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Vonovia-Aktie: Droht jetzt die Enteignung in Berlin?

Immobilienriese unter Druck
Redaktion | Börse

Die Vonovia-Aktie kommt nicht aus der Defensive. Am heutigen Montag notierte das Papier im frühen Handel nur wenige Cent über dem jüngsten Tief seit 2023 bei 16,185 €. Für die Nervosität sorgt die politische Großwetterlage in Berlin. Was bedeutet die mögliche Regierungsbildung in der Hauptstadt für die Aktionäre?

Berlin rückt in den Mittelpunkt

In Berlin entscheiden Grüne und SPD demnächst darüber, ob sie Koalitionsverhandlungen mit der Linkspartei aufnehmen. Das Sondierungspapier der drei Parteien sieht im Falle eines rot-rot-grünen Bündnisses die Vergesellschaftung großer privater Wohnungsbestände vor. Betroffen wären private Wohnungskonzerne ab einem Bestand von 10.000 Wohnungen, wobei die Unternehmen lediglich einen Grundbestand in dieser Größenordnung behalten dürften.

Deutsche Wohnen im Fokus

Für Vonovia ist das mehr als eine abstrakte Debatte, denn mit der Tochter Deutsche Wohnen gehört der Konzern zu den Adressaten einer solchen Regelung. Ein Zugriff auf Berliner Bestände würde den Portfoliowert, die Mieteinnahmen und damit die Ertragsbasis unmittelbar berühren. Wie hoch eine Entschädigung ausfiele und über welchen Zeitraum ein solches Vorhaben überhaupt umsetzbar wäre, ist offen.

Politik schlägt Fundamentaldaten

Dass die Aktie nahe am Tief seit 2023 notiert, zeigt, wie stark der Markt das politische Risiko inzwischen gewichtet. Bei Immobilienkonzernen hängt die Bewertung an der Verlässlichkeit künftiger Mieteinnahmen und am Bestandswert. Beides stünde in einem Vergesellschaftungsszenario zur Diskussion, selbst wenn rechtlich und finanziell noch viele Hürden bestehen.

Fazit

Für uns bleibt Vonovia ein Fall, bei dem die Politik kurzfristig mehr bewegt als jede Geschäftszahl. Entscheidend wird sein, ob Grüne und SPD tatsächlich in Verhandlungen mit der Linkspartei eintreten und ob das Vergesellschaftungsvorhaben den Weg aus dem Sondierungspapier in einen Koalitionsvertrag findet. Scheitert dieser Schritt, könnte der aktuelle Abschlag rasch an Berechtigung verlieren. Bis dahin halten wir einen Neueinstieg für riskant, weil die Nachrichtenlage aus Berlin den Kurs dominiert und die Aktie anfällig für Schlagzeilen bleibt. Anleger könnten die Entwicklung von der Seitenlinie aus beobachten, bestehende Positionen mit langem Anlagehorizont ließen sich dagegen mit Blick auf das breite Portfolio außerhalb Berlins halten.

Quelle: dpa-AFX

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