Die Kering-Aktie bricht am Freitag ein und verliert zeitweise 11 Prozent. Damit markiert das Papier des Luxuskonzerns ein Tief seit Juli 2025. Gleichzeitig legt L'Oreal um 4 Prozent zu und erreicht ein Hoch seit Mitte 2024. Warum driften die beiden Konsumgüterwerte so deutlich auseinander?
Gucci bleibt das Problem
Einmal mehr richtet sich der Blick bei Kering auf die Konzernmarke Gucci. Die Analysten von Deutsche Bank Research betonen, dass die geschäftliche Wende schwierig bleibe, solange es bei Gucci keine überzeugende Stabilisierung gebe. Aus ihrer Sicht gilt es nun, die Jahreszahlen abzuwarten, um zu sehen, ob sich die Einsparungen positiv auswirken.
Sektor gab nach
Im Sog von Kering gaben vor dem Wochenende auch LVMH und Richemont nach. Bereits am Vortag war die Hermes-Aktie gefallen, nachdem deren Zahlen nicht überzeugt hatten. Damit kam es binnen zweier Handelstage zu einer weiteren negativen Überraschung im Luxussegment.
L'Oreal setzt sich ab
Deutlich anders liest sich die Lage bei L'Oreal, dessen Aktien im Sektor der Konsumgüter neben den Luxuswerten geführt werden. Die Analysten von Jefferies bezeichnen die Zahlen zum dritten Quartal als beeindruckend und verweisen darauf, dass L'Oreal die Konsensschätzungen deutlich übertroffen habe. Das Plus von 4 Prozent knüpft an den jüngsten Ausbruch nach oben an.
Fazit
Für uns bleibt Kering ein Sanierungsfall mit offenem Ausgang. Entscheidend wird sein, ob die anstehenden Jahreszahlen bei Gucci eine Stabilisierung zeigen und die Einsparungen tatsächlich greifen. Solange dieser Nachweis fehlt, könnte ein Einstieg allein wegen des niedrigen Kursniveaus riskant sein, auch wenn der aktuelle Rückschlag von 11 Prozent deutlich ausfällt. Bei L'Oreal spricht die von Jefferies hervorgehobene Stärke des dritten Quartals dafür, dass bestehende Positionen gehalten werden könnten, auch wenn nach dem Anstieg auf ein Hoch seit Mitte 2024 bereits einiges an guten Nachrichten eingepreist sein dürfte.
Quelle: dpa-AFX
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