident der Kühne-Stiftung.
Damit stellt sich nun die Frage, wie Kühnes wirtschaftliche Beteiligungen langfristig organisiert werden.
Für die Kühne + Nagel-Aktie ist dabei vor allem entscheidend, ob die bisherige Eigentümer- und Kontrollstruktur weitgehend erhalten bleibt oder ob sich durch die Nachfolge Veränderungen ergeben.
Zweistelliges Wachstum erzielt
Operativ entwickelt sich Kühne + Nagel weiterhin erfreulich.
Der positive Trend des ersten Quartals setzte sich auch im zweiten Quartal fort.
Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr währungsbereinigt gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11% auf 6,6 Milliarden SFR. Besonders dynamisch entwickelte sich die Luftfracht. Hier lag das Wachstum bei 25%.
Auch die Ertragslage verbesserte sich deutlich.
Das operative EBIT stieg um 17% auf 381 Millionen SFR. Der Nettogewinn erhöhte sich um 10% auf 276 Millionen SFR.
Aufgrund der bisherigen Geschäftsentwicklung wurde zudem die Prognose für das Gesamtjahr angehoben.
Beim EBIT wird nun mit 1,35 bis 1,55 Milliarden SFR gerechnet. Zuvor lag die Prognose bei 1,25 bis 1,45 Milliarden SFR.
Bewertung
Der Tod von Klaus Michael Kühne verändert zunächst nichts am operativen Geschäft von Kühne + Nagel.
Für die Aktie ist daher kurzfristig entscheidender, wie sich Umsatz, Margen und Gewinn entwickeln. Und hier zeigt das Unternehmen derzeit eine positive Entwicklung.
Die Nachfolge bei den Beteiligungen ist dennoch ein Faktor, den Anleger beobachten sollten. Kühne war nicht nur Mehrheitsaktionär, sondern über viele Jahre auch eine prägende Persönlichkeit für das Unternehmen.
Sollte die Kühne-Stiftung beziehungsweise die künftig verantwortlichen Personen die Beteiligungen langfristig halten, dürfte sich an der grundsätzlichen Situation wenig ändern.
Veränderungen bei der Beteiligungsstruktur könnten dagegen neue Impulse für die Aktie liefern.
ℹ️ Kühne & Nagel in Kürze
- Die Kühne + Nagel International AG (WKN: A0JLZL) ist ein international tätiges Logistik- und Speditionsunternehmen. Neben den eigentlichen Transportaktivitäten bietet der Schweizer Konzern weitere Serviceleistungen sowie Versicherungsvermittlungen und Finanzdienstleistungen an.
- Der Logistikkonzern unterhält weltweit über 1.300 Niederlassungen, der Hauptsitz ist im schweizerischen Schindellegi.
- Die Aktie ist an der Schweizer Börse notiert, die Marktkapitalisierung liegt bei etwa 26,6 Milliarden SFR.
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Fazit
Der Tod von Klaus Michael Kühne ist für Kühne + Nagel ein bedeutender Einschnitt. Für das operative Geschäft des Logistikkonzerns ändert sich dadurch zunächst jedoch nichts.
Operativ befindet sich Kühne + Nagel weiterhin auf einem guten Weg. Umsatz und Gewinn wachsen zweistellig, gleichzeitig wurde die Jahresprognose angehoben.
In dem bisherigen Kursanstieg ist aus meiner Sicht allerdings bereits viel Positives enthalten. Das weitere Kurspotenzial erscheint deshalb begrenzt. Für die Aktie spricht dagegen die solide Dividendenrendite von aktuell rund 2,7%.
Wer bereits hohe Kursgewinne erzielt hat, sollte daher aus meiner Sicht über eine Teilgewinnmitnahme nachdenken.
Hier sei erwähnt: Wer nach stabilem Cashflow und gleichzeitig nach Kurschancen sucht, findet derzeit interessante Möglichkeiten. Diese zehn Dividenden-Titel könnten 2026 beides liefern.