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Goldpreis unter Druck: Ist die Rallye jetzt in Gefahr?

Rückfall unter 200-Tage-Linie
Nach einer kräftigen Erholung im Monat August ist der Goldpreis in den letzten Tagen wieder spürbar unter Druck geraten. Als große Belastung erweisen sich die falkenhaften Töne des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh auf dem Notenbankentreffen in Jackson Hole. Was dahinter steckt und wie sich Anleger nun verhalten sollten.  

Warsh schürt Zinssorgen

Warsh machte deutlich, dass die US-Notenbank bei der Inflationsbekämpfung weiter gefordert sei, sollte sich die Teuerung nicht überzeugend in Richtung des Zwei-Prozent-Ziels bewegen. Die Märkte interpretierten seine Aussagen als Signal für eine möglicherweise restriktivere Geldpolitik. Entsprechend zogen die Zinserwartungen und die Renditen von US-Staatsanleihen an.

Für Gold ist das zunächst eine schlechte Nachricht. Das Edelmetall wirft weder Zinsen noch Dividenden ab. Steigende Renditen erhöhen deshalb die Opportunitätskosten einer Goldanlage und machen verzinsliche Alternativen attraktiver. Gleichzeitig kann ein stärkerer US-Dollar den Goldpreis zusätzlich belasten.

Die jüngste Korrektur ist allerdings auch vor dem Hintergrund der vorherigen Rallye zu sehen. Nach einer rund fünfmonatigen Schwächephase hatte sich Gold im Bereich von 4.000 US$ stabilisiert und eine Bodenbildung vollzogen. Anschließend schoss der Preis in der Spitze um knapp +20% nach oben und durchbrach dabei den seit Januar bestehenden Abwärtstrend.

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Charttechnik sendet Warnsignal

Genau dieser Ausbruch steht nun jedoch auf dem Prüfstand. Die jüngste Korrektur hat Gold wieder unter die 200-Tage-Linie und die zuvor überwundene Abwärtstrendlinie gedrückt. Zeigen die Käufer nicht schnell eine Reaktion, müsste der Ausbruch als Fehlausbruch gewertet werden.

Dann rückt zunächst die 50-Tage-Linie bei rund 4.215 US$ als wichtige Unterstützung in den Fokus. Hält auch diese Marke nicht, könnte sich die Korrektur deutlich ausweiten. Kurzfristig ist daher Vorsicht angebracht.

Langfristige Argumente bleiben intakt

Fundamental hat sich an der übergeordneten Gold-Story jedoch wenig verändert. Die US-Staatsverschuldung liegt inzwischen bei mehr als 40 Billionen US$, während auch in Europa und Japan die Schuldenstände hoch sind. Steigende Zinsen verschärfen die Belastung für die Staatshaushalte und begrenzen damit langfristig den Spielraum der Notenbanken.

Hinzu kommen anhaltende geopolitische Risiken sowie die kontinuierlichen Goldkäufe vieler Zentralbanken. Auch Experten bleiben deshalb grundsätzlich optimistisch. David Morrison von Trade Nation sieht die aktuelle Bewegung als gesunde Korrektur, die dem Markt nach der starken Rallye eine neue Basis geben könnte. Die Bank of America erkennt Potenzial bis 5.300 US$. Andere Marktbeobachter verweisen ebenfalls darauf, dass die langfristigen strukturellen Treiber intakt bleiben.

Interessenkonflikt: Der Autor hält Gold. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, Gold – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.

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Fazit

Kurzfristig dürfte Gold weiter zwischen Zinssorgen und seiner Rolle als sicherer Hafen schwanken. Besonders wichtig wird nun, ob das Edelmetall die charttechnischen Marken schnell zurückerobern kann. Gelingt dies, wäre der jüngste Rücksetzer lediglich eine Verschnaufpause nach der kräftigen Rallye.

Für langfristig orientierte Anleger bleibt das Bild ohnehin konstruktiv. Hohe Staatsschulden, geopolitische Unsicherheit, Inflationsrisiken und die anhaltende Nachfrage der Zentralbanken sprechen weiterhin für Gold. Die aktuelle Schwächephase könnte daher weniger das Ende des Bullenmarktes als vielmehr eine Gelegenheit sein, bei günstigeren Kursen Positionen aufzubauen.

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