Dividendenaktie Münchener Rück: KGV 10, 4,6% Dividende – 700 € bis 2030?
Das milde Schadenjahr stützt die Gewinne
Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft verursachten Naturgefahren in Deutschland im ersten Halbjahr versicherte Schäden von rund 950 Millionen €. Größere Winterstürme blieben aus.
Für das Gesamtjahr erwartet der GDV Sturm- und Hagelschäden von ungefähr 2 Milliarden €. In einem durchschnittlichen Jahr wären auf Basis des heutigen Versicherungsbestands und Preisniveaus etwa 3,1 Milliarden € zu erwarten. Das sind gute Nachrichten für die Münchener Rück. Weitere Elementargefahren wie Starkregen und Überschwemmungen sollen Schäden von rund 1 Milliarde € verursachen – gegenüber einem langjährigen Durchschnitt von etwa 1,8 Milliarden €.
Die deutschen Zahlen bilden nur einen kleinen Teil des weltweiten Geschäfts von der Münchener Rück ab. Sie passen jedoch zur bislang günstigen Schadenentwicklung. Bereits im zweiten Quartal verdiente der Konzern 2,21 Milliarden € und übertraf die Analystenerwartung von knapp 1,8 Milliarden € deutlich. Nach sechs Monaten standen 3,93 Milliarden € Gewinn, womit das Jahresziel von 6,3 Milliarden € gut erreichbar erscheint.
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So könnten bis 2030 rund 700 € entstehen
Für 2026 rechnen Analysten derzeit mit einem Gewinn von ungefähr 51,10 € je Aktie. Beim Kurs von 518,80 € ergibt sich daraus ein erwartetes KGV von rund 10,2. Für einen hochprofitablen Marktführer mit guter Kapitalausstattung halte ich das für günstig.
Besonders interessant wird die Rechnung mit der „Ambition 2030“. Die Münchener Rück will den Gewinn je Aktie bis zum Ende des Jahrzehnts im Durchschnitt um mehr als 8% jährlich steigern. Erreicht das Unternehmen von 2026 bis 2030 exakt 8%, würde der Gewinn je Aktie auf ungefähr 69,50 € wachsen.
Bleibt die Bewertung unverändert bei einem KGV von 10, wäre daraus 2030 ein Aktienkurs von knapp 695 € ableitbar. Höhere Bewertungsmultiplikatoren sind dafür nicht erforderlich. Hinzu kämen die währenddessen gezahlten Dividenden.
Kurzfristig sieht der Analystenkonsens weniger Spielraum. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 551 € und damit lediglich 6% über dem aktuellen Kurs. Die Schätzungen reichen von 480 bis 665 €. Für langfristige Anleger erscheint mir die Entwicklung des Gewinns jedoch wichtiger als das Kursziel der kommenden zwölf Monate.
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Mehr als 80% sollen an die Aktionäre fließen
Für das vergangene Geschäftsjahr zahlte die Münchener Rück eine Dividende von 24 € je Aktie. Daraus ergibt sich aktuell eine Rendite von rund 4,6%. Auch die Ausschüttung besitzt weiteres Wachstumspotenzial, sofern die Gewinne wie geplant steigen.
Zusätzlich setzt der Rückversicherer seine Aktienrückkäufe fort. Im Rahmen der Strategie bis 2030 soll die gesamte Ausschüttungsquote aus Dividenden und Rückkäufen jährlich über 80% liegen. Eine sinkende Aktienzahl unterstützt wiederum das angestrebte Gewinnwachstum je Aktie.
Vollständig risikolos ist die Rechnung nicht. Ein einzelner schwerer Hurrikan, ein Erdbeben oder mehrere große Naturkatastrophen können das Ergebnis eines Jahres deutlich belasten. Zudem steigen Elementarschäden langfristig. Die Münchener Rück muss deshalb seine Risiken diszipliniert auswählen und ausreichende Preise durchsetzen.
ℹ️ Münchener Rück in Kürze
- Die Münchener Rück (WKN: 843002) ist eine der größten Rückversicherungsgesellschaften weltweit. Neben dem Hauptgeschäft der Rückversicherung betreibt sie über ihre Tochter ERGO auch das Erstversicherungsgeschäft. Außerdem ist das Unternehmen im Asset Management tätig.
- Der Konzern agiert weltweit, der Hauptsitz befindet sich in München.
- Die im DAX gelistete Aktie wird an der Börse mit rund 66 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Die kurzfristig niedrigen Naturgefahrenschäden sind erfreulich, aber nicht der entscheidende Kaufgrund. Wesentlich überzeugender finde ich das KGV von rund 10, die Dividendenrendite von 4,6% und das angestrebte Gewinnwachstum von mehr als 8% jährlich. Wenn die Münchener Rück ihre Ziele erreicht, halte ich die Aktie auf dem aktuellen Niveau für deutlich zu günstig.