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Evonik-Aktie: BASF zeigt Interesse und Kurs springt sofort an

Übernahme im Fokus
Redaktion | Börse

Mitten in einer tiefen Branchenkrise streckt BASF die Hand nach Evonik aus. Die Essener bestätigten heute, dass der Ludwigshafener Chemiegigant mit einer unverbindlichen Ansprache auf das Unternehmen zugegangen ist, mit dem Ziel eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots für sämtliche Aktien. Konkrete Gespräche laufen laut Evonik derzeit keine. Zuvor hatten die "Financial Times" und Bloomberg darüber berichtet.

Was BASF antreibt

Bloomberg zufolge sondiert BASF seit mehreren Monaten gemeinsam mit Beratern einen möglichen Deal. Die "FT" berichtete heute unter Berufung auf eingeweihte Personen, dass die Ludwigshafener dabei sowohl mit Evonik als auch mit der RAG-Stiftung als Großaktionärin gesprochen hätten. Der weltgrößte Chemiekonzern wolle seinen regionalen Fußabdruck und seine Produktpalette ausbauen, vor allem um im Wettbewerb mit chinesischen Anbietern besser dazustehen. Evoniks Börsenwert liegt bei mehr als 8 Milliarden €. Das wäre ein echter Brocken.

Evonik spart, BASF spart auch

Beide Konzerne stehen unter Druck. BASF hat von Januar 2024 bis Ende Juni 2026 weltweit rund 7.000 Stellen abgebaut. Ende Juni schloss das Unternehmen zudem den Verkauf von 60 Prozent des Fahrzeugserien- und Autoreparaturlack-Geschäfts an den US-Finanzinvestor Carlyle ab. Die verbliebenen 40 Prozent des Gemeinschaftsunternehmens Surventis bleiben vorerst bei BASF, der vollständige Ausstieg ist aber anvisiert. Dank steigender Preise konnte BASF-Chef Markus Kamieth die Gewinnprognose für das laufende Jahr trotzdem anheben. Bei Evonik sieht es ähnlich aus. Bis Ende 2029 sollen weitere 3.200 Stellen wegfallen, davon 2.150 in Deutschland. Das unprofitable Polyester-Geschäft mit einem Jahresumsatz von rund 150 Millionen € soll eingestellt werden. Das Geschäft mit Standardchemikalien der Sparte Performance Materials steht ebenfalls vor dem Verkauf. Derzeit führt Asien-Chef Claus Rettig die Geschäfte, weil CEO Christian Kullmann sich nach einer Operation erholt.

Wie der Markt reagiert

Schon am Dienstag hatte "Dealreporter" über ein BASF-Interesse an Evonik berichtet. Seitdem haben sich Evonik-Aktien sukzessive erholt. Heute legten die Papiere um mehr als 9 Prozent zu. BASF-Aktien gaben dagegen um gut 2 Prozent nach. Die RAG-Stiftung hält laut Evonik-Webseite 43 Prozent an dem Unternehmen. Ihre Stimme dürfte für einen möglichen Zusammenschluss wegweisend sein. Geäußert hat sie sich bislang nicht.

Was das für die Aktien bedeuten könnte

Bei einem Börsenwert von mehr als 8 Milliarden € wäre die Transaktion eine der größten in der deutschen Chemiebranche seit Jahren. Ob BASF den Schritt wirklich wagt, hängt maßgeblich davon ab, ob die RAG-Stiftung mitspielt. Sollte ein Angebot kommen, dürfte die Evonik-Aktie weiter steigen. Die BASF-Aktie würde unter dem Druck einer solchen Finanzierungslast wohl vorerst schwächeln.

Quelle: dpa-AFX

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