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JPMorgan-Aktie -3,5%: Jetzt den Rücksetzer zum Einstieg nutzen?

Bankaktien unter Druck
Redaktion | Börse

Die JPMorgan-Aktie geriet am Dienstag unter Druck und gab im vorbörslichen US-Handel rund 3,5% nach. Auslöser waren Quartalszahlen, die mit bereinigten Erträgen von 50,9 Milliarden US$ und einem Gewinn von 15,3 Milliarden US$ zwar höher ausfielen als vor einem Jahr, die Erwartungen der Analysten aber verfehlten. Handelt es sich um eine kurzfristige Enttäuschung oder um ein Signal für nachlassende Dynamik bei der größten US-Bank?

Wachstum bleibt hinter Erwartungen

Im dritten Quartal legten die bereinigten Erträge im Jahresvergleich um 8% auf 50,9 Milliarden US$ zu, umgerechnet 45,5 Milliarden €. Der Gewinn stieg um 6% auf 15,3 Milliarden US$. Analysten hatten im Schnitt mehr erwartet. Dass der Gewinn langsamer wuchs als die Erträge, deutet darauf hin, dass die Kosten- und Risikoseite das Ergebnis stärker belastet hat.

Aktienhandel trägt das Geschäft

Getragen wurde das Quartal vom Aktienhandel, dessen Erträge um fast die Hälfte zulegten. Der Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen brachte im Sommer dagegen weniger ein als ein Jahr zuvor. Diese Verschiebung ist für Anleger relevant, weil der Aktienhandel stark von der Marktvolatilität und dem Aktivitätsniveau der Kunden abhängt. Fällt dieser Rückenwind weg, fehlt derzeit ein zweites Standbein im Handelsgeschäft, das die Lücke schließen könnte.

Dimon warnt vor Risiken

Bankchef Jamie Dimon verwies auf hohe Unternehmensinvestitionen und anhaltende Konsumausgaben in den USA, die die Konjunktur angekurbelt hätten. Gleichzeitig benannte er eine Reihe von Belastungsfaktoren: hohe Haushaltsdefizite, eine hartnäckige Inflation, hohe Vermögenspreise, steigende Zinsen und schwierige weltpolitische Rahmenbedingungen. Sein Haus sei "auf eine Vielzahl von Szenarien vorbereitet". Für ein Geldhaus, dessen Ergebnis maßgeblich von Kreditqualität und Kapitalmarktaktivität abhängt, wiegt diese Aufzählung schwer, denn steigende Zinsen und hohe Vermögenspreise wirken direkt auf Risikovorsorge und Bewertungen im Portfolio.

Fazit

Operativ liefert JPMorgan weiter Wachstum, doch der Markt misst die Bank inzwischen an hohen Erwartungen, und genau daran ist sie in diesem Quartal gescheitert. Wir sehen den vorbörslichen Kursrückgang deshalb eher als Korrektur zu ambitionierter Annahmen denn als Zeichen einer Schwäche des Geschäftsmodells. Entscheidend wird sein, ob der Aktienhandel sein starkes Niveau halten kann und ob das Anleihe-, Währungs- und Rohstoffgeschäft wieder Tritt fasst. Für bestehende Anleger könnte es sinnvoll sein, die Position zu halten, da die Bank in einem herausfordernden Umfeld weiterhin Ertrags- und Gewinnzuwächse ausweist. Wer neu einsteigen möchte, könnte die Entwicklung zunächst von der Seitenlinie aus beobachten, bis sich zeigt, wie sich die von Dimon genannten Risiken auf die kommenden Quartale auswirken.

Quelle: dpa-AFX

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