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Ölpreis -6 US-Dollar: Bringt das Iran-Signal jetzt die Wende?

Ölmarkt unter Druck
Redaktion | Wirtschaft

Der Ölmarkt hat am Montag deutlich nachgegeben. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Januar-Lieferung fiel auf 106,41 US-Dollar und kostete damit 6,20 US-Dollar weniger als am Vortag. Händler verwiesen auf Signale aus Teheran, dass der Iran zu Verhandlungen mit den USA bereit sein könnte. Beginnt hier die Entspannung an den Energiemärkten, oder ist der Rückgang nur eine Atempause?

Teheran öffnet die Tür

Nach einem Bericht der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA hat der oberste Führer des Landes, Modschtaba Chamenei, grünes Licht für Gespräche gegeben, die den seit Monaten laufenden Krieg mit den USA beenden könnten. Dieser Konflikt hatte die Rohöllieferungen aus dem Nahen Osten belastet und die Notierungen nach oben getrieben. Bereits zuvor hatte ein Medienbericht über diplomatische Bemühungen von US-Präsident Donald Trump die Preise gedrückt, weil die Sorge vor einer raschen Wiederaufnahme amerikanischer Militärschläge abnahm.

Dem Nachrichtenportal Axios zufolge will Trump der Diplomatie mehr Zeit geben, bevor er nach den US-Zwischenwahlen in dieser Woche möglicherweise neue Angriffe anordnet. Seine Präferenz für eine diplomatische Lösung habe er dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in einem Telefonat mitgeteilt. Die USA und Israel hatten den Krieg Ende Februar mit gemeinsamen Angriffen auf den Iran begonnen, seitdem sind Öl- und Gaspreise kräftig gestiegen.

Opec+ bleibt im Hintergrund

Der Ölverbund Opec+ hat sich am Wochenende darauf verständigt, die Förderquoten im Dezember unverändert zu lassen. Die letzten freiwilligen Förderkürzungen hatte die Gruppe bereits im September zurückgenommen, weshalb der Beschluss angesichts des Iran-Kriegs vor allem symbolischen Charakter hat. Die anhaltenden Kämpfe im Nahen Osten samt der Angriffe im Roten Meer bedrohen weiterhin die Ölexporte und Förderanlagen in der Region.

Fazit

Ein Tagesminus von 6,20 US-Dollar beim Brent-Preis zeigt, wie viel Risikoaufschlag im Markt steckt. Aus unserer Sicht handelt es sich bislang jedoch um die Vorwegnahme eines Verhandlungserfolgs, der noch nicht erzielt ist. Entscheidend wird nun sein, ob aus dem grünen Licht aus Teheran tatsächlich Gespräche werden und ob die Angriffe im Roten Meer aufhören. Solange die Förderanlagen und Exportrouten der Region bedroht bleiben, könnte der Preis bei jeder Eskalationsmeldung ebenso schnell wieder nach oben drehen. Anleger könnten die Entwicklung deshalb vorerst von der Seitenlinie aus beobachten, statt bereits jetzt auf dauerhaft fallende Energiepreise zu setzen.

Quelle: dpa-AFX

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