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ASML-Aktie: Sind jetzt sogar 2.400 € drin?

Kurssprung nach Zahlen
Redaktion | Börse

Die UBS traut der ASML-Aktie mehr zu und hebt ihr Kursziel von 2350 € auf 2400 € an. Auslöser sind die Zahlen zum dritten Quartal, nach denen Analyst Francois-Xavier Bouvignies seine Gewinnschätzungen für 2027 und 2028 um 9% beziehungsweise 10% nach oben genommen hat. Damit stellt sich die Frage: Trägt der Auftragsbestand die optimistischen Erwartungen wirklich?

Der Auftragsbestand überrascht

Kern der Argumentation ist das Orderbuch. Bouvignies schätzt den Auftragsbestand des Halbleiterindustrie-Ausrüsters auf 55 Milliarden €. Das liegt rund 20% über dem, was der Marktkonsens bislang unterstellt hat. Eine solche Differenz wiegt schwer bei einem Unternehmen, das seine Umsätze über mehrjährige Lieferzyklen realisiert.

Gewinnerwartungen für 2027

Die angehobenen Schätzungen für 2027 und 2028 zeigen, wo die UBS den eigentlichen Hebel sieht: in der Umsetzung des bestehenden Auftragsvolumens in den Folgejahren. Erhöhungen von 9% und 10% bei den Ergebnisprognosen sind für einen Wert dieser Größenordnung deutlich und erklären die Anhebung des Kursziels. Die Einstufung bleibt bei "Buy".

Dass sich die Prognoseanhebung auf berichtete Quartalszahlen stützt, verleiht ihr zusätzliches Gewicht. Ein Auftragsbestand dieser Höhe verschafft Planungssicherheit bei Kapazitäten und Kosten, was sich mittelfristig in stabileren Margen niederschlagen könnte. Gleichzeitig bleibt die Abhängigkeit von den Investitionszyklen der großen Chiphersteller bestehen, und die Auslieferung über mehrere Jahre bedeutet, dass sich Verschiebungen im Markt erst mit Verzögerung bemerkbar machen.

Fazit

Aus unserer Sicht ist die Kurszielanhebung um 50 € weniger aussagekräftig als die Begründung dahinter. Das deutlich über den Erwartungen liegende Orderbuch ist ein belastbares Argument für die kommenden Geschäftsjahre, und die UBS zieht daraus mit ihrem "Buy"-Votum die entsprechende Konsequenz. Entscheidend wird nun sein, ob ASML dieses Volumen ohne Stornierungen oder Verschiebungen abarbeiten kann, denn ein Auftragsbestand bleibt eine Absichtserklärung der Kunden und keine Garantie. Für bestehende Anleger könnte es sinnvoll sein, die Position zu halten, solange die Auftragslage trägt. Wer noch nicht investiert ist, könnte angesichts der bereits hohen Erwartungen auf eine ruhigere Marktphase warten.

Quelle: dpa-AFX

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