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Ericsson-Aktie +8,7%: Wie weit trägt der Kurssprung noch?

Quartalszahlen überzeugen Anleger
Redaktion | Börse

Die Ericsson-Aktie legt am heutigen Donnerstag im frühen Handel +8,7% zu und beendet damit die lustlose Seitwärtsbewegung, die seit Mitte Juli angehalten hatte. Bis zum bisherigen Jahreshoch fehlen dennoch rund 25%. Damit stellt sich die Frage: Tragen die neuen Quartalszahlen eine Fortsetzung dieser Bewegung?

Japan und Indien liefern

Auslöser des Kurssprungs sind die jüngsten Quartalszahlen des schwedischen Telekomausrüsters. Bernstein Research verweist auf Umsätze und Gewinne, die deutlich über den Erwartungen lagen. Als Treiber macht das Analysehaus vor allem das Netzwerk-Geschäft in Japan und Indien aus.

JPMorgan hebt zusätzlich die günstigen Folgen der laufenden Kostenoptimierung hervor. Für die Margenentwicklung ist das ein wichtiger Hebel, weil Einsparungen auf der Kostenseite auch dann wirken, wenn sich das Umsatzwachstum in einzelnen Regionen wieder abschwächt. Zusammen mit der Nachfrage aus Asien erklärt das die deutliche Reaktion am Markt.

Nokia gibt nach

Die Kursbewegung ging zu Lasten des finnischen Wettbewerbers Nokia, dessen Aktie 5,4% verlor. Jefferies hebt zudem hervor, dass die geringe Abhängigkeit von Künstlicher Intelligenz den Wert im aktuellen Umfeld robuster mache.

Dieses Argument hat zwei Seiten. In Phasen, in denen KI-Fantasie die Kurse treibt, bleibt Ericsson außen vor. Gerät der Technologiesektor dagegen unter Druck, wirkt ein Geschäft, das von klassischer Mobilfunkinfrastruktur lebt, als Stabilisator.

Fazit

Für uns ist der Kurssprung operativ unterlegt und nicht allein von Stimmung getragen, denn über den Erwartungen liegende Umsätze und Gewinne treffen auf einen sichtbaren Kostenhebel. Entscheidend wird nun sein, ob die Dynamik aus Japan und Indien über das einzelne Quartal hinaus trägt, denn Netzausbauzyklen verlaufen in Wellen und können ebenso schnell abflauen. Der Abstand zum Jahreshoch lässt nach oben weiterhin Luft, zugleich ist ein Teil der guten Nachricht nach dem heutigen Tagesplus bereits bezahlt. Für bestehende Anleger könnte es sinnvoll sein, die Aktie zu halten und die nächsten Quartalszahlen als Bestätigung abzuwarten. Wer noch nicht investiert ist, könnte einen ruhigeren Kursverlauf nach der ersten Euphorie abwarten, statt in den Sprung hinein zu kaufen.

Quelle: dpa-AFX

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