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Meta-Aktie: Wird Zuckerbergs Machtsicherung jetzt zum Risiko?

Machtfrage bei Meta
Redaktion | Börse

Mark Zuckerberg hat bei Meta mit der Drohung eines Wegzugs aus Kalifornien eine neue Aktienstruktur durchgesetzt. Auslöser ist eine mögliche einmalige Abgabe von 5% auf Milliardärsvermögen, über die Wähler im Bundesstaat im November entscheiden könnten. Gleichzeitig meldet der Konzern einen Quartalsumsatz von 64,6 Milliarden US$ und eine drohende Strafzahlung von 25 Milliarden US$. Was bedeutet dieses Paket aus Machtsicherung, KI-Offensive und Rechtsrisiko für die Aktionäre?

Ein Ultimatum mit Wirkung

Zuckerberg hält rund 60% der Stimmrechte und damit die Kontrolle über den Konzern. Müsste er zur Finanzierung der geplanten Abgabe Aktien verkaufen, würde dieser Anteil sinken. Genau das wollte er vermeiden, und Meta gibt den Aktionären nun je Anteilsschein ein zusätzliches, stimmrechtsloses Papier aus. Damit kann der Gründer bei Bedarf Anteile zu Geld machen, ohne an Einfluss einzubüßen. Sein Vermögen taxiert der Finanzdienst Bloomberg derzeit auf 247 Milliarden US$, umgerechnet 220 Milliarden Euro.

Laut einer Meta-Mitteilung warnte Zuckerberg am 9. September, er werde binnen vier Tagen sein Haus im kalifornischen Palo Alto zum Verkauf stellen, falls es bis dahin keine Einigung gebe. Im Gegenzug sagte er zu, mindestens acht Jahre einen Wohnsitz in Kalifornien zu behalten oder, bei einer Verlagerung der Zentrale, im jeweils anderen Bundesstaat. Einige Tech-Milliardäre haben ihren kalifornischen Wohnsitz wegen der möglichen Abgabe bereits aufgegeben.

Das Werbegeschäft finanziert die KI

Meta verweist darauf, dass die neue Struktur zusätzliche Möglichkeiten eröffnet, die hohen KI-Investitionen zu finanzieren. Allein in diesem Jahr fließen mindestens 135 Milliarden US$ in den Ausbau der KI-Infrastruktur, am oberen Ende der Spanne sind es weiterhin 145 Milliarden US$. Das untere Ende hob der Konzern erneut um 5 Milliarden US$ an. Zuckerberg treibt den Bau von Rechenzentren im Wettbewerb mit OpenAI aggressiv voran.

Der Konzernumsatz stieg im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 26% auf 64,6 Milliarden US$, unter dem Strich blieb ein Gewinn von 9,86 Milliarden US$ nach 2,7 Milliarden US$ im Vorjahreszeitraum. Die Nutzerbasis wuchs auf 3,64 Milliarden Menschen, die mindestens eine Meta-App verwenden, nach 3,6 Milliarden drei Monate zuvor. Die Aktie legte nachbörslich leicht zu.

New Mexico wird teuer

Wenige Stunden vor den Zahlen wurde bekannt, dass Geschworene in New Mexico Meta wegen des Datenschutz-Skandals um Cambridge Analytica zu einer Zahlung verurteilt haben. Sie befanden, dass Facebook-Nutzer mit Blick auf Datenschutz und Redefreiheit in die Irre geführt wurden. Der Richter errechnete zunächst knapp 219,5 Milliarden US$ und reduzierte den Betrag anschließend auf 25 Milliarden US$. Meta zeigte sich überzeugt, im Berufungsverfahren zu obsiegen.

Fazit

Aus unserer Sicht zeigt die neue Aktienstruktur vor allem eines: Die Kontrolle des Gründers steht bei Meta über allem, und Aktionäre erhalten mit den stimmrechtslosen Papieren kein zusätzliches Mitspracherecht. Operativ überzeugt der Konzern mit 26% Umsatzwachstum und einer weiter wachsenden Nutzerbasis, die den Milliardenaufwand für KI trägt. Entscheidend wird, ob die Investitionen von bis zu 145 Milliarden US$ messbare Erträge liefern und wie das Berufungsverfahren um die 25 Milliarden US$ Strafe in New Mexico ausgeht. Für bestehende Anleger könnte es sich anbieten, die Position angesichts des starken Werbegeschäfts zu halten. Wer neu einsteigen möchte, könnte die Entwicklung zunächst beobachten, bis mehr Klarheit über die Strafzahlung und die Rendite der KI-Ausgaben besteht.

Quelle: dpa-AFX

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