Die Nordex-Aktie zieht am heutigen Freitag kräftig an. Auf Tradegate sprangen die Papiere im vorbörslichen Handel um 8,6% auf 37,87 € nach oben, gemessen am Xetra-Schluss. Auslöser sind eine angehobene Prognose und ein drittes Quartal, das besser ausfiel als erwartet. Damit stellt sich die Frage: Trägt die operative Entwicklung einen nachhaltigen Aufwärtstrend?
Das Quartal überzeugt
Der Windturbinenbauer hat im dritten Jahresviertel offenbar deutlich stärker abgeschnitten als am Markt unterstellt. Analyst Constantin Hesse von Jefferies hebt hervor, dass Nordex beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen selbst die optimistischsten Erwartungen übertroffen habe. Ein Händler sprach von einer beeindruckenden Entwicklung des Unternehmens im abgelaufenen Quartal.
Neue Ziele über Markterwartung
Für die Kursreaktion dürfte die angehobene Prognose noch schwerer wiegen als das abgelaufene Quartal. Die neuen Unternehmensziele liegen nach Einschätzung aus dem Handel über den Erwartungen am Markt. Solche Anhebungen zwingen Analysten dazu, ihre Modelle für Umsatz und Ergebnis nach oben anzupassen. In einer Branche, in der Projektverschiebungen und Margendruck über Jahre zum Alltag gehörten, wirkt eine vom Unternehmen selbst erhöhte Zielsetzung wie ein Signal für mehr Planungssicherheit. Der Ergebnisteil ist dabei aus unserer Sicht das eigentliche Argument, weil er auf eine Profitabilität hindeutet, die mit dem Volumen Schritt hält.
Charttechnik vor Bewährungsprobe
Das Chartbild hatte sich zuletzt etwas eingetrübt. Es könnte sich wieder aufhellen, sofern es gelingt, im Xetra-Handel die 21-Tage-Linie zu überwinden. Vorbörsliche Kurssprünge auf Tradegate sind allerdings kein verlässlicher Maßstab für den regulären Handel, da die Umsätze dort gering ausfallen. Erst ein Schlusskurs über dieser Marke würde die charttechnische Lage tatsächlich drehen.
Fazit
Übertroffene Ergebniserwartungen und angehobene Ziele sprechen operativ für sich und rechtfertigen die positive Kursreaktion. Zugleich hat die Aktie vorbörslich bereits einen erheblichen Teil der guten Nachricht eingepreist, während ein Großteil des Marktes erst im Xetra-Handel reagieren dürfte. Entscheidend wird nun, ob die 21-Tage-Linie im regulären Handel zurückerobert und anschließend verteidigt wird. Gelingt das, könnte sich der Aufwärtstrend fortsetzen, und für bestehende Anleger könnte es sinnvoll sein, die Position zu halten. Wer noch nicht investiert ist, könnte abwarten, bis sich der Kurs nach dem ersten Reflex auf höherem Niveau stabilisiert hat, statt in die Eröffnungsspitze hinein zu kaufen. Das Risiko bleibt, dass ein Rücksetzer unter die alte Spanne die charttechnische Eintrübung bestätigt.
Quelle: dpa-AFX
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