Vonovia-Aktie: Warum die Berlin-Wahl jetzt Anleger nervös macht
Vonovia steht mal wieder im Schlaglicht der Politik. Im vorbörslichen Handel am Montag gab die Aktie des Wohnungskonzerns auf der Handelsplattform Tradegate 1,4 Prozent nach gegenüber dem Xetra-Schluss vom Freitag. Auslöser war der Ausgang der Berliner Landtagswahl.
Enteignung als Wahlversprechen
Elif Eralp von den Linken gewann die Wahl und macht aus ihrer Agenda kein Geheimnis. Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen und ein Mietendeckel für landeseigene Wohnungen stehen ganz oben auf ihrer Liste. In der ARD ließ sie keinen Zweifel: „Wenn die Linke regiert, wird vergesellschaftet. Das habe ich so gesagt, und dabei bleibe ich auch." Die Linke beruft sich dabei auf einen Volksentscheid aus dem Jahr 2021, dem zufolge rund 220.000 zusätzliche kommunale Wohnungen die Stadt in die Lage versetzen sollen, den seit Jahren stark steigenden Mieten Einhalt zu gebieten.
Hohe Hürden, offene Koalitionsfrage
Experten zweifeln. Rechtliche, politische und finanzielle Hürden machen eine tatsächliche Enteignung zu einem sehr weiten Weg. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach zeigte sich am Wahlabend offen skeptisch: „Ich bin mir sehr sicher, dass es am Ende nicht klappen wird." Die Mehrheit der Berliner sei dagegen, so Krach. Dazu kommt, dass rechnerisch auch eine Koalition aus CDU, Grünen und SPD möglich wäre, also ganz ohne die Linken. Ob Eralp überhaupt regieren wird, ist schlicht noch offen.
Vonovia sieht sich als Teil der Lösung
Vorstandschef Luka Mucic hält gegenüber der Deutschen Presse-Agentur dagegen. Vonovia habe den Neubau hochgefahren und sehe sich selbst als wichtigen Akteur bei der Bekämpfung der Berliner Wohnungsnot. „Ich glaube, dass unser Unternehmen Teil der Lösung sein muss und auch ist", so Mucic.
Was bedeutet das für die Vonovia-Aktie?
Solange unklar bleibt, welche Koalition in Berlin tatsächlich regiert und ob Enteignungspläne überhaupt rechtlich umsetzbar wären, dürfte die Aktie unter Druck bleiben. Sollte eine CDU-geführte Koalition das Rennen machen, könnte sich die Lage für Vonovia spürbar entspannen. Regiert die Linke hingegen tatsächlich mit und treibt die Vergesellschaftungsdebatte voran, wäre mit weiteren Abschlägen zu rechnen. Das Papier bleibt damit vorerst ein klassischer politischer Spielball.
Quelle: dpa-AFX
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