Die Rheinmetall-Aktie hat am Freitag mit einem Plus von +5% auf 1.077 € die Spitze im Dax erobert. Seit dem Zwischentief am 8. Oktober summiert sich der Kursgewinn auf rund ein Fünftel. Getragen wird die Erholung von der Erwartung neuer Aufträge aus dem Bundeshaushalt. Damit stellt sich die Frage: Trägt diese Hoffnung den gesamten Rüstungssektor über den Jahreswechsel?
Morgan Stanley liefert Impuls
Den Anstoß für die Erholung gaben positive Kommentare der Analysten von Morgan Stanley zum Wochenstart. Die US-Bank rechnet im Verteidigungssektor zum Jahresende mit einem Anstieg der Aufträge aus dem diesjährigen Bundeshaushalt. Daraus könne eine saisonale Rally im Sektor entstehen, die zugleich das Vertrauen in die Umsetzung der Ziele für 2027 stärke. Am Freitag setzte sich die Aufwärtsbewegung fort, gefragt waren zum Wochenschluss erneut Werte aus klassischen Branchen.
Breite Erholung im Sektor
Im MDax legten Hensoldt um knapp 7% und Renk um fast 6% zu und knüpften damit an die jüngsten Kursgewinne an. Die Jahresbilanz 2026 fällt allerdings sehr unterschiedlich aus. Hensoldt notiert inzwischen wieder gut ein Fünftel im Plus, während Renk trotz der laufenden Erholung immer noch fast 30% verloren hat. Im SDax führte OHB die Gewinner mit einem Aufschlag von gut 10% an.
Auftragseingang entscheidet
Für die Geschäftsentwicklung der Branche zählt vor allem, ob die erwarteten Bestellungen tatsächlich ausgelöst werden. Auftragseingänge aus einem laufenden Haushaltsjahr wirken sich erst mit Verzögerung auf Umsatz und Ergebnis aus. Sie füllen aber den Auftragsbestand und geben den Unternehmen Planungssicherheit für die Folgejahre. Genau darauf zielt der Hinweis von Morgan Stanley auf die Ziele für 2027. Die Spreizung zwischen Hensoldt und Renk zeigt zugleich, wie stark der Markt innerhalb des Sektors differenziert.
Fazit
Die aktuelle Bewegung ist aus unserer Sicht in erster Linie eine Erwartungsrally. Sie beruht auf der Annahme, dass Haushaltsmittel zum Jahresende in konkrete Aufträge münden, bestätigt ist dieser Zufluss bislang nicht. Bleiben die Vergaben in der erhofften Größenordnung aus, dürfte ein erheblicher Teil des Kursaufschlags der vergangenen Tage wieder zur Disposition stehen. Für bestehende Anleger könnte es sinnvoll sein, die Positionen zu halten und die kommenden Auftragsmeldungen abzuwarten. Wer dagegen erst jetzt bei Rheinmetall einsteigen möchte, zahlt für diese Hoffnung bereits einen spürbaren Aufschlag und könnte die weitere Entwicklung vorerst von der Seitenlinie aus beobachten.
Quelle: dpa-AFX
Rheinmetall kaufen, halten oder verkaufen? Unsere Experten-Redaktion berichtet regelmäßig über Rheinmetall und informiert Dich in Echtzeit, wenn Handlungsbedarf besteht. Aktiviere dafür einfach unseren kostenlosen Aktien-Alarm und sichere Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung.
Rheinmetall weiterverfolgen – jetzt kostenlosen Aktien-Alarm aktivieren »