Rüstungsaktien gehören heute zu den wenigen Gewinnern an einem ansonsten trägen Börsentag. Mehrere Faktoren befeuern die Nachfrage gleichzeitig, und das spürt man an den Kursen deutlich.
Munitionsengpässe und Japans Aufrüstungspläne treiben Fantasie
Vertreter des Pentagons haben gegenüber der unabhängigen Aufsichtsbehörde des US-Verteidigungsministeriums eingeräumt, dass die Operation "Epic Fury" in den ersten Monaten so viel Munition verschlungen hat, dass strategische Bestandsengpässe entstanden sind und die industrielle Basis für die Nachlieferung an ihre Grenzen gestoßen ist. Das ist kein Bagatellproblem. Hinzu kommt eine Kreisemeldung, wonach Japan seine Verteidigungsausgaben auf Druck der USA von knapp 2 auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts anheben könnte. Für westliche Rüstungskonzerne bedeutet das schlicht: mehr Aufträge, mehr Umsatz, mehr Perspektive.
Washington hat außerdem erstmals offiziell die Stationierung von Waffen im Weltraum bestätigt. Luftwaffen-Staatssekretär Troy Meink wird dabei als Warnung an China und Russland verstanden.
Rheinmetall, BAE Systems und Leonardo legen zu
Rheinmetall stemmt sich heute mit einem Plus von 2,5 Prozent gegen die jüngsten Verluste im leicht nachgebenden Dax. In London gewinnen BAE Systems 1,8 Prozent, Leonardo in Mailand legt um 2 Prozent zu. Auch Hensoldt und TKMS notieren fester. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius will Rüstungskooperationen mit den USA ausbauen und trifft sich heute mit US-Amtskollege Pete Hegseth in Washington. Im Fokus stehen der Tarnkappenjet F-35 und die geplante Fertigung von Lenkflugkörpern für das Patriot-Luftverteidigungssystem in Deutschland.
Was das für die Aktien bedeutet
Die Mischung aus US-Munitionsengpässen, Japans möglicher Aufrüstung und der zunehmenden geopolitischen Spannung in Europa, wo die Nato über Litauen eine Drohne abschoss und eine russische Fregatte Leuchtkörper auf einen dänischen Militärhubschrauber in der Ostsee abfeuerte, dürfte Rüstungsaktien weiter stützen. Rheinmetall und Leonardo könnten von Folgeaufträgen besonders profitieren, sollten die skizzierten Entwicklungen Realität werden.
Quelle: dpa-AFX
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