Bernstein Research hat das Kursziel für TKMS am Montag von 120 € auf 115 € gesenkt und die Einstufung "Outperform" bestätigt. Begründet wird die Kürzung mit reduzierten Liquiditätsannahmen des Analysten. Damit stellt sich die Frage: Wie passt ein niedrigeres Kursziel zu der Erwartung, dass die Zahlen der Marinewerft die Markterwartungen deutlich übertreffen?
Bernstein erwartet Übertreffen
Analyst Adrien Rabier geht in seinem Ausblick auf den anstehenden Quartalsbericht davon aus, dass TKMS die Markterwartungen deutlich schlagen wird. Diesen Bericht sieht er als entscheidenden Treiber für den Aktienkurs. Zusätzlich rechnet er mit einer Anhebung des mittelfristigen Ergebnisziels auf Ebit-Ebene.
Das neue Kursziel liegt um 5 € unter dem bisherigen Wert. Ausschlaggebend dafür ist allein die veränderte Einschätzung der Mittelausstattung, nicht die operative Entwicklung. Am positiven Votum ändert sich nichts.
Mittelfristziel im Fokus
Für die Bewertung einer Werft wiegt die Anhebung eines mittelfristigen Ebit-Ziels schwerer als ein einzelnes starkes Quartal, weil sie die Ertragsbasis mehrerer Jahre betrifft. Sollte TKMS diesen Schritt gehen, würden sich die Gewinnerwartungen am Markt auf breiter Front nach oben verschieben. Eine reine Quartalsüberraschung verpufft dagegen häufig schnell, wenn ihr keine angehobene Prognose folgt.
Die reduzierten Liquiditätsannahmen zeigen zugleich, wo Bernstein vorsichtiger geworden ist. Ein geringerer Mittelbestand schmälert den rechnerischen Unternehmenswert und kann den finanziellen Spielraum für Investitionen oder die Vorfinanzierung von Aufträgen einengen.
Fazit
Aus unserer Sicht steckt die eigentliche Information dieser Studie in der Kombination aus erwarteter Quartalsüberraschung und möglicher Anhebung des Mittelfristziels, während die Kurszielkürzung technischer Natur bleibt. Entscheidend wird, ob TKMS im Bericht beides liefert. Bleibt die Zielanhebung aus, würde die positive These von Bernstein spürbar an Substanz verlieren. Für bestehende Anleger könnte es sinnvoll sein, die Position bis zu den Zahlen zu halten, da der Analyst den Bericht selbst als wesentlichen Kurstreiber einstuft. Wer noch nicht investiert ist, könnte den Quartalsbericht abwarten, statt sich auf eine einzelne Analystenprognose zu stützen.
Quelle: dpa-AFX
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