+++ Sommer-Angebot zum Start des Tech Crypto Club: Jetzt 9 Wochen unverbindlich testen! +++
stock.adobe.com/Oleksandr

DroneShield-Aktie: Vom Drohnenalarm zum Großauftrag?

Flughafen im Visier
Vincent Uhr
Der Fund einer mit Sprengstoff ausgestatteten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle verschärft die Sicherheitsdebatte in Deutschland erheblich. Für DroneShield entsteht daraus jedoch nicht automatisch ein Auftrag. Entscheidend ist vielmehr, ob aus politischen Ankündigungen dauerhafte Beschaffungsprogramme für Flughäfen und andere kritische Infrastruktur werden.

Deutschland erhöht den Handlungsdruck

Die Bundesanwaltschaft untersucht den Vorfall in Leipzig als möglichen Angriff auf die innere und äußere Sicherheit Deutschlands. Bereits im ersten Halbjahr wurden bundesweit 145 Behinderungen des Flugverkehrs durch unerlaubte Drohnen registriert. Besonders häufig betroffen waren Berlin, Frankfurt und Bremen.

Die Bundesregierung hat für 2026 insgesamt 50 Millionen € für die Drohnenabwehr der Bundespolizei vorgesehen. Davon sollen 30 Millionen € in Abwehrsysteme an Verkehrsflughäfen und weitere 20 Millionen € in mobile Einheiten fließen. Zudem wurden die Befugnisse von Bundespolizei und Bundeswehr erweitert.

Damit entsteht erstmals ein konkreter deutscher Beschaffungsmarkt. Noch gibt es allerdings keinen Hinweis, dass DroneShield einen Auftrag aus Deutschland erhalten hat.

Vom Rohstoff zur Drohne: Die globale Aufrüstung treibt die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Unternehmen, die von dieser Entwicklung maximal profitieren werden.

Mehr als ein tragbarer Störsender

Für DroneShield ist entscheidend, dass Flughäfen keine Einzellösung benötigen. Gefragt sind Systeme, die Drohnen zunächst erkennen, anschließend klassifizieren und bei Bedarf kontrolliert neutralisieren. Gerade in der Nähe von Flughäfen muss der Einsatz von Störsignalen genau abgestimmt werden, damit andere Kommunikations- und Navigationssysteme nicht beeinträchtigt werden.

DroneShield bietet neben den bekannten DroneGun-Störsendern deshalb auch stationäre und fahrzeuggebundene Sensoren sowie eine zentrale Steuerungssoftware an. Die neue Funkerkennungsplattform RfAI-3 soll sogar Signale bisher unbekannter Drohnen identifizieren. Das ist wichtig, weil professionelle Angreifer Frequenzen und Steuerungsmethoden ständig verändern.

Europäische Fertigung als Türöffner

Ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil könnte die inzwischen aufgebaute Präsenz in Europa werden. Im Juni lief das erste in der EU gefertigte DroneShield-System vom Band. Zusätzlich sucht das Unternehmen in Polen nach Produktions- und Technologiepartnern.

Damit reagiert DroneShield auf eine zentrale Anforderung europäischer Beschaffungsstellen: Verteidigungstechnik soll zunehmend innerhalb Europas produziert und unabhängig gewartet werden. Zwei im Juli gemeldete Aufträge über insgesamt 23,2 Millionen AU$ für einen europäischen Militärkunden zeigen, dass diese Strategie bereits erste Ergebnisse liefert.

Tipp: Du willst wissen, welche drei Trend-Aktien wir für den Jahresendspurt auf dem Zettel haben? Hier geht’s zum Gratis-Report für das Schlussquartal 2026!

Wachstum bleibt stark – aber nicht ohne Schwächen

Für das erste Halbjahr erwartet DroneShield vorläufig einen Umsatz von 125,8 Millionen AU$. Das entspricht einem Wachstum von +74%. Die wiederkehrenden Erlöse aus Software, Abonnements und langfristigen Dienstleistungen erreichten 14,2 Millionen AU$ beziehungsweise 11,3% des Gesamtumsatzes.

Für 2026 sind bereits Erlöse von 206 Millionen AU$ vertraglich gesichert. Das Management prognostiziert einen Jahresumsatz zwischen 250 und 270 Millionen AU$. Damit würde DroneShield gegenüber 2025 noch um +15% bis +25% wachsen.

Ein Schwachpunkt ist die Bruttomarge. Diese dürfte von 65% auf 60% sinken. Außerdem sind für 2027 und die Folgejahre bislang lediglich 26 Millionen AU$ fest vereinbart. Das Geschäft bleibt damit stark von einzelnen Großbestellungen abhängig.

DroneShield-Aktie bleibt spekulativ

Die Aktie notiert bei rund 1,16 € und damit noch immer ungefähr 70% unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Günstig ist sie dennoch nicht: Auf Basis der erwarteten Gewinne liegt das KGV weiterhin deutlich über 50.

ℹ️ DroneShield Limited in Kürze

  • DroneShield (WKN: A2DMAA) ist ein Rüstungsunternehmen, das sich auf RF-Sensorik, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, Sensorfusion, elektronische Kriegsführung, Rapid Prototyping und MIL-SPEC-Herstellung konzentriert. Die Systeme DroneShield werden vor allem zum Schutz vor feindlichen Drohnen eingesetzt.
  • Das Unternehmen hat seinen Sitz in Sydney in Australien und in Warrenton im US-Bundesstaat Virginia.
  • Die Hauptbörse ist die australische ASX-Börse, in Deutschland ist sie über TRADEGATE handelbar. Der Unternehmenswert beträgt rund 2,01 Milliarden AU$.

DroneShield kaufen, halten oder verkaufen? Unsere zehnköpfige Redaktion berichtet regelmäßig über DroneShield und informiert Dich in Echtzeit, wenn Handlungsbedarf besteht. Aktiviere dafür einfach unseren kostenlosen Aktien-Alarm und sichere Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung.

DroneShield weiterverfolgen – jetzt kostenlosen Aktien-Alarm aktivieren »

Vincent Uhr

Fazit

Die Vorfälle an deutschen Flughäfen unterstreichen den langfristigen Bedarf an Drohnenabwehr, keine Frage. DroneShield ist mit seiner europäischen Fertigung und dem breiten Produktangebot inzwischen gut im Markt positioniert. Ohne einen konkreten deutschen Auftrag bleibt die aktuelle Story jedoch Spekulation. Angesichts der hohen Bewertung und schwankenden Großaufträge ist die Aktie weiterhin nur für risikobereite Anleger geeignet.