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Qiagen-Aktie: Kommt jetzt das EQT-Gebot für 50 US-Dollar?

Übernahmefantasie neu entflammt
Redaktion | Börse

Die Qiagen-Aktie knüpft am Mittwoch vorbörslich an ihre starke Vortagsbewegung an. Auf Tradegate legte der Kurs des Dax-Titels gegenüber dem Xetra-Schluss zeitweise um bis zu 3,5% zu, zuletzt blieb ein Plus von mehr als 2%. Am Vortag war der Kurs bereits um fast 4% gestiegen, vor allem dank einer Rally in den letzten 30 Handelsminuten. Mit 43 € markiert die Aktie den höchsten Stand seit Mitte Februar, befeuert von einem Bloomberg-Bericht über ein bevorstehendes Gebot des Finanzinvestors EQT. Kommt diesmal tatsächlich ein Angebot zustande?

EQT verhandelt fortgeschritten

Bloomberg berichtete am Dienstagabend unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, dass sich der schwedische Finanzinvestor EQT in fortgeschrittenen Verhandlungen über ein Gebot befindet. Als möglicher Preis für eine in den USA gehandelte Aktie wurden 50 US-Dollar genannt, umgerechnet derzeit rund 44,50 €. Die Qiagen-Spitze soll noch in dieser Woche zusammentreten, um über das Interesse von EQT zu beraten. Neben den Schweden wird auch der US-Finanzinvestor KKR als Interessent genannt. Die betroffenen Unternehmen wollten die Spekulationen dem Bericht zufolge nicht kommentieren.

Historie mahnt zur Vorsicht

Übernahmespekulationen begleiten Qiagen seit Jahren, ohne dass daraus ein Abschluss wurde. Anfang des Jahrzehnts scheiterte der US-Laborausrüster Thermo Fisher mit einem Gebot über 43 € je Aktie beziehungsweise insgesamt etwas mehr als elf Milliarden €, weil einige Investoren Widerstand leisteten und die Mindestannahmeschwelle von 75% verfehlt wurde. In der Corona-Pandemie florierte das Geschäft, Berichte über Interessenten aus der Branche und aus dem Kreis der Finanzinvestoren trieben den Kurs auf mehr als 56 €. Zu einem Gebot kam es nie.

Auch das laufende Jahr zeigt, wie schnell solche Fantasie wieder verfliegt. Im Januar kletterte der Kurs nach einem Bloomberg-Bericht bis auf fast 48 €, sackte danach aber deutlich ab, als sich die Hoffnungen auf ein Gebot zerschlugen. Im Sommer notierte die Aktie zeitweise nur noch bei knapp 27,50 €. Vom aktuellen Niveau bei 43 € aus betrachtet liegt der kolportierte Preis von 44,50 € nur wenige Prozent höher.

Neuer Chef mit M&A-Erfahrung

Im Frühjahr bestätigte Qiagen, mit Unterstützung beratender Banken strategische Optionen auszuloten, und teilte im August mit, dass diese Suche unter dem neuen Konzernchef Jonathan Pratt fortgeführt wird. Pratt übernahm den Posten am 1. September und bringt nach Angaben des Unternehmens Erfahrung in der Steuerung von Übernahmethemen mit. Bei der Filtration Group begleitete er den Verkauf an Parker-Hannifin bis zum Abschluss.

Fazit

Wir sehen in der aktuellen Kursbewegung vor allem eingepreiste Übernahmefantasie, die sich in der Vergangenheit mehrfach als vorschnell erwiesen hat. Entscheidend wird nun sein, ob aus den von Bloomberg beschriebenen Verhandlungen ein verbindliches Angebot wird und ob der Preis über das Niveau hinausgeht, an dem Thermo Fisher bereits am Widerstand der Investoren scheiterte. Bei einem kolportierten Gegenwert von rund 44,50 € ist der Abstand zum aktuellen Kurs schmal, während ein erneutes Scheitern die Erfahrung aus dem Sommer wiederholen könnte. Für bestehende Anleger könnte es sinnvoll sein, die Position zu halten und die Beratungen des Managements abzuwarten. Ein Neueinstieg allein auf die Übernahmehoffnung wäre angesichts dieser Historie aus unserer Sicht riskant.

Quelle: dpa-AFX

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