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Heidelberg Materials-Aktie +8,5%: Startet jetzt die Trendwende?

Kurssprung nach Zahlen
Redaktion | Börse

Die Heidelberg Materials-Aktie führt am Mittwoch mit einem Plus von 8,5 Prozent auf 169,80 Euro den Dax an, getragen von einem starken Quartalsbericht und einem freundlichen Gesamtmarkt. Der Dax selbst profitiert davon, dass die Republikaner um US-Präsident Donald Trump die Zwischenwahlen deutlich verloren haben. Die Heidelberger Titel haben damit den Rückschlag vom September aufgeholt, liegen 2026 aber immer noch fast 24 Prozent im Minus. Beginnt hier eine nachhaltige Erholung, oder bleibt es bei einer Gegenbewegung im Abwärtstrend?

Europa treibt den Umsatz

Anthony Codling sprach in einer am Mittwoch vorliegenden ersten Einschätzung von einem starken Quartal. Der Umsatz habe vier Prozent über der durchschnittlichen Markterwartung gelegen, Treiber sei die Region Europa gewesen. Glynis Johnson von Jefferies hob die positive Preisentwicklung des Baustoffherstellers hervor, und Ben Rada Martin von Goldman Sachs äußerte seine Erwartung steigender Markterwartungen.

Ephrem Ravi von der Citigroup verweist auf einen Margenrückgang im dritten Quartal, der die Begeisterung über das starke Abschneiden bei Umsatz und operativem Ergebnis aus seiner Sicht eigentlich hätte dämpfen können. Kaschiert werde diese Schwachstelle nach seiner Einschätzung durch die besser werdende Effizienz des Konzerns.

Sparprogramm wird ausgeweitet

Elodie Rall von JPMorgan bewertet positiv, dass Heidelberg Materials das Effizienz- und Restrukturierungsprogramm vorantreibt und das damit verknüpfte finanzielle Ziel angehoben hat. Das Ende 2024 gestartete Sparprogramm über 500 Millionen Euro soll nach Unternehmenseinschätzung bis Jahresende übertroffen werden. Bis Ende 2028 sollen weitere 300 Millionen Euro hinzukommen.

Der Chart dreht nach oben

Charttechnisch hat sich das Bild kurzfristig aufgehellt. Die Aktie erreichte am Mittwoch das höchste Niveau seit Ende August und kehrte über die 100-Tage-Durchschnittslinie zurück. Die 200-Tage-Linie bei etwa 174 Euro ist nun in Reichweite, das September-Tief von 137,20 Euro, der tiefste Stand seit April 2025, liegt deutlich zurück.

Das längerfristige Bild bleibt angeschlagen. Vom Rekord bei 241,80 Euro aus dem Januar ging es vor allem zu Jahresbeginn rasant abwärts, bis März belastete zusätzlich die Debatte über eine Überarbeitung des europäischen Emissionshandelssystems.

Fazit

Die Erholung bleibt aus unserer Sicht zunächst ein Zwischenschritt und noch keine bestätigte Trendwende. Das operative Momentum stimmt, die ausgeweiteten Sparziele geben dem Management Handlungsspielraum, doch der von der Citigroup angesprochene Margenrückgang und die zurückliegende ETS-Debatte mahnen zur Vorsicht. Entscheidend dürfte sein, ob die Aktie die 200-Tage-Linie bei rund 174 Euro überwinden und sich darüber halten kann. Gelingt das nicht, droht ein Rückfall in das Muster der vergangenen Monate. Bestehende Anleger könnten die Position halten und die Marke im Blick behalten, während ein Neueinstieg eher nach einem bestätigten Ausbruch infrage käme.

Quelle: dpa-AFX

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