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Bitcoin: Leiten 526,7 Millionen US-Dollar jetzt die Wende ein?

Kapitalzuflüsse wecken Hoffnung

Bitcoin kostet am heutigen Mittwoch rund 82.700 US$. Am Montag flossen netto 526,7 Millionen US$ in die US-Spot-Bitcoin-ETFs. So viel Geld kam seit dem 22. September an keinem Tag mehr zusammen. Allein BlackRocks iShares Bitcoin Trust sammelte 665,2 Millionen US$ ein, der höchste Tageswert seit Oktober 2025. Trotzdem kann sich der Kurs nicht dauerhaft über der Marke von 83.000 US$ halten. Damit stellt sich die Frage: Leitet das frische Geld eine Erholung ein, oder verpufft der Schub schnell wieder?

BlackRock trägt den Zufluss

Das Plus vom Montag geht vollständig auf einen einzigen Fonds zurück. IBIT nahm mehr Geld ein, als insgesamt in alle Fonds floss. Aus dem Fidelity-Fonds FBTC zogen Anleger dagegen 83,6 Millionen US$ ab, aus dem Grayscale-Fonds GBTC 54,9 Millionen US$. Bei den übrigen Bitcoin-ETFs gab es keine Bewegung. Die Nachfrage beschränkte sich zudem auf Bitcoin: Die Ether-ETFs verloren am selben Tag 103,3 Millionen US$, und das am vierten Handelstag in Folge.

Davor sah es bei den Bitcoin-ETFs schlecht aus. In den zwei Wochen zuvor zogen Anleger rund 910 Millionen US$ ab. Allein am 7. Oktober waren es 484,9 Millionen US$, der schwächste Tag seit Juni. Durch den Zufluss vom Montag ist das Minus im Oktober von etwa 615 Millionen US$ auf rund 88 Millionen US$ gesunken. Am Dienstag ließ die Nachfrage aber schon wieder deutlich nach: Netto kamen nur 23,2 Millionen US$ hinzu, davon 29,9 Millionen US$ bei IBIT. Den Bitwise-Fonds verließen 10,3 Millionen US$.

Für Anleger zählt das, weil die ETFs der wichtigste Weg sind, über den institutionelles Geld in Bitcoin fließt. Seit dem Start haben die US-Fonds netto rund 57,5 Milliarden US$ eingesammelt. IBIT ist mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 65 Milliarden US$ der mit Abstand größte Fonds. Ein einzelner starker Tag, der fast nur auf einem Produkt beruht, zeigt deshalb vor allem, dass einige große Investoren gekauft haben. Eine breite Rückkehr der Käufer belegt er aus meiner Sicht noch nicht.

Zinssorgen bremsen den Kurs

Gegen die Zuflüsse wirkt die Lage an den Märkten insgesamt. Die US-Inflation war zuletzt höher als erwartet. Seitdem rechnen Marktteilnehmer wieder mit weiteren Zinserhöhungen der US-Notenbank, die am 28. Oktober tagt. In der vergangenen Woche fiel Bitcoin kurzzeitig unter 80.000 US$ und erholte sich erst, als sich die US-Aktien wieder fingen und der Ölpreis nachgab. Am Dienstagmittag stand der Kurs bei 81.364 US$ und damit 1,39% tiefer als 24 Stunden zuvor.

Dieser Zusammenhang belastet Bitcoin derzeit am stärksten. Marktbeobachter warnen, dass ein Schuldenabbau am Aktienmarkt auf den Kryptomarkt übergreifen und die Unterstützung bei dieser Marke gefährden könnte. Fallende Renditen bei US-Staatsanleihen und eine schwächere US-Währung würden riskantere Anlagen dagegen stützen.

Weit unter dem Rekord

Zwischen Dienstag- und Mittwochmorgen schwankte Bitcoin zwischen 81.273 und 83.249 US$. Das Tief lag knapp unter der 50-Tage-Linie, die inzwischen bei 81.679 US$ verläuft. Vom Rekordhoch bei 126.080 US$ aus dem Oktober 2025 ist Bitcoin rund 34% entfernt.

Die großen Analystenhäuser haben ihre Kursziele in diesem Jahr mehrfach gesenkt. Für das Jahresende 2026 erwartet Standard Chartered nun 100.000 US$, Citi 113.000 US$ und Bernstein 125.000 US$. Selbst das niedrigste dieser Ziele läge rund 21% über dem aktuellen Kurs. Bernstein begründet die eigene Prognose mit dem Vierjahreszyklus nach dem Halving und sieht den Rückgang seit Oktober 2025 als vorübergehende Pause. Den Höhepunkt des Zyklus erwarten die Analysten erst 2027.

Fazit

Den Montag werte ich als positives Signal. Eine Wende sehe ich darin noch nicht, denn das Geld kam fast nur über BlackRock, und schon am Dienstag war die Nachfrage wieder gering. Solange die Zinssorgen die Märkte bestimmen, dürfte der Kurs eher von den Aktienmärkten und den Erwartungen an die Notenbank abhängen als von einzelnen starken ETF-Tagen. Entscheidend wird nun sein, ob die Zuflüsse über mehrere Tage anhalten und der Kurs das jüngste Hoch nachhaltig hinter sich lässt. Erst dann würde das niedrigste der Analystenziele bis zum Jahresende wieder greifbar.

Für bestehende Anleger könnte es sinnvoll sein, ihre Position zu halten. Die Abstände zu den gesenkten Kurszielen zeigen weiterhin Erholungspotenzial. Neue Käufe würde ich vor der nächsten Notenbanksitzung eher zurückstellen. Sollte die Fed die Zinsen weiter anheben und Bitcoin die runde Unterstützungsmarke verlieren, dürfte der Kurs zunächst weiter nachgeben. Ein Einstieg könnte interessanter werden, wenn die ETFs wieder über eine längere Zeit und von mehreren Anbietern Geld einsammeln.

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