Meta will durch den Verkauf von Aktien bis zu 95 Milliarden US-Dollar für seine KI-Investitionen einnehmen. Die Aktie startete am Montag schwach in den US-Handel, legte zuletzt aber leicht zu, womit sich der Kursrückschlag der vorangegangenen Handelstage nicht fortsetzte. Was bedeutet eine Kapitalaufnahme dieser Größenordnung für die Aktionäre?
Zwei Wege zum Kapital
Der Konzern aus Menlo Park plant zunächst ein Angebot von Stamm- und Vorzugsaktien im Volumen von rund 35 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommen bis zu 60 Milliarden US-Dollar über ein sogenanntes At-the-Market-Programm, bei dem Aktien schrittweise direkt über den freien Markt platziert werden. Dabei handelt es sich um die geplanten stimmrechtslosen Papiere der Klasse C, die Meta in der vergangenen Woche mit dem Quartalsbericht angekündigt hatte. Diese neue Gattung soll künftig unter anderem Übernahmen und weitere Ausgaben finanzieren.
Die Klasse-C-Aktien gelangen über eine Aktiendividende zu den bestehenden Investoren: Für jede gehaltene Aktie gibt es eine neue, was im Grunde einem Aktiensplit im Verhältnis 2:1 gleichkommt. Der Handel damit soll nach Erwartung des Unternehmens im Januar beginnen.
Chiphersteller als Ankerinvestoren
Mit Nvidia, Advanced Micro Devices und Broadcom hat Meta drei mögliche Ankerinvestoren für das Angebot gewonnen. Die drei Unternehmen haben ihr Interesse bekundet, Stammaktien der Klasse A im Gesamtwert von bis zu fünf Milliarden US-Dollar zu kaufen. Dabei handelt es sich weder um verbindliche Vereinbarungen noch um feste Kaufverpflichtungen.
Zuckerberg erhöht den Einsatz
Konzernchef Mark Zuckerberg hat den KI-Bereich seit einiger Zeit mit einer aggressiven Einstellungsoffensive umgebaut, neue Produkte auf den Markt gebracht und Hunderte Milliarden US-Dollar für den Ausbau der dafür nötigen Infrastruktur bereitgestellt. Im September führte Meta den persönlichen KI-Assistenten "Muse" ein, im Oktober folgte das Modell "Muse Wonder". Nach Angaben des Unternehmens erreicht Letzteres bei Aufgaben wie dem Programmieren ein Niveau mit ChatGPT von OpenAI und Claude von Anthropic.
Da die neuen Papiere der Klasse C kein Stimmrecht tragen, bleibt die Kontrollstruktur des Konzerns von der Kapitalmaßnahme unberührt.
Fazit
Meta finanziert sein KI-Wettrennen nun verstärkt über frisches Eigenkapital statt allein über laufende Mittel. Das schont die Bilanz, verteilt künftige Gewinne aber auf mehr Anteilsscheine und bedeutet eine Verwässerung für Altaktionäre. Das Interesse von Nvidia, AMD und Broadcom ist ein Signal für die strategische Bedeutung von Metas Infrastrukturausgaben, ersetzt aber keine verbindliche Zusage. Entscheidend wird sein, ob Meta aus den milliardenschweren Investitionen in absehbarer Zeit messbare Erträge zieht oder ob die Ausgaben länger auf der Marge lasten als erwartet. Bestehende Anleger könnten die Position halten und die Platzierung der Klasse-C-Papiere im Januar abwarten, während Neueinsteiger zunächst beobachten sollten, wie der Markt das zusätzliche Aktienangebot aufnimmt.
Quelle: dpa-AFX
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