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Continental-Aktie +6%: Trägt die neue Prognose den Kurssprung?

Continental hebt Prognose
Redaktion | Börse

Die Continental-Aktie zählte am Mittwoch zu den auffälligsten Werten im Dax. Das Papier gewann am Nachmittag rund 6% auf 70,94 Euro, nachdem der Reifenhersteller seine Margenprognose für das laufende Jahr angehoben hatte. Seit Jahresbeginn steht damit ebenfalls ein Kursplus zu Buche. Zugleich warnte der Finanzchef vor höheren Rohstoffkosten im Schlussquartal. Reicht die angehobene Prognose, um den Kurssprung zu rechtfertigen?

Große Reifen treiben Marge

Conti-Chef Christian Kötz peilt für das Gesamtjahr nun eine um Sondereffekte bereinigte Ebit-Marge von 13,4 bis 14,0% an, nach bislang 12,0 bis 13,5%. Im dritten Quartal stieg das bereinigte Ebit um knapp 7% auf 514 Millionen Euro, die Marge kletterte um einen Prozentpunkt auf 14,9%. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau gerechnet.

Treiber bleibt das Geschäft mit großen und teureren Reifen, deren Anteil am Absatz tendenziell steigt, auch weil Elektroautos wegen der Batterien in der Regel schwerer sind und größere Reifen benötigen. Unter dem Strich verdiente Conti im Quartal 349 Millionen Euro, nach einem Verlust von 756 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, der auf Sondereffekte aus der Abspaltung des Autozuliefergeschäfts und dem Verkauf eines Teils der Kunststofftechnik zurückging.

Rohstoffkosten belasten Schlussquartal

Finanzchef Roland Welzbacher bezeichnete große und leistungsfähige Reifen als wesentlichen Treiber des Geschäfts, verwies zugleich auf höhere Rohmaterialpreise, die sich zunehmend auf das Ergebnis auswirkten und im vierten Quartal noch stärker belasten würden. Rohöl ist ein wichtiger Produktionsfaktor für Reifenhersteller, der Preis war mit dem Ausbruch des Krieges der USA und Israels gegen den Iran deutlich gestiegen. Allein für das Schlussquartal rechnet Welzbacher mit Belastungen im mittleren zweistelligen Millionenbereich, für das Gesamtjahr 2026 mit einer niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionensumme.

Gegensteuern will der Konzern über Verhandlungen mit Lieferanten, einen optimierten Rohstoffmix und die Weitergabe von Kosten an den Markt. Laut Welzbacher wirken diese Maßnahmen bereits und sind im Ergebnis des dritten Quartals sichtbar. Beim Umsatz grenzte Conti die Jahresspanne auf 13,5 bis 13,9 Milliarden Euro ein, zuvor lagen die Eckwerte bei 13,2 bis 14,2 Milliarden Euro. Im Quartal sank der Erlös nominal um gut 11% auf 3,45 Milliarden Euro, bereinigt um Veränderungen im Konsolidierungskreis betrug das Minus lediglich 0,1%.

Umbau nähert sich Ende

Nach der Abspaltung der Autozuliefersparte ist auch der Verkauf der verbliebenen Kunststofftechniksparte Contitech vereinbart. Welzbacher erwartet den Vollzug um den Jahreswechsel, ein Großteil der nötigen Kartellfreigaben liege vor, der Zeitplan werde eingehalten.

Jefferies-Analyst Michael Aspinall sieht das dritte Quartal angesichts einer Zollerstattung weitgehend wie erwartet. Dass Continental die Aussichten für den Finanzmittelzufluss besser einschätze, dürfte seiner Einschätzung nach bei Anlegern gut ankommen.

Fazit

Der Markt honoriert aus unserer Sicht weniger die angehobene Margenprognose, die Analysten ohnehin erwartet hatten, als den besseren Ausblick beim Mittelzufluss und die sichtbare Wirkung der Preisweitergabe. Entscheidend wird, ob Continental die Rohstoffbelastungen im vierten Quartal tatsächlich auf den angekündigten mittleren zweistelligen Millionenbetrag begrenzen kann, denn die Marge von 14,9% aus dem dritten Quartal dürfte sich unter diesen Vorzeichen kaum halten lassen. Nach dem Kurssprung dürfte ein Teil der guten Nachrichten bereits eingepreist sein. Bestehende Anleger könnten die Position halten, während sich für Neueinsteiger ein Blick auf die Entwicklung der Rohstoffkosten und den Vollzug des Contitech-Verkaufs lohnen dürfte, bevor sie einsteigen.

Quelle: dpa-AFX

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